Leopold III. (Lippe)

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Leopold III. zur Lippe

Friedrich Emil Leopold III. (* 1. September 1821 in Detmold; † 8. Dezember 1875 ebenda) war Fürst zur Lippe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leopold, der älteste Sohn Leopolds II. war bei seinem Regierungsantritt fast 30 Jahre alt. Er hatte an der Universität Bonn studiert, wo der Dichter Ernst Moritz Arndt den großen blonden, blauäugigen Jüngling als alten Cheruskerfürsten begrüßte. Bis zu seinem Regierungsantritt war er Offizier im preußischen Gardes du Corps. Seit 2. September 1873 war Leopold Generalleutnant von der Kavallerie sowie ab 16. August 1875 Chef des Infanterie-Regiments „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55. Zudem war Leopold seit 17. Januar 1867 Ritter des Schwarzen Adlerordens.

Als streng Konservativer war er ein Gegner der Märzrevolution. Er löste deshalb den Landtag bald auf und hob durch Verordnung vom 15. März 1853 die Verfassung von 1849 auf und führte die Verfassung von 1836 wieder ein, obwohl man ihm davon abriet. Die liberale Partei schäumte über diesen Staatsstreich, während sich der Fürst auf den Standpunkt stellte, dass er die durch die Revolution erzwungene Verfassung weder veranlasst noch gebilligt, geschweige denn beschworen habe. Seine Kabinettsräte ersetzte er darauf durch den unrühmlich bekannten Dr. Hannibal Fischer, den hochkonservativen „Flotten-Fischer“, der sich und die Regierung weiterhin äußerst unbeliebt machte. Seinem Nachfolger, dem konservativen Minister Alexander von Oheimb, gelang trotzdem ein großer Erfolg in der Verhandlung mit den Ständen, indem er die Trennung von Landes- und Domanialhaushalt im Sinne des Fürsten durchführte und die Anerkennung der Stände dafür erlangte, dass das Domanium als Privatbesitz der fürstlichen Familie anerkannt wurde. Im Allgemeinen dauerte aber der Verfassungsstreit an, und die liberale Opposition erregte sich über von Oheimbs Erfolg nur noch mehr, machte dem Fürsten das Leben sauer und verbitterte ihn, während sich der Riss zwischen Konservativen und Liberalen, zwischen Stadt und Land vertiefte. Dies schmerzte den Fürsten durchaus, denn er galt als leutselig und freundlich. Zu seinen wöchentlichen Audienzen hatte jedermann Zutritt.

Seine Ehe mit der Prinzessin Elisabeth von Schwarzburg-Rudolstadt (* 1. Oktober 1833, verheiratet am 17. April 1852, † 27. November 1896) blieb kinderlos. Dennoch war er sehr kinderlieb und bescherte jede Weihnachten eine große Kinderschar im Schloss.

Kurz vor seinem Tode erlebte er 1875 noch die Einweihung des Hermannsdenkmals durch Kaiser Wilhelm I. Kurz danach wurde er von einem heftigen Gallen- und Leberleiden befallen. Er verstarb nach einem Gehirnschlag am 8. Dezember 1875.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 8, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg, S.145
  • Roland Linde: Das Rittergut Gröpperhof: Höfe und Familien in Westfalen und Lippe. Band 2, Gebundene Ausgabe – Januar 2006, S. 92–93
Vorgänger Amt Nachfolger
Leopold II. Fürst zur Lippe
1851–1875
Woldemar