Lütt un Lütt

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Lütt un Lütt (Plattdeutsch für ‚klein und klein‘) ist ein norddeutsches Getränk, bei dem die beiden Komponenten Köm und Bier während des Trinkvorgangs miteinander vermischt werden.

Herkunft und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lütt un Lütt, also Kümmel und Bier, wird in zwei kleinen Gläsern, die sonst in Gaststätten keine Verwendung finden, ausgeschenkt, und zwar 10 cl Bier und 1 cl Kümmel. Das Getränk hat vermutlich seinen Ursprung im Hamburger Hafen und war ein beliebter Schluck zum Schichtende der Hafenarbeiter.[1] Jede Kneipe am Hafen, aber auch fast alle im übrigen Stadtgebiet, boten Lütt un Lütt an. Der Preis lag seinerzeit immer unter dem eines normalen Glases Bier. Touristen haben den Gedanken des Lütt un Lütt mit nach Hause genommen, deshalb gibt es heutzutage ähnliche Getränke unter ähnlichen Namen in anderen Städten. Statt Köm (Kümmel) wird in der Regel dann aber Kornbranntwein ausgeschenkt. In Norddeutschland werden heutzutage bei der Bestellung „Lütt un Lütt“ aber oft ein kleines Bier (0,2 oder 0,3 Liter Pils) und ein Korn (2 cl, 32 Vol.-% Alkohol) serviert und dann getrennt getrunken.

Trinkweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lütt un Lütt wird mit einer Hand aus den beiden Gläsern gleichzeitig getrunken - ähnlich wie Lüttje Lage. Das kleine Bierglas wird mit dem Daumen und dem kleinen Finger gehalten. Das kleine Schnapsglas wird mit dem Mittel- und dem Ringfinger so über dem Bierglas gehalten, dass beim Trinken der Kööm zuerst in das Bier und damit zusammen dann in den Mund läuft.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lütt und Lütt wird als Getränk in Hafenarbeiterkneipen erwähnt im Artikel von Max Rieck: Rheder, Stauer und Schauermann in Die Zukunft, 5. Jahrgang, 1897, Nr. 18, S. 557