Viriathus

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Viriathus-Statue bei Viseu, Portugal

Viriathus (* um 180 v. Chr.; † 139 v. Chr.; portugiesisch und spanisch Viriato) war ein bedeutender Anführer des keltiberischen Stammes der Lusitaner im Kampf gegen die Römer.

Leben und Kampf gegen Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viriathus wurde mutmaßlich im heutigen Cabanas de Viriato geboren[1] und soll niederer Herkunft gewesen sein. Die Geschichtsschreibungen Cassius Dios und Diodors erwähnen zudem, er sei zunächst Hirte gewesen.[2] Strittig ist, ob er danach zum Räuber wurde und eine Bande aus Gleichgesinnten um sich scharte. Durch seine hohe Belastbarkeit, seine asketische Lebensweise und seinen hohen Listenreichtum, den er gleichwohl maßvoll anzuwenden verstand, errang er später als Kommandeur schnell hohe Bekanntheit.[2] Unter seiner Führung errangen die Lusitaner zwischen 147 v. Chr und 139 v. Chr mehrere Siege über die Römer und führten umfangreiche Gebiete der Provinzen Westhispaniens in die Unabhängigkeit beziehungsweise widersetzten sich erfolgreich der Errichtung der geplanten römischen Provinz Lusitanien. Cassius Dio hebt die Führungseigenschaften Viriathus’ hervor, in welchen er das Idealbild stoischer Vorausschau verwirklicht sieht.[2] 139 v. Chr. starb Viriathus infolge eines Attentates, das aus den eigenen Reihen hervorging.

Zeitgeschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Punischen Krieg hatten sich die Römer auf der iberischen Halbinsel festgesetzt, dort 197 v. Chr. zwei Provinzen eingerichtet und diese dem Römischen Reich einverleibt. Dagegen gab es von Anfang an Widerstand der dort lebenden keltiberischen Stämme. Ein erster Aufstand (Keltiberischer Krieg, 197–179 v. Chr.) schlug fehl. 154 v. Chr. begann dann ein erneuter Aufstand, der sogenannte Spanische Krieg. Im Rahmen dieses Aufstandes erhob sich auch der Stamm der Lusitaner. 150 v. Chr. täuschte der römische Praetor Servius Sulpicius Galba die Führer der Lusitaner und richtete ein Massaker unter ihnen an, dem die Mehrzahl der Leute zum Opfer fiel.

Der um 180 v. Chr. geborene Viriathus war einer der wenigen, die dieses Gemetzel überlebten. Er wurde daraufhin zum unbestrittenen Anführer der Lusitaner. Seine Armee konnte 147 v. Chr. die Römer besiegen und eroberte noch im selben Jahr das Baetistal. Bis 146 v. Chr. kontrollierte er weite Teile der Provinz Hispania ulterior, musste aber zwei Jahre später das Baetistal wieder aufgeben. Nach einer verheerenden Niederlage des römischen Prokonsuls Quintus Fabius Maximus Aemilianus im Jahr 140 v. Chr. mussten die Römer Viriathus als unabhängigen Herrscher anerkennen. Ihm wurde sogar der Ehrentitel eines Freundes des römischen Volkes zuerkannt.

Bereits 139 v. Chr. brach der neue römische Befehlshaber Quintus Servilius Caepio den ausgehandelten Frieden. Die von Viriathus zu Caepio gesandten Boten wurden von diesem bestochen und ermordeten Viriathus. Nach seinem Tode brach der Aufstand der Keltiberer rasch zusammen.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Viriathus lässt sich aus verschiedenen Wurzeln herleiten.[3] Er besteht aus den Elementen Viri und Athus. Die Schreibweise folgt der des Cassius Dio.

Viri bedeutet:

Die celtoiberische Elite nannte sich selbst uiros uerams zu deutsch der höchste Mann, in Latein summus vir[6] Der Historiker Adolf Schulten nimmt an, dass der Name Viriathus aus der keltischen Sprache stammt.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Viriato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.lifecooler.com, abgerufen am 20. November 2012
  2. a b c Benedikt Simons: Cassius Dio und die Römische Republik, S. 273–279
  3. Armando Silva, O nome de Viriato (PDF-Datei; 84 kB)
  4. Douglas Hyde, The Glories of Ireland, Irish Language and Letters.
  5. Celtic Elements in Northwestern Spain in Pre-Roman times
  6. The romanization of central Spain
  7. The greatness and decline of the Celts. Hubert, Henry (PDF-Datei; 110 kB)