Lambrusco Grasparossa

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Lambrusco Grasparossa
Synonyme Graspa Rossa – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe schwarz
Verwendung
Herkunft Italien
bekannt seit 1867
VIVC-Nr. 6692
Liste von Rebsorten

Lambrusco Grasparossa ist eine Rotweinsorte, die eine von vielen Varietäten aus der Familie der Lambruscos ist.[1] Sie wird für perlenden Rot- und Roséwein (Frizzante oder Perlwein) in der italienischen Region Emilia-Romagna verwendet.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist eine autochthone Rotweinsorte von Italien. Sie gilt als die am aromatischsten schmeckende der zahlreichen Lambrusco-Sorten.

Laut DNA-Analysen (2005) wurden die früher als eigenständig geltenden Lambrusco Grasparossa und Lambrusco di Castelvetro als identisch erkannt.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte ist hauptsächlich in der Provinz Reggio Emilia weit verbreitet, wird aber auch in Bologna, Mantua und Parma angebaut.

Die bestockte Fläche betrug 2010 in Italien 2726 ha, weltweit 2738 ha.[2]

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist weißwollig behaart. Die grünen Jungblätter sind spinnwebig behaart und bronzefarben gefleckt (Anthocyanflecken).
  • Die mittelgroßen Blätter (siehe auch den Artikel Blattform) sind dreilappig oder ungelappt und kaum gebuchtet. Die Stielbucht ist V-förmig offen. Das Blatt ist stumpf gezahnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten groß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist kaum blasig. Im Herbst färbt sich das Laub rötlich.
  • Die meist kegelförmige Traube ist meist geschultert, mittelgroß und lockerbeerig. Die ovalen Beeren sind mittelgroß und von bläulich-schwarzer Farbe. Die Schale der Beere ist ausgesprochen stark und fest.

Reife: ca. 35 Tage nach dem Gutedel und ist damit spät reifend. In der Emilia-Romagna wird das Lesegut Ende September bis Anfang Oktober eingeholt.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wüchsige Sorte liefert gleichmäßig hohe Erträge, da die Sorte aufgrund der starken Beerenschale sehr krankheitsresistent ist.

Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weine sind tannin-, alkohol- und körperreich und besitzen intensive Aromen. Verwendet werden sie für Stillweine und Schaumweine.

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Agraguscia, Agroguscia, Graspa Rossa, Grasparossa, Groppello Grasparossa, Lambrusca di Castelvetro, Lambrusco di Spezzano, Refosca, Scorza Amara, Scorzamara.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der Vitis-Datenbank sind derzeit 18 Lambrusco Sorten gelistet – Juli 2016
  2. K. Anderson, N. R. Aryal: Database of Regional, National and Global Winegrape Bearing Areas by Variety, 2000 and 2010, Wine Economics Research Centre, University of Adelaide, December 2013 (first revision April 2014) (second revision May 2014) (third revision July 2014).
  3. Lambrusco Grasparossa in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch), abgerufen am 10. April 2020