LWL-Medienzentrum für Westfalen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das LWL-Medienzentrum für Westfalen in Münster ist eine öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtung in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und eines von zwei Landesmedienzentren in Nordrhein-Westfalen.

1928 als „Landesbildstelle“ gegründet, hat das LWL-Medienzentrum für Westfalen – wie es seit 2006 heißt – heute einen dreifachen Auftrag: Die Förderung des Lernens mit und über Medien in Schule und außerschulischer Bildung, die mediengestützte Dokumentation und Vermittlung von Geschichte und Gegenwart Westfalens und die Sicherung der fotografischen, filmischen und tonlichen Überlieferung Westfalens in einem Bild-, Film- und Tonarchiv.

Zu seinen besonderen Aufgaben gehört die mediengestützte Vermittlung des Landesteils Westfalen in die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Filme, Fotodokumentationen, Hörbücher und Multimedia-Produktionen machen die Geschichte und Gegenwart Westfalens erlebbar. In einem hauseigenen Studio werden die Aufnahmen zu Bildungsmedien weiterverarbeitet, in einem Archiv historische Film- und Fotoschätze der Region gesammelt.

Das Bildarchiv des LWL-Medienzentrums, das Bildarchiv Westfalen, archiviert, erschließt und präsentiert historische und aktuelle Fotografien aus ganz Westfalen. Es stellt damit eine umfangreiche Quelle zur Geschichte der Region und ihrer Menschen dar. Rund 450.000 Fotografien aus der Zeit zwischen 1850 und der Gegenwart sowie 3.000 Luftbilder der letzten 30 Jahre veranschaulichen westfälische Landschaften, Städte und Dörfer, Landwirtschaft, Handwerk- und Industriekultur, Kunst, Architektur, Brauchtum und nicht zuletzt auch die Menschen und ihren Alltag im Wandel der Zeit. Über 10 Prozent des Bestands können online recherchiert und betrachtet werden.

Das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums hat die Aufgabe, Filmdokumente aus und über Westfalen zu sammeln, zu sichern, zu erschließen und wieder zugänglich zu machen. Seit seiner Gründung Anfang der 1990er Jahre haben zahlreiche Kommunalarchive, Museen, Heimatvereine und andere Institutionen ihre Filme bzw. Filmbestände in den klimatisierten Magazinräumen des LWL-Medienzentrums eingelagert. Im Gegenzug erhalten die Eigentümer eine Umspielung ihrer Schätze auf einem Datenträger, so dass die Filme am Ort ihrer Entstehung präsent bleiben. Über die Editionsreihe „Westfalen in historischen Filmen“[1] werden ausgewählte Filmdokumente für eine breite Öffentlichkeit verfügbar gemacht.

Mit der Medienberatung NRW sowie FILM+SCHULE NRW nimmt das LWL-Medienzentrum für Westfalen im Auftrag des nordrhein-westfälischen Schulministeriums auch landesweite Aufgaben wahr. Zusammen mit dem LVR-Zentrum für Medien und Bildung betreibt das LWL-Medienzentrum den Online-Dienst EDMOND NRW, über den Lehrkräfte kostenlos Bildungsmedien für ihren Unterricht herunterladen können. Seit 2014 ist zudem die sogenannte Pädagogische Landkarte Nordrhein-Westfalen[2] online, die für Schulen ein breites Spektrum außerschulischer Lernorte – vom Museum bis zur biologischen Station – erschließt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Fokus. Nachrichten aus dem LWL-Medienzentrum für Westfalen, 3× jährlich, (als PDF-Dateien).
  • Markus Köster: Medien für Bildung und Kultur. Das LWL-Medienzentrum für Westfalen, in: politik und kultur. Zeitung des deutschen Kulturrates, Nr. 5, Sept./Okt. 2007, S. 35
  • Volker Jakob: Die visuelle Reflexion der Vergangenheit: Film als Bewahrer regionaler Erinnerung – Ein westfälischer Arbeitsbericht in: Diethelm Knauf /Jochen Cordes (Hg.): Bildung – Schule – Medien. Eine Festschrift für Rudi Geisler, Bremen 2004, ISBN 3-86108-551-8, S. 234–244.
  • Ralf Springer: Das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen, in: Hamburger Flimmern. Die Zeitschrift des Film- und Fernsehmuseums Hamburg, Nr. 23/ Nov. 2016, S. 6–9.
  • Markus Köster: Film und Bild als Jugenderzieher. Die Geschichte der Bildstellen in Westfalen (und dem Rheinland) bis 1945 in: Geschichte im Westen 25, 2010, S. 59–87.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Westfalen in historischen Filmen (abgerufen am 6. Juli 2018)
  2. Pädagogische Landkarte Nordrhein-Westfalen (abgerufen 6. Juli 2018)

Koordinaten: 51° 57′ 47,5″ N, 7° 38′ 7,2″ O