Lucius Aurelius Cotta (Konsul 144 v. Chr.)

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Lucius Aurelius Cotta war ein römischer Senator und Politiker im 2. Jahrhundert v. Chr. Im Jahr 144 v. Chr. amtierte er als Konsul.

Herkunft und familiäres Umfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucius Aurelius Cotta entstammte dem Hauptzweig der Cottae der gens Aurelia, einer seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in den Fasten erscheinenden plebejischen Familie, die vom 3. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. eine der einflussreichsten Geschlechter der plebejischen Nobilität war und der Republik in diesem Zeitabschnitt zahlreiche Konsuln, auch aus den Seitenzweigen mit den Cognomina Orestes und Scaurus, stellte. Auch die bedeutende via Aurelia (von Rom nordwärts nach Pisa) wurde von einem Angehörigen dieses Geschlechts erbaut.

Lucius Aurelius Cotta war der Sohn und der Enkel eines Lucius. Die Cottae trugen alle nur die Pränomina Gaius, Lucius oder Marcus, sodass die genauen Filiationen nicht immer sicher festgestellt werden können.

Leben und politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge von Cottas politischer Laufbahn sind ebenso wenig bekannt wie sein Geburtsjahr. Sicher ist, dass er um 154 v. Chr. das Amt eines Volkstribunen bekleidete.[1] Spätestens 147 v. Chr. amtierte er als Prätor. Da er 144 v. Chr. zusammen mit Servius Sulpicius Galba[2] das Konsulat innehatte, muss er zu diesem Zeitpunkt mindestens 43 Jahre alt gewesen sein, da dies das Mindestalter für die Wahl zum Konsul war. Als er mit seinem Amtskollegen um die Übertragung des Oberbefehls in Spanien zur Niederwerfung der dortigen Aufstände der einheimischen Bevölkerung unter Viriathus stritt, erreichte Publius Cornelius Scipio Aemilianus, dass keinem der beiden Konsuln der Krieg anvertraut[3] und stattdessen der Oberbefehl von Quintus Fabius Maximus Aemilianus, dem bisherigen römischen Kommandeur, verlängert wurde.[4]

138 v. Chr. wurde Cotta von Scipio Aemilianus wegen Erpressung angeklagt; vom Konsular Quintus Caecilius Metellus Macedonicus verteidigt, wurde er von den Geschworenen freigesprochen,[5] angeblich um den Eindruck zu vermeiden, man habe dem Ansinnen seines hochadligen Gegners nachgegeben. Valerius Maximus folgt darin Cicero, der in seiner Rede Divinatio in Q. Caecilium diese These aufgestellt hatte. Appian dagegen behauptete, Cotta habe seine Richter bestochen.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Valerius Maximus, Facta et dicta memorabilia 6, 5, 4.
  2. Fasti Capitolini ad annum 144 v. Chr.; u. a.
  3. Valerius Maximus, Facta et dicta memorabilia 6, 4, 2.
  4. Appian, Iberica 65.
  5. Cicero, Divinatio in Q. Caecilium 69; Cicero, Pro L. Murena 58; Cicero, Pro M. Fonteio 38; Cicero, Brutus 81; Livius, Ab urbe condita, Periochae aus Oxyrhynchos 55; Valerius Maximus, Facta et Dicta memorabilia 8, 1 Abs. 12; Tacitus, Annalen 3, 66; Appian, Bürgerkriege 1, 22.
  6. Appian, Bürgerkriege 1, 22.