Lab-Farbraum

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Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN EN ISO 11664-4
Bereich Farbmetrik
Titel Farbmetrik – Teil 4: CIE 1976 L*a*b* Farbenraum
Kurzbeschreibung: CIELAB-Farbraum
Letzte Ausgabe 2011-07
ISO -
CIELAB Farbraum von oben. Spektralfarben bilden seine äußere Hülle (max. Strahlungsintensität in einem oder mehreren Wellenlängenintervallen).
CIELAB Farbraum von vorn
Abhängigkeit der Luminanz L* von der Wellenlänge[1]
Grün-Rot-Parameter a* über der Wellenlänge[1]
Blau-Gelb-Parameter b* über der Wellenlänge[1]
Diagramm der a*/b*-Ebene.

Der L*a*b*-Farbraum (auch: Lab-Farben, CIELAB, CIEL*a*b*) beschreibt alle wahrnehmbaren Farben. Zu den wichtigsten Eigenschaften des L*a*b*-Farbmodells zählen die Geräteunabhängigkeit und die Wahrnehmungsbezogenheit, das heißt: Farben werden unabhängig von der Art ihrer Erzeugung oder Wiedergabetechnik so definiert, wie sie von einem Normalbeobachter bei einer Standard-Lichtbedingung wahrgenommen werden.

Das Farbmodell ist in der EN ISO 11664-4 „Colorimetry -- Part 4: CIE 1976 L*a*b* Colour space“ genormt. Diese ersetzt in Deutschland die 2011 zurückgezogenene DIN 6174 „Farbmetrische Bestimmung von Farbmaßzahlen und Farbabständen im angenähert gleichförmigen CIELAB-Farbenraum“.

Einführung[Bearbeiten]

Das L*a*b*-Farbsystem geht hervor aus dem CIE-XYZ-Modell der CIE von 1931, das die spektralen Eigenschaften (Intensitätsverläufe im Wellenlängenbereich 380-760nm) der Lichtart, des standardisierten Normalbeobachters und der Remissionseigenschaften der Farbprobe zu den „Farbvalenzen“ (XYZ) miteinander verrechnet, welche die Stärke der Intensität der Reizung der drei Farbrezeptorentypen beschreiben. Das Tristimulusmodell der CIE ist auch bekannt als „CIE-Schuhsohle“. Es fand weite Verbreitung, erwies sich aber auch als unpraktisch für die Bewertung von Farbunterschieden. 1976 wurde daher von der CIE das CIEL*a*b*-Modell veröffentlicht. Hier werden die XYZ-Koordinaten einer rechnerischen Transformation unterzogen, um Bereiche gleichartigen Farbunterschieds um jede Farbe (die sogenannten MacAdam-Ellipsen) zu Kreisen zu verformen. Damit sollten bessere euklidische Abstände gleichwertiger Farbempfindungs-Unterschiede dargestellt werden.

Aufgrund der angestrebten Gleichabständigkeit beschreibt CIEL*a*b* unsere Farbempfindung besser als das Tristimulusmodell (CIE-XYZ). Aufgrund der Einbeziehung der Wahrnehmungskomponente (dem Normalbeobachter) beschreibt es die Farbempfindung besser als RGB, HSB, CMYK oder andere verbreitete mathematische Farbmodelle. Im Gegensatz zu diesen beschreibt es auch alle Farben, nicht nur in der jeweiligen Technik darstellbare Farbraum-Ausschnitte (Gamuts). Als mathematisches Farbmodell ist CIEL*a*b* gemeinfrei und in jeder Hinsicht frei verwendbar.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Das CIELAB-Modell bietet starke Vorteile gegenüber anderen mathematischen oder herstellerseitig fest definierten Systemen.

  • Freie Berechenbarkeit: Die mathematische Definition ermöglicht die freie, stufenlose Berechnung von Farbe und Konvertierung in andere Farbräume.
  • Eindeutige Kommunikation: Angaben wie "Lab 20 30 40" oder "HLC 240 40 22" sind weltweit eindeutig. Sie können an jedem Computer sichtbar gemacht werden. Im Ggs. hierzu werden für Angaben wie z.B. "Himmelblau" stets definierende Ur-Muster benötigt.
  • Wahrnehmungsbezogenheit: Aufgrund der angestrebten visuell-rechnerischen Gleichabständigkeit beschreibt CIEL*a*b* unsere Farbempfindung besser als das Tristimulusmodell (CIE-XYZ). Aufgrund der Einbeziehung der Wahrnehmungskomponente (dem Normalbeobachter) beschreibt es die Farbempfindung besser als RGB, HSB, CMYK oder andere verbreitete mathematische Farbmodelle.
  • Alle Farben: Im Gegensatz zu anderen Modellen definiert CIELAB alle Farben eindeutig, auch solche außerhalb der Gamuts von Ausgabeverfahren. Farbkonvertierungen in CIELAB geschehen verlustfrei.
  • kein kommerzielles Interesse: Die CIE als gemeinnütziger wissenschaftlicher Verein verfolgt in erster Linie Qualitätsinteressen.
  • Urheber- und lizenzfrei: Als mathematisch definiertes Farbmodell ist CIEL*a*b* gemeinfrei, d.h. in jeder Hinsicht frei verwendbar und integrierbar.
  • Weltweite Verbreitung: Das Modell ist heute weltweiter Standard bei der Farbmessung sowie in die Farbauswahl einiger Gestaltungsprogramme (Adobe Creative Cloud, Corel, GIMP u.a.) integriert.

Nachteile des Modells lassen Verbesserungsbedarf erkennen.

  • Dünne Datenbasis: Die Definition der MacAdam-Ellipsen, dem theoretischen Hintergrund der angestrebten Gleichabständigkeit, geschah auf Datenbasis weniger (einzelner) Probanden, ist statistisch nicht signifikant
  • Keine verbindlichen Farbmuster: Es existieren derzeit (2015) keine systematisch-lückenfreien CIELAB-Farbmuster, deren Genauigkeit den Anforderungen der Industrie genügen.
  • Schwer verständlich (Lab): Es fällt auch dem versierten Anwender schwer, sich eine Angabe wie "Lab 20 30 40" konkret als Farbton vorzustellen. (Die Variante HLC ist hingegen leicht verständlich: Schnelle Farbauswahl gemäß "Farbton-Helligkeit-Sättigung".)
  • Unübersichtlicher Farbraum. Je nach Farbbereich sind die Ausprägungen in Helligkeit und Chromazität sehr unterschiedlich. Der Farbraum ist in seiner Gesamtheit im Gegensatz zu einfachen geometrischen Modellen nicht intuitiv erfassbar (hierin spiegelt sich auch die Ungleichförmigkeit unserer Wahrnehmung wider).
  • Lückenhafte Softwareintegration: Die Lab-Farbauswahl ist nicht in vielen Softwares implementiert, stets können verwirrenderweise auch Nicht-Farben erzeugt werden und die einfach verständlichen Farbwerte LCh/HLC lassen sich nur in wenigen Nischenprodukten eingeben.

Koordinatensystem[Bearbeiten]

Jede Farbe im Farbraum ist durch einen Farbort mit den kartesischen Koordinaten {L*, a*, b*} definiert. Die a*b*-Koordinatenebene wurde in Anwendung der Gegenfarbentheorie konstruiert. Auf der a*-Achse liegen sich Grün und Rot gegenüber, die b*-Achse verläuft zwischen Blau und Gelb. Komplementäre Farbtöne stehen sich jeweils um 180° gegenüber, in ihrer Mitte (dem Koordinatenursprung a*=0, b*=0) ist Grau.

Die L*-Achse beschreibt die Helligkeit (Luminanz) der Farbe mit Werten von 0 bis 100. In der Darstellung steht dieses im Nullpunkt senkrecht auf der a*b*-Ebene. Sie kann auch als Neutralgrauachse bezeichnet werden, denn zwischen den Endpunkten Schwarz (L*=0) und Weiß (L*=100) sind alle unbunten Farben (Grautöne) enthalten. Die a*-Achse beschreibt den Grün- oder Rotanteil einer Farbe, wobei negative Werte für Grün und positive Werte für Rot stehen. Die b*-Achse beschreibt den Blau- oder Gelbanteil einer Farbe, wobei negative Werte für Blau und positive Werte für Gelb stehen.

Die a*-Werte reichen von ca. -170 bis +100, die b*-Werte von -100 bis +150, wobei die Maximalwerte nur bei mittlerer Helligkeit bestimmter Farbtöne erreicht werden. Der CIELAB-Farbkörper hat im mittleren Helligkeitsbereich seine größte Ausdehnung, diese ist aber je nach Farbbereich unterschiedlich in Höhe und Größe. Insgesamt ist der CIEL*a*b*-Farbkörper sehr ungleichförmig - siehe Abbildungen.

Bedeutung und Verbesserungen[Bearbeiten]

Das CIEL*a*b*-Farbmodell fand weltweite Verbreitung in allen Bereichen der industriellen Farbpraxis. Farbmessgeräte zeigen üblicherweise L*a*b*-Farbwerte an, in gebräuchlichen Gestaltungsprogrammen (Adobe CC, Corel GS, GIMP und anderen) kann man CIEL*a*b*-Farbwerte direkt eingeben, Farbdifferenzen werden üblicherweise als Euklidischer Abstand der L*a*b*-Werte zweier Farben berechnet und kommuniziert (ΔE).

Im Laufe der Zeit wurden von der CIE weiter verbesserte Farbdifferenzformeln entwickelt, die die Abhängigkeit einer Farbdifferenz vom Farbort und den Betrachtungsbedingungen besser berücksichtigen (ΔE 94, ΔE CMC, ΔE 2000). Diese weiteren Rechenoperationen auf die L*a*b*-Farbwerte können als weitere Verzerrung des CIEL*a*b*-Körpers aufgefasst werden, welcher damit unsere Farbwahrnehmung noch besser beschreibt.

CIEL*a*b* als neutrale Farbinstanz[Bearbeiten]

Der L*a*b*-Farbraum enthält alle Farben in geräteunabhängiger Form. Er erlaubt daher die verlustfreie Konvertierung von Farbinformationen aus einem Farbsystem in ein anderes, von einer Geräteart in eine andere.

Bildbearbeitungssoftwares wie Adobe Photoshop verwenden zur Umrechnung L*a*b* als Referenzfarbsystem. Mittels sogenannter ICC-Profile, in denen eine Tabelle mit einem L*a*b*-Soll/Ist-Vergleich festgelegter Farben hinterlegt ist, kann die Ausgabe von Bilddateien von einem Farbraum in einen anderen oder von einem Ausgabegerät zu einem anderen angepasst werden. So lassen sich z.B. in sRGB angelegte Bilddateien für einen spezifischen RGB-Monitor und Drucker aufbereiten oder in das zum Ausdrucken benötigte CMYK-System umwandeln, beispielsweise als „FOGRA 39" für den Offsetdruck.

  • L*a*b*-Koordinaten werden als Austauschformat zwischen unterschiedlichen Geräten eingesetzt.
  • L*a*b* ist das interne Farbmodell von PostScript Level II.

CIE-Schuhsohle mit dem darin enthaltenen sRGB-Gamut
Um Farbverschiebungen zu vermeiden, wurde das Ausgangsbild links in den Lab-Modus gewandelt, und die Korrekturen (rechts) fanden ausschließlich im L-Kanal statt.
Photoshop ermöglicht die Farbeingabe in Lab-Werten. Im Beispiel wird mit Lab(0;127;0) jedoch eine „Nicht-Farbe“ erzeugt, denn L=0 kann bei realen Farben nur a;b=0 aufweisen.

Farbvalenzen XYZ, Normvalenzen xy, CIE-Normfarbtafel[Bearbeiten]

Nach Rösch (1928) ist der CIE-XYZ-Farbraum ein dreidimensionaler Raum, bei dem immer kleinere hufeisenförmige Gebilde sich nach oben zum Weißpunkt hin verjüngen. Um der damals wenig praktikablen Dreidimensionalität der Darstellung aus dem Wege zu gehen, hat man bezüglich der grafischen Darstellung eine einfache Lösung gefunden: Man setzt den gesamten Farbeindruck stets gleich 100%, unabhängig ob die Farbe hell oder dunkel oder stark gesättigt ist. Sodann lassen sich die einzelnen Normfarbwerte (xyz) als Anteil an der Gesamtfarbe (Farbvalenz) angeben. Damit lassen sich alle Farben in einem zweidimensionalen xy-Diagramm (da z=1-x-y) unterbringen, als „Normfarbtafel“ bezeichnet oder als „CIE-Schuhsohle“ (englisch „horseshoe“/Hufeisen) bekannt. Hierin sind alle Farben enthalten, die Darstellung der „Schuhsohle“ ist jedoch stets auf die jeweiligen farbtechnischen Möglichkeiten des Ausgabeverfahrens, den „Gamut“ beschränkt. Anzumerken ist deshalb, dass daher in der nebenstehenden Abbildung der außerhalb des sRGB-Dreiecks liegende Bereich zu wenig gesättigt gezeigt wird.

