Leonardo Loredan (Bellini)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Porträt des Dogen Leonardo Loredan (Giovanni Bellini)
Porträt des Dogen Leonardo Loredan
Giovanni Bellini, 1501–02
Öl auf Pappelholz
61 × 45 cm
National Gallery, London
Vorlage:Infobox Gemälde/Wartung/Museum

Leonardo Loredan ist ein Porträt des Dogen Leonardo Loredan von Giovanni Bellini von 1501 bis 1502. Es zeigt den Dogen in seiner Zeremonialtracht. Das Bild hängt heute in der National Gallery in London.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giovanni Bellini porträtierte Leonardo Loredan um 1501 bis 1502 aus Anlass der Übernahme des Dogenamtes, das er bis zu seinem Tod im Jahre 1521 bekleidete.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Doge Loredan ist im Dreiviertelprofil im Stil offizieller venezianischer Porträts hinter einer Brüstung abgebildet. Er trägt die Dogenkappe, den Corno Ducale, eine steife Kappe in Form eines Horns über einer weißen leinenen Kappe und das Stehkragengewand des Dogen mit den auffallenden Knöpfen, den campanoni d’oro. Mithilfe der langsam trocknenden Ölfarben gelang es Giovanni Bellini die seidige Textur des kostbaren Damaststoffes im Gegensatz zu den gold- und silberdurchwirkten Partien abzubilden sowie die Schattierungen des Inkarnats.

Die festliche offizielle Staatstracht des Dogen war den höchsten Festen vorbehalten wie Darstellung oder Verkündigung des Herrn. Die Darstellung im Halbporträt ohne Arme erinnert an klassische Marmorbüsten der Kaiser auf einem Sockel, auf den die Brüstung (Parapet) hindeutet. Diese trägt auf einem gemaltem Zettel, einem Cartellino, die Signatur IOANNES BELLINVS in latinisierter Form.

Wie bei diesem Bild bevorzugte Giovanni Bellini bei seinen Porträts einen hellen Hintergrund, den Streulichteffekt und den ungerichteten Blick zur Seite.[1] Kennzeichnend für die Malweise Giovanni Bellinis und seines Bruders Gentile ist die psychologische Unnahbarkeit seiner Porträts bei gleichzeitiger Lebendigkeit gegenüber dem Betrachter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oskar Bätschmann: Giovanni Bellini. Meister der venezianischen Malerei. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57094-0.
  • Otto Pächt: Venezianische Malerei des 15. Jahrhunderts. Die Bellinis und Mantegna. Herausgegeben von Margareta Vyoral-Tschapka und Michael Pächt. Prestel, München 2002, ISBN 3-7913-2810-7.
  • Stefan Weppelmann, Zum Schulterblick des Hermelins-Ähnlichkeiten im Portrait der italienischen Frührenaissance. In: Keith Christiansen, Stefan Weppelmann (Hrsg.): Gesichter der Renaissance. Hirmer, München 2011, ISBN 978-3-88609-706-7, S. 64–76, hier: 65
  • Anchise Tempestini: Giovanni Bellini. Hirmer, München 1998, ISBN 3-7774-7930-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Humfrey: Das Portrait im Venedig des 15. Jahrhunderts. In: Keith Christiansen, Stefan Weppelmann (Hrsg.): Gesichter der Renaissance. Hirmer, München 2011, ISBN 978-3-88609-706-7, S. 48–63, hier: 51.