Leiterbandmuster

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QS Vor- und Frühgeschichte
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Randständiges Leiterbandmuster auf einer Fibel des Goldhortes von Gessel

Leiterbandmuster sind eine Verzierungstechnik der Bronze- und Eisenzeit, bei der leiterartige Linien, sowohl mit geraden als auch mit schräg verlaufenden Leitersprossen, insbesondere Arm-[1] und Halsringe,[2] aber auch andere Bronzen schmücken. Auch bei einigen Felsritzungen (Felsbilder des Valcamonica, Val Meravigglie, Santiago de Compostela) kommen Leiterbänder vor. Zum Kollektivgrab Odagsen III in Niedersachsen gehört ein vermutlich neolithischer Leiterbandstein. Der so verzierte Stein ist im Foyer des Städtischen Museums Einbeck aufgestellt.[3]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Hügelgräberkultur hergestellte Feinkeramik war mit eingeritzten Leiterbandmustern versehen. Zur Grabausstattung der „Dame von Deutsch Evern“ gehört ein Halsringsatz mit schrägem Leiterbandmuster.[4] In der Lüneburger Gegend zeigen viele Funde, besonders Halsringe, ein schräges Leiterbandmuster. Von den in Polen gefundenen Arm- und Beinbergen trägt ein Exemplar ebenfalls ein schräges Leiterbandmuster, auch in Mecklenburg sind schräge Leiterbandmuster ein häufiges Ornament.[5] In Offenbach-Rumpenheim wurde ein Anhänger gefunden, der mittels dreier Ringe an einem kleinen Halsring mit schrägem Leiterbandmuster angebracht ist. Ein Blechgürtel mit getriebenem Leiterbandmuster stammt aus der Hallstattzeit Bayerns.[6] Die kennzeichnenden Motive der Verzierung von Keramikfunden in Büdelsdorf sind Leiterbandmuster in Meißelstich-, Furchenstich- und Wickelschnurtechnik.[7] Auch der Goldhort von Gessel, ein bronzezeitlicher Depotfund aus Niedersachsen, enthält eine Goldfibel mit randständigem Leiterbandmuster.[8] Leiterbandmuster kommen auch auf in Niedersachsen gefundenen Bronzefibeln vor.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harry Wüstemann: Die Schwerter in Ostdeutschland: Mit einem Anhang von Josef Riederer. Prähistorische Bronzefunde, Abteilung IV, 15. Band, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, S. 93, ISBN 3-515-08441-X
  2. Ulrike Wels-Weyrauch: Die Anhänger und Halsringe in Südwestdeutschland und Nordbayern. Abteilung IX, 1. Band, C. H. Beck, 1978, S. 115, ISBN 3-406-00771-6
  3. Christoph Rinne: Häuser für die Toten - Kollektivgräber im südlichen Leinetal, Jungsteinsite, Universität Kiel, 2002, abgerufen am 11. Januar 2017
  4. Die Bronzezeit (1800 - 800 v. Chr.). Lüneburger Geschichte, Urgeschichte, abgerufen am 11. Januar 2017.
  5. Wojciech Blajer: Die Arm- und Beinbergen in Polen. Prähistorische Bronzefunde, Abteilung X, 2. Band, C. H. Beck, 1985, S. 11, ISBN 3-406-08717-5.
  6. Ringschmuck der Hallstattzeit aus Bayern: (Arm- und Fußringe, Halsringe, Ohrringe, Fingerringe, Hohlwulstringe). Prähistorische Bronzefunde, Abteilung X, 10. Band, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, S. 38, ISBN 3-515-08693-5.
  7. Heinrich Beck, Herbert Jankuhn, Kurt Ranke und Reinhard Wenskus (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 4, De Gruyter, 1981, S. 94, ISBN 3-110-06513-4
  8. Henning Haßmann, Tina Heintges, Andreas Niemuth, Bernd Rasink, Friedrich Wilhelm Wulff: Der bronzezeitliche Goldhort von Gessel, Stadt Syke, Ldkr. Diepholz, Beschreibung der einzelnen Goldobjekte, Beobachtungen zur Herstellungsweise und erste archäologische Einordnung. In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, Bd. 81, Stuttgart 2012, S. 151–156

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Glöckner: Dokumente zur Religion aus megalithischer Zeit. Europäische Hochschulfachschriften, Bd. 356 Verlag Peter Lang, Frankfurt 1988, ISBN 3-8204-9953-9