Der äußere obere Kurvenzug der Schuhsohle repräsentiert die Spektralfarben, welche die maximal erreichbaren Farbintensitäten darstellen. Bei ihnen herrscht maximales Licht in einem einzigen Wellenlängenintervall, sowie kein Licht in den anderen. In der unteren geraden Verbindung, der „Purpurgerade“, fallen maximale Intensitäten des Spektrum-Anfangs und des -Endes zusammen. Die enge Verwandtschaft des Spektralfarbenzugs zum CIEL*a*b*-Farbkreis ist erkennbar.

Der XYZ-Farbraum und die xy-Schuhsohle sind nicht perzeptiv gleichabständig. Der zahlenmäßig gleiche Farbabstand zwischen zwei Punkten mit gleicher Entfernung vom Weißpunkt wird in verschiedenen Bereichen der Farbtafel nicht als gleichwertiger Farbunterschied wahrgenommen. Daher ist dieser Farbraum als allgemeingültiger Farbmaßstab, analog dem Metermaß aus dem Längenbereich, ungeeignet.

Der L*a*b*-Raum will diesen Nachteil überwinden. Hierfür wird der XYZ-Farbraum durch mathematische Transformationen wahrnehmungsgerecht verzerrt.

Umrechnung von XYZ zu Lab[Bearbeiten]

Je nach Beobachterwinkel und Lichtart sind unterschiedliche Normvalenzen bei der Berechnung zu berücksichtigen. Der Beobachterwinkel von 2° entspricht dem Normalbeobachter der CIE von 1931, der Winkel von 10° entspricht dem CIE-Normalbeobachter von 1976. Die 2° ergaben sich aus der Fläche der besten Farbensicht im Auge, 10° gelten als Blickwinkel eines A4-Blattes in (üblichem) Betrachtungsabstand. Im amerikanischen Raum wird bevorzugt die Lichtart D50 = 5000K gewählt (direkte Sonnenstrahlung), in Europa üblicherweise nach EN-Norm die Normlichtart D65 = 6500K (bedeckter Himmel bei Abmusterung am Nordfenster). Nachstehend die jeweiligen XnYnZn-Werte, welche in die Berechnungsformeln einzutragen sind. (Quelle: EasyRGB)

Lichtart Xn(2°) Yn(2°) Zn(2°) Xn(10°) Yn(10°) Zn(10°)
D50 96,422 100 82,521 96,720 100 81,427
D65 95,047 100 108,883 94,811 100 107,304
Helligkeit
 L^* = 116 \cdot \sqrt[3]{\frac{Y}{Y_n}} - 16
Grün−Rot
 a^* = 500 \cdot \left(\sqrt[3]{\frac{X}{X_n}} - \sqrt[3]{\frac{Y}{Y_n}}\;\right)
Gelb−Blau
 b^* = 200 \cdot \left(\sqrt[3]{\frac{Y}{Y_n}} - \sqrt[3]{\frac{Z}{Z_n}}\; \right)

Die Faktoren 500 bzw. 200 sollen die resultierenden Werte für a* und b* in die gewohnten Größenordnungen bringen, die auch zum maximalen L* von 100 passen.

Für kleine Werte
 \frac{P}{P_n} < \frac{216}{24389} \approx 0{,}008\,856

wird die dritte Wurzel durch die folgende Beziehung ersetzt:

 \frac{1}{116} \cdot \left(\frac{24389}{27} \cdot \frac{P}{P_n} + 16 \right)

dabei steht P je für X, Y, Z.

Umrechnung von Lab zu LCh (HLC)[Bearbeiten]

Eine CIELAB Farbe kann in kartesischen Koordinaten (Lab) und in Polarkoordinaten (LCh, HLC) angegeben werden. Blick von oben auf die a/b-Ebene der betr. Helligkeit.

Dieser CIELAB-Farbkreis zeigt für ΔHue=10 die jeweils in CMYK erreichbare höchste Chromazität.

Der LCh-Farbraum mit den Koordinaten (L*C*h°) entspricht dem Lab-Farbraum, in dem die kartesischen Koordinaten a* und b* als Polarkoordinaten C* (Abstand vom Ursprung) und h° (Winkel zur a-Achse) angegeben werden. Hierdurch wird eine CIELAB-Koordinate anschaulicher: h° kann als Basisfarbe (Hue) interpretiert werden und C als deren Intensität (Chroma, Chromazität).

Aus L*a*b* lassen sich Buntheit C* und Farbton h° wie folgt berechnen:

Farbton (Hue)

 h^o_{ab} = \arctan \frac {b^*}{a^*}\

Buntheit (Chroma)

 C^*_{ab} = \sqrt{(a^*)^2 + (b^*)^2}

Helligkeit (Lightness)

 L^*_{Lab} = L^*_{LCh}

Für diese Darstellung sind die Schreibweisen LCh, LCH oder HLC gebräuchlich. In letzterer kommt die übliche Reihenfolge bei der Farbauswahl (Farbton-Helligkeit-Sättigung) zum Ausdruck. Der in zahlreichen Computerprogrammen genutzte HSB/HSL-Farbraum unterscheidet sich grundsätzlich von diesem HLC-Raum. Zwar wird jener ebenfalls mit „Farbton, Sättigung, Helligkeit“ interpretiert, er ist aber durch Umrechnung der technisch begründeten RGB-Definition weniger wahrnehmungsgerecht.

Umrechnung von RGB zu Lab[Bearbeiten]

Farbräume sind komplexe mathematische Körper und die Umrechnung ist entsprechend systembezogen. RGB ist immer gerätespezifisch und Lab ist wahrnehmungsorientiert. Zudem umfasst der L*a*b*-Farbraum einen größeren Farbumfang als jeder (technisch fassbare) RGB-Farbraum. So muss bei Lab->RGB Berechnungen geklärt sein, wie die außerhalb des (RGB-)Zielfarbraums liegenden Farben in diesen projiziert werden (Gamut Mapping).

Eine Transformation des jeweils vorliegenden RGB-Farbraums in den L*a*b*-Farbraum wird über den CIE 1931-Farbraum (XYZ-Koordinaten) geführt, wodurch zunächst Geräteunabhängigkeit erreicht wird. Als Beispiel folgen die Umrechnungsformeln von sRGB zu XYZ.

 \begin{align}
X &\,=\, 0{,}4124564\cdot R \,+\, 0{,}3575761\cdot G \,+\, 0{,}1804375\cdot B\\
Y &\,=\, 0{,}2126729\cdot R \,+\, 0{,}7151522\cdot G \,+\, 0{,}0721750\cdot B\\
Z &\,=\, 0{,}0193339\cdot R \,+\, 0{,}1191920\cdot G \,+\, 0{,}9503041\cdot B
\end{align}

Aus diesen ermittelten XYZ-Werten werden die Lab-Werte errechnet.

Farbbeispiele[Bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die äußerst möglichen sRGB- und CMYK-Farben für 36 Hue-Werte in 10er-Schritten (Hue=10…360, siehe nebenstehender Farbkreis). Der verwendete Hex-RRGGBB-Farbcode wird angezeigt, wenn der Mauszeiger auf das Feld „Farbmuster“ geführt wird.

