Landesstraße 419

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Parkstraße an der ehemaligen Diedenhofen-Kaserne vor dem Ausbau im Frühjahr 2009

Die Landesstraße 419 (Nordrhein-Westfalen) ist eine kurze, aber verkehrstechnisch bedeutende Landesstraße im südöstlichen Stadtgebiet von Wuppertal. Ein Teilstück der Straße wird in Zukunft als autobahnähnliche Straße ausgebaut.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße beginnt im Norden an der Bundesstraße 7 am Wupperfelder Markt und führt Richtung Süden teilweise steil ansteigend zum Lichtscheid, wo sie mit fast 350 Höhenmetern ihren höchsten Punkt erreicht. In diesem nördlichen Abschnitt ist sie in erster Linie eine innerstädtische Verbindungsstraße, die teilweise durch Wohngebiete, aber auch durch den Barmer Wald verläuft und mehrere offizielle städtische Straßennamen trägt (Brändströmstraße, Untere Lichtenplatzer Straße bzw. Obere Lichtenplatzer Straße). Bis zum Lichtscheid wird dabei ein Höhenunterschied von etwa 180 Metern überwunden. Am Verkehrsknotenpunkt Lichtscheid bestehen Anschlüsse zur Landesstraße 417 (Ronsdorfer Straße), zur Landesstraße 418 und zur Kreisstraße 21 (Oberbergischen Straße). Ab dem Lichtscheid verläuft die Straße zunächst eben in östliche Richtung als Parkstraße am nördlichen Rand von Ronsdorf entlang bis zur Kreuzung bei Ronsdorf-Erbschlö, wobei sie die Ronsdorfer Anlagen tangiert.

Hinter Erbschlö führt die Straße weiter Richtung Osten absteigend bis zur Blombachtalbrücke, hinter der sie an der Landesstraße 58 (ehemals Bundesstraße 51) bei Ronsdorf-Linde endet. Von hier ist die Autobahnauffahrt „Wuppertal-Ronsdorf“ knapp zwei Kilometer entfernt.

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Parkstraße an der Einmündung zur Staubenthaler Straße vor dem Ausbau im Frühjahr 2009

Die gesamte Landesstraße ist bisher noch in jeder Richtung einspurig ausgebaut und besitzt mehrere Ampelanlagen (auch Fußgängerampeln). Sämtliche Kreuzungen und Einmündungen sind niveaugleich. Lediglich am Lichtscheid besteht ein erweiterter Kreisverkehr unterhalb des „Überfliegers“ am Lichtscheider Wasserturm, der mittlerweile auch durch Ampeln geregelt wird.

Im Jahr 1999 nutzten rund 40.300 Fahrzeuge pro Tag den Streckenabschnitt zwischen Lichtscheid und der Einmündung zur Staubenthaler Straße. Im Abschnitt Staubenthaler Straße bis zur Einmündung Erbschlöer Straße wurden bei der gleichen Verkehrsbeobachtung 25.000 Fahrzeuge gezählt.[1]

Um die Planungen des Umbaus der L 419 nicht der allein der Stadt Wuppertal zu überlassen, wurde im Jahr 2011 die Bürgerinitiative "Ausbau L 419" gegründet. Durch die aktive Beteiligung der Bürger soll der Umbau kostengünstig aber auch unter Berücksichtigung des Lärmschutzes gebaut werden. Die Bürgerinitiative fordert einen kreuzungsfreien Ausbau der Erbschlöer Str. und Staubenthaler Str. mit aktivem Lärmschutz, sowie den gleichzeitigen Ausbau mit Anschluss an die A1. Um den Lärmschutz der Anwohner im Nahbereich zu gewährleisten muss die Trasse auf etwas 4,75 m unter die Oberfläche gelegt werden. Dadurch können die Querungen niveaugleich ausgeführt werden, was gleichzeitig zur Kostenminimierung beiträgt. Die Pläne für den Ausbau sollen bis Ende Juni dem Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal vorgelegt werden.

