Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung

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Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: rechtlich selbstständig
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Müncheberg
Außenstellen: Dedelow, Paulinenaue
Art der Forschung: Angewandte Grundlagenforschung
Fächer: Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften
Fachgebiete: Agrarwissenschaften, Klimatologie, Ökologie
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Frank Ewert
(Wiss. Direktor)
Cornelia Rosenberg
(Admin. Direktorin)
Mitarbeiter: ca. 330 (2019)
Homepage: http://www.zalf.de
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., historisches Hauptgebäude nach der Renovierung im Jahr 2019
ZALF-Versuchswesen bei Dedelow mit Gasmesshauben und Portalkran

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. in Müncheberg ist eine Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft. Die Arbeiten des ZALF dienen der Erklärung von Wirkungszusammenhängen in Agrarlandschaften, um der Gesellschaft die Wissensgrundlagen für eine nachhaltige Nutzung bereitzustellen.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der satzungsgemäße Auftrag des ZALF besteht in der wissenschaftlichen Erforschung von Ökosystemen in Agrarlandschaften und der Entwicklung ökologisch und ökonomisch tragfähiger Landnutzungssysteme. Für das ZALF arbeiten etwa 333 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand: Dezember 2019) in drei Programmbereichen, zwei Forschungsplattformen und einer Experimentellen Infrastrukturplattform mit ca. 150 ha Gesamtversuchsfläche an den Standorten Müncheberg, Dedelow und Paulinenaue.

Mit seiner interdisziplinären Forschung dient das ZALF laut Satzung dem Gemeinwohl durch die Kombination von anwendungsorientierter Grundlagenforschung und der Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen an relevante Bevölkerungs-, Fach- und Wirtschaftskreise. Die Forschung am ZALF zielt insbesondere auf

  • Klimawandel
  • Ernährungssicherung
  • Erhalt der Biodiversität und
  • Ressourcenknappheit.

Das Leitziel des ZALF ist es, natur-, ingenieur- und gesellschaftswissenschaftliche Wirkungszusammenhänge in Agrarlandschaften auf unterschiedlichen Systemebenen aufzuklären und Lösungsvorschläge für eine nachhaltige Nutzung zu entwickeln.

Instrumentiertes Soll in norddeutscher Agrarlandschaft
CarboZALF Experimentalfläche in der Nähe von Dedelow

Die Arbeit des Forschungszentrums orientiert sich dabei an drei Dimensionen:

  1. Landschaftsprozesse: Wie funktionieren Agrarlandschaften?
  2. Landnutzung und Governance: Wie können wir Agrarlandschaften nachhaltig gestalten?
  3. Synthese der Landschaftsforschung: Wie sehen Agrarlandschaften der Zukunft aus?

Die thematische Arbeit in den Programmbereichen wird über die Forschungsplattformen „Daten“ sowie „Modelle & Simulation“ unterstützt und verbunden, die jeweils Forschung und Dienstleistungen miteinander kombinieren. Die zahlreichen feld- und landschaftsbezogenen ZALF-Forschungsinfrastrukturen sind in der „Experimentellen Infrastrukturplattform“ (EIP) gebündelt.

Das ZALF kooperiert beim Mückenatlas[1] mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Institut für Infektionsmedizin (Riems) (IMED).

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Programmbereich 1 „Landschaftsprozesse“
  • Programmbereich 2 „Landnutzung und Governance“
  • Programmbereich 3 „Synthese der Landschaftsforschung“
  • Forschungsplattform „Daten“
  • Forschungsplattform „Modelle & Simulation“
  • Experimentelle Infrastrukturplattform

Das zeitweise angegliederte Deutsche Entomologische Institut gehört seit 2009 zum Forschungsverbund des Forschungsinstituts Senckenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der steinige und sandige Boden sowie die niederschlagsarmen klimatischen Bedingungen im Osten Deutschlands führten Erwin Baur 1928 zur Gründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Züchtungsforschung[2] in Müncheberg, östlich von Berlin. Primärziel war die Züchtung von widerstandsfähigeren und anspruchsloseren Nutzpflanzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Einrichtung in die Zentralforschungsanstalt für Acker- und Pflanzenbau und ab 1970 in das Forschungszentrum für Bodenfruchtbarkeit der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR überführt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das ZALF im Jahr 1992 in der Rechtsform eines gemeinnützigen, eingetragenen Vereins neu gegründet als Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung e. V. Auf Empfehlung des Wissenschaftsrates wurde es in die Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste (AG-BL) aufgenommen, aus der später die Leibniz-Gemeinschaft hervorging.

Aktuell wird das ZALF von seinen Vorstandsmitgliedern Frank A. Ewert (Wissenschaftlicher Direktor) und Cornelia Rosenberg (Administrative Direktorin) geleitet. Die Grundfinanzierung bestreiten zu gleichen Teilen das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Auf dem Gelände des ZALF in Müncheberg befindet sich auch eine Obstbauversuchsstation unter der Leitung von Hilmar Schwärzel. Diese ist eine Außenstelle des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) mit einer Sortensammlung von 1.000 Sorten auf 4.000 Einzelbäumen verteilt.[3] Am 2. Mai 1992 nahm die ZALF-Ausgründung Umwelt-Geräte-Technik GmbH (UGT) mit Sitz in Müncheberg ihre Tätigkeit auf. Die Unternehmensgründer Manfred Seyfarth und Bernd Fürst machten sich mit ihrem Team im wissenschaftlichen Gerätebau, u. a. mit der Fertigung von PE-HD-Lysimeter-Stationen, selbständig.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite Mückenatlas.de. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  2. Normdaten des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Züchtungsforschung in der Deutschen National Bibliothek. Abgerufen am 14. Februar 2017.
  3. LELF-Obstbauversuchsstation präsentiert sich im Rahmen von "90 Jahre Forschung in Müncheberg" vom 25. September 2018.
  4. https://www.ugt-online.de/home/chronik