Äußerste RGB- und CMYK-Farben
sRGB H L C L* a* b* R G B CMYK-Vorschau H L C L* a* b* C M Y K
10 55 80 55 78,8 13,9 248 29 112 10 50 75 50 73,9 13,0 2 96 31 1
20 55 85 55 79,9 29,1 252 51 88 20 50 75 50 70,5 25,7 3 94 53 1
30 55 90 55 77,9 45,0 252 30 60 30 50 80 50 69,3 40,0 3 94 73 1
40 55 105 55 80,4 67,5 255 16 13 40 50 80 50 61,3 51,4 8 88 92 1
50 60 95 60 61,1 72,8 250 87 0 50 60 75 60 48,2 57,5 3 69 88 0
60 65 85 65 42,5 73,6 243 123 0 60 60 75 60 37,5 65,0 10 63 100 2
70 75 85 75 29,1 79,9 255 163 0 70 70 75 70 25,7 70,5 6 46 94 1
80 80 80 80 13,9 78,8 249 187 21 80 75 80 75 13,9 78,8 9 33 99 1
90 90 85 90 0,0 85,0 255 224 32 90 85 90 85 0,0 90,0 7 13 99 0
100 95 90 95 -15,6 88,6 245 247 24 100 80 80 80 -13,9 78,8 28 7 98 0
110 95 95 95 -32,5 89,3 215 255 13 110 75 70 75 -23,9 65,8 43 3 95 0
120 90 95 90 -47,5 82,3 166 249 29 120 70 65 70 -32,5 56,3 55 2 92 0
130 90 105 90 -67,5 80,4 106 255 34 130 60 65 60 -41,8 49,8 72 9 100 1
140 85 95 85 -72,8 61,1 25 245 83 140 60 65 60 -49,8 41,8 77 2 96 0
150 85 80 85 -69,3 40,0 0 244 131 150 55 65 55 -56,3 32,5 87 6 94 1
160 85 70 85 -65,8 23,9 0 243 163 160 50 70 50 -65,8 23,9 99 7 92 1
170 90 60 90 -59,1 10,4 48 255 205 170 50 65 50 -64,0 11,3 99 8 76 1
180 90 55 90 -55,0 0,0 46 255 224 180 50 60 50 -60,0 0,0 99 9 64 1
190 90 50 90 -49,2 -8,7 64 253 242 190 50 60 50 -59,1 -10,4 100 9 54 1
200 90 50 90 -47,0 -17,1 47 252 255 200 50 60 50 -56,4 -20,5 100 9 42 2
210 85 45 85 -39,0 -22,5 67 234 253 210 55 55 55 -47,6 -27,5 96 6 31 1
220 80 45 80 -34,5 -28,9 53 217 251 220 55 60 55 -46,0 -38,6 100 5 17 0
230 75 45 75 -28,9 -34,5 44 201 246 230 60 60 60 -38,6 -46,0 93 1 4 0
240 70 50 70 -25,0 -43,3 0 187 249 240 55 60 55 -30,0 -52,0 95 16 0 0
250 70 50 70 -17,1 -47,0 52 183 255 250 45 55 45 -18,8 -51,7 99 39 0 0
260 65 55 65 -9,6 -54,2 44 166 255 260 45 50 45 -8,7 -49,2 90 47 0 0
270 55 65 55 0,0 -65,0 0 136 245 270 40 50 40 0,0 -50,0 91 59 0 0
280 50 75 50 13,0 -73,9 14 117 248 280 35 50 35 8,7 -49,2 92 71 0 0
290 40 95 40 32,5 -89,3 0 81 245 290 30 50 30 17,1 -47,0 92 81 2 0
300 30 125 30 62,5 -108,3 0 21 250 300 30 50 30 25,0 -43,3 84 86 3 1
310 45 115 45 73,9 -88,1 155 33 255 310 30 55 30 35,4 -42,1 78 92 0 1
320 50 110 50 84,3 -70,7 203 0 244 320 35 55 35 42,1 -35,4 63 91 0 0
330 60 105 60 90,9 -52,5 255 18 239 330 40 55 40 47,6 -27,5 49 89 1 0
340 60 90 60 84,6 -30,8 255 42 202 340 40 60 40 56,4 -20,5 91 94 4 1
350 55 85 55 83,7 -14,8 247 0 161 350 45 70 45 68,9 -12,2 21 97 2 0
360 55 80 55 80,0 0,0 246 27 136 360 50 75 50 75,0 0,0 3 96 0 0

Anmerkungen zur Tabelle „Äußerste RGB- und CMYK-Farben“

  • Die L/C-Genauigkeit liegt bei 5.
  • Entsprechend der Überlegung, dass z.B. Blau dunkler ist als Gelb, weisen die „äußersten“ Farben unterschiedliche Helligkeiten auf.
  • Vor allem im Gelb-/Orange- und im Blau-/Grünbereich weichen die verfügbaren Farbbereiche (Gamuts) stark voneinander ab.
  • Die CMYK-Vorschau zeigt ein zu erwartendes Druckergebnis
  • Farbkonvertierungen erfolgten mit Adobe Photoshop, RGB ICC Profil: sRGB IEC61966-2.1, CMYK ICC Profil: FOGRA39 (ISO 12647-2:2004)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Der spektrale Hintergrund ist nur symbolisch und dekorativ und deckt sich nicht unmittelbar mit den Spektralfarben der zugehörigen Wellenlänge.