Am 27. April 2017 hat der Landesbetrieb Straßen.NRW den Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den 1. Bauabschnitt, welcher vom Überflieger in Lichtscheid bis nach Erbschlö verläuft, bei der Bezirksregierung Düsseldorf gestellt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straße in heutiger Wegführung wurde im Nordteil bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trassiert, einzelne Abschnitte sind aber durchaus älter. Im südlichen Teil verläuft die Trasse ebenfalls auf älteren Straßen, die bereits 1715 auf der Topographia Ducatus Montani des Kartografen Erich Philipp Ploennies eingezeichnet sind. Ein alter asphaltierter Teilabschnitt dient heute als Spazierweg in den Ronsdorfer Anlagen. Der südöstliche Abschnitt zwischen Lichtscheid und Wuppertal-Linde wurde in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem Autobahnzubringer ausgebaut, der mittels der Blombachtalbrücke das tief eingeschnittene Tal des Blombachs überwand, um auf der anderen Seite ebenerdig Anschluss an die Bundesstraße 51 zu finden. Die alte Streckenführung zuvor bestand nur aus einem schmalen Fahrweg im Tal des Erbschlöer Bachs, der durch den „Ronsdorfer Wald“ und das Blombachtal nach Werbsiepen führte und heute noch als Fußweg vorhanden ist.

Die bis in die 1960er Jahre zurückreichenden Planungen einer überregionalen Schnellstraßenverbindung (der durchgehenden Südtangente) sahen damals in erster Linie eine schnelle Anbindung der mittlerweile aufgegebenen und nunmehr nicht mehr militärisch genutzten vier an der Schnellstraße gelegenen Wuppertaler Kasernen mit den benachbarten Bundesautobahnen 1 und 46 vor. Hierzu sollten die Landesstraßen 418 und 419 entsprechend ausgebaut werden.

Allererste Planungen bestanden bereits ansatzweise seit der NS-Zeit, um „ein schnelleres Abrücken“ der in der Garnison stationierten Wehrmachteinheiten im Kriegsfall zu ermöglichen. Einige erste Arbeiten hierzu waren kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bereits im Gange, wurden bei Kriegseinbruch aber eingestellt.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Lichtscheid und der Bundesautobahn 1 soll die Landesstraße 419neu als Teilprojekt der Wuppertaler Südtangente in den nächsten Jahren vierspurig ausgebaut werden und nicht mehr über die Blombachtalbrücke verlaufen, sondern direkt über den „Abstieg Blombach“ einen eigenen Anschluss an die Bundesautobahn 1 erhalten. Die projektierte Trasse durch das Gewerbegebiet Blombach wurde dazu von Anfang an von Bebauung freigehalten und die Ein- und Ausfädelungen auf die Bundesautobahn 1 wurden bei deren Verbreiterung auf drei Fahrstreifen bereits gegründet.

Das neu entstehende Autobahndreieck wird in unmittelbarer Nachbarschaft nördlich der Anschlussstelle Wuppertal-Ronsdorf erbaut werden. Als Namen der geplanten Abfahrten sind bisher „Ronsdorf-West/Engineering Park“, „Ronsdorf-Ost/Erbschlö“ und „Blombach“ in Diskussion. Die sogenannte Technologieachse Süd soll mittelfristig eine direkte, kreuzungsfreie und vierspurig ausgebaute Verbindung von der A 46 am Sonnborner Kreuz durch den Burgholztunnel und entlang den neuen Industrie- und Technologiezentren auf den Südhöhen zur A 1 herstellen. Die L 418 und die L 419 werden hierbei zu einer durchgehenden Verbindungsstraße verknüpft, die je nach Unterhaltungsträgerschaft zu einer Bundesstraße oder Bundesautobahn (womit der Wuppertaler Autobahnring realisiert wäre) herauf gestuft werden oder beim Bundesland Nordrhein-Westfalen als Landesstraße verbleiben.

Kunstbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße 419 hat als markanteste Kunstbauwerke den Überflieger am Lichtscheid sowie die Blombachtalbrücke aufzuweisen. Wird der weitere Ausbau mit dem „Abstieg Blombach“ realisiert, kommen sicherlich noch weitere Brückenbauwerke hinzu wie unter anderem die dann unbedingt erforderlichen Brücken über die A 1 aus Richtung Hagen und Remscheid.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gewerbepark auf dem Gelände der ehemaligen Generaloberst-Hoepner-Kaserne Sitzung der Bezirksvertretung Ronsdorf am 2. März 2004 PDF-Datei
  2. [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landesstraße 419 (North Rhine-Westphalia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien