Paulinenaue

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Paulinenaue führt kein Wappen
Paulinenaue
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Paulinenaue hervorgehoben
Koordinaten: 52° 41′ N, 12° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Friesack
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 31,6 km²
Einwohner: 1238 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14641
Vorwahl: 033237
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 228
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 22
14662 Friesack
Bürgermeister: Erhard Hesse (SPD)
Lage der Gemeinde Paulinenaue im Landkreis Havelland
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Über dieses Bild

Paulinenaue ist eine zum Amt Friesack gehörende Gemeinde im Landkreis Havelland im Land Brandenburg. Zu Paulinenaue gehört der Ortsteil Selbelang mit den bewohnten Gemeindeteilen Bienenfarm, Kamerun und Lindholzfarm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Paulinenaue liegt auf einer Talsandinsel im Havelländischen Luch. Die erste urkundliche Erwähnung der Gemarkung erfolgte im Jahr 1390. Im 16. Jahrhundert werden Viehhöfe der Gebrüder von Bardeleben im Lindholz erwähnt. Aus der ursprünglich zu Selbelang gehörenden „Bardelebenschen Meierei“ entwickelte sich nach Verkauf im 19. Jahrhundert unter dem Patronat des Pessiner Landadligen Friedrich Wilhelm von Knoblauch (1798–1852) der Ort Paulinenaue. Namensgeberin war 1833 von Knoblauchs Braut Pauline von Bardeleben (1811–1884). Ab der Einrichtung eines Haltepunktes auf der Berlin-Hamburger Eisenbahn 1847 wurde die Geschichte Paulinenaues in erster Linie durch die Eisenbahn bestimmt. Zu dem Zeitpunkt standen hier nur etwa zehn Häuser. Vom 1880 bis 1970 war der Bahnhof zudem Endstation der Paulinenaue-Neuruppiner Eisenbahn sowie von 1900 bis 1924 Haltepunkt an der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen. Gute Absatzmöglichkeiten und (besonders für den Erdbeeranbau) günstige Standortfaktoren beförderten nach einer Luchmelioration zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Ansiedlung einiger Gartenbaubetriebe.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war Paulinenaue Forschungsstandort. Hans Goldschmidt, der Erfinder des Thermitverbundschweißverfahrens, betrieb als Gutsbesitzer von 1918 bis zu seinem Tod hier eine Forschungswerkstatt mit Schweißerei und Tischlerei. Nachhaltig prägte das 1949 von Eilhard Alfred Mitscherlich gegründete Landwirtschaftsinstitut die Entwicklung des Ortes.[2] In den Jahren nach der Wiedervereinigung zerfiel das Institut in mehrere Einzeleinrichtungen.

1912 war Paulinenaue zum eigenen Gutsbezirk und 1924 zur selbstständigen Gemeinde geworden. Mit Wirkung vom 26. Oktober 2003 wurde das Nachbardorf Selbelang im Zuge der Gemeindegebietsreform ein Ortsteil von Paulinenaue.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 150
1890 155
1910 300
1925 565
1933 701
1939 713
1946 1 053
1950 1 144
1964 994
1971 1 092
Jahr Einwohner
1981 1 173
1985 1 209
1989 1 218
1990 1 196
1991 1 168
1992 1 161
1993 1 174
1994 1 171
1995 1 181
1996 1 148
Jahr Einwohner
1997 1 110
1998 1 126
1999 1 081
2000 1 058
2001 1 031
2002 1 021
2003 1 337
2004 1 331
2005 1 328
2006 1 310
Jahr Einwohner
2007 1 287
2008 1 271
2009 1 242
2010 1 209
2011 1 214
2012 1 209
2013 1 198
2014 1 233

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Paulinenaue besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhard Hesse (SPD) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 83,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[7] gewählt.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Paulinenauer Gutshof wurde in seiner heutigen Ausdehnung unter Einbezug älterer Meiereigebäude in den 1830er Jahren angelegt und in der Zeit des Ersten Weltkriegs modernisiert. Sehenswert sind hier das Herrenhaus (1833, aufgestockt 1914/17, saniert 2009/10), Allee und Park, die Stallgebäude und der Speicher (1925). Besonders ortsbildprägend ist das klassizistische Empfangsgebäude in der ehemaligen Eisenbahnkolonie (1847, erweitert 1883). Diese Objekte sind wie die Kirche (1931/32) und ein Wandbild im Speisesaal des ehemaligen Mehrzweckgebäudes aus den 1970er Jahren denkmalgeschützt.[9]

In Selbelang stehen die Kirche, die Parkanlagen und ein Viertelmeilenstein unter Denkmalschutz.

Bilder aus Paulinenaue[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Paulinenaue liegt an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg, die vom Regionalexpress RE 2 zwischen Wismar, Berlin und Cottbus bedient wird.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[10] 721 720 710 688 685 687 690
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 560 566 572 569 564 568 576

Der „Havelland-Radweg“ durchquert den Ort und trifft am Bahnhofsgebäude auf den hier beginnenden Radweg „Stille Pauline“ nach Fehrbellin.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Günther Wacker: Paulinenaue: eine Ortschronik aus dem Havelland. Paulinenaue 1984 (Onlineversion 2003)
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 18–21
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  7. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  9. Landesdenkmalliste (PDF; 234 kB), Stand: 31. Dezember 2010
  10. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paulinenaue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien