Ludwig Brill

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Grabstelle auf dem Friedhof der Marienkirche in Quakenbrück
Der Singschwan in einer Ausgabe von 1893, Brills Hauptwerk

Ludwig Brill (mit vollem Namen Ferdinand Friedrich Ludwig Brill, * 15. Februar 1838 in Emlichheim, Grafschaft Bentheim; † 17. November 1886 in Quakenbrück) war ein deutscher Lehrer und Dichter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brill stammte aus ärmlichen, bäuerlichen Verhältnissen. Er war das vierte von neun Kindern der Eheleute Heinrich Wilhelm Brill (1808) und der zwei Jahre jüngeren Agnes Regina, geb. Kendeler, aus Hoogstede bei Emlichheim.

Da die Familie in wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen lebte, konnte Brill nur die Volksschule besuchen und bereitete sich anschließend autodidaktisch auf den Beruf des Volksschullehrers vor. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Lehrer an einer Dorfschule bildete er sich zum Lehrer für das höhere Lehramt aus.

Hierauf erhielt er eine Anstellung an der Rektoratsschule zu Lohne und anschließend am Realgymnasium in Quakenbrück. 1862 heiratete er die Quakenbrückerin Elisabeth Sophie Meyer, mit der er zwei Kinder hatte, den 1863 geborenen Sohn Bernhard und die 1870 geborene Tochter Regina Elisabeth Eustella.

1886 wurde er zum Oberlehrer befördert. Bald darauf musste er wegen Krankheit seine Lehrtätigkeit aufgeben und starb noch im selben Jahr, nur 48 Jahre alt.

Seine lyrisch-epische Dichtung Der Singschwan von 1882 wird in der Nachfolge Friedrich Wilhelm