Bahnstrecke Kamenický Šenov–Česká Lípa střelnice

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Kamenický Šenov–Česká Lípa střelnice [1][2]
Kursbuchstrecke:8c (1979)
Streckenlänge:21,832 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:A
Maximale Neigung: 35,5 
Höchstgeschwindigkeit:40 km/h
Strecke – geradeaus
von Česká Kamenice (vorm. BNB)
   
0,000 Kamenický Šenov früher Steinschönau 429 m
   
max. Neigung 35 ‰
   
2,207 Horní Prysk früher Oberpreschkau
   
4,606 Kamenický Šenov horní nádraží 568 m
   
früher Parchen-Steinschönau
   
Scheitelpunkt 563 m
   
8,352 Nový Oldřichov früher Ullrichstal
   
9,569 Mistrovice früher Meistersdorf
   
11,909 Nová Ves u České Lípy früher Neudörfel
   
13,341 Volfartice früher Wolfersdorf
   
16,245 Horní Libchava früher Oberliebich
   
18,420 Manušice früher Manisch
   
von Ebersbach (Sachs) (vorm. BNB)
Haltepunkt, Haltestelle
21,832 Česká Lípa střelnice (ehem. Bf) 271 m
Strecke – geradeaus
früher Böhmisch Leipa Stadtpark
Strecke – geradeaus
nach Bakov nad Jizerou (vorm. BNB)

Die Bahnstrecke Kamenický Šenov–Česká Lípa střelnice war eine Eisenbahnverbindung im heutigen Tschechien, die ursprünglich als staatlich garantierte Lokalbahn Böhmisch Leipa–Steinschönau (tschech.: Místní dráha Česká Lípa–Česká Kamenice) erbaut und betrieben wurde. Sie schloss in Kamenický Šenov an die Lokalbahn von Česká Kamenice / Böhmisch Kamnitz an und führte über das Lausitzer Gebirge nach Česká Lípa (Böhmisch Leipa). Die Strecke wurde 1979 stillgelegt und wenig später abgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. März 1902 wurde die Konzession zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Lokalbahn auszuführenden Lokomotiveisenbahn von Böhmisch Leipa nach Steinschönau erteilt.[3] Das Aktienkapital der Gesellschaft betrug insgesamt 847.000 Kronen in 4.235 Stück Stammaktien zu je 200 Kronen.[4]

Am 29. August 1903 wurde die Strecke eröffnet.

ehemalige Haltestelle Horní Libchava (2011)

Den Betrieb führte die Böhmische Nordbahn (BNB) für Rechnung der Eigentümer. Nach deren Verstaatlichung übernahmen 1909 die k.k. Staatsbahnen (kkStB) die Betriebsführung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Betriebsführung an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) übertragen.

Am 1. Januar 1925 wurde die Lokalbahn Böhmisch Leipa–Steinschönau per Gesetz verstaatlicht und die Strecke ins Netz der ČSD integriert.[5]

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland zum 1. Oktober 1938 kam die Strecke zur Gänze zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch vom Sommer 1939 war die Verbindung als Kursbuchstrecke 136d Böhmisch Kamnitz–Böhmisch Leipa enthalten.[6]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 9. Mai 1945 kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD, die den Verkehr mit drei durchlaufenden Reisezugpaaren wieder aufnahm.

Am 30. September 1979 wurde der Reiseverkehr eingestellt.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komarek-Triebwagen kkStB 1.0

Ursprünglich sollten Dampftriebwagen im Personenverkehr zum Einsatz kommen, wegen der zu geringen Leistung kamen die beiden von Ringhoffer beschafften Komarek-Triebwagen später auf anderen Lokalbahnen in Böhmen zum Einsatz. So setzte die betriebsführende Böhmische Nordbahn vorerst die Baureihe VIa auf der Strecke ein. 1908 beschaffte die Böhmische Nordbahn zwei Tenderlokomotiven der Reihe VIb bei der Ersten Böhmisch-Mährischen Maschinenfabrik in Prag, welche dann bis 1949 auf der Strecke verkehrten.

Ab 1949 übernahmen die neugelieferten Triebwagen der Baureihe M 131.1 den Reisezugverkehr, die bis zur Betriebseinstellung im Einsatz waren. Die letzten Reisezüge wurden im Sommer 1979 mit den damals neuen Triebwagen der Baureihe M 152.0 gefahren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L.Čada, J.Koutný, R.Sedláček, J.Strnad: Místní dráha Česká Lípa - Kamenický Šenov - Česká Kamenice, 2. Auflage; Vydavatelství dopravní literatury Ing. Luděk Čada Litoměřice 2001, ISBN 80-902706-4-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Railway line Česká Kamenice - Česká Lípa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Prohlášení o dráze regionální
  3. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=19020004&seite=00000188
  4. http://geerkens.at/historische-wertpapiere/lokalbahnen-der-donaumonarchie/?wp=29
  5. http://www.parliament.cz/cgi-bin/ascii/eknih/1920ns/ps/tisky/t5205_01.htm
  6. Deutsches Kursbuch Sommer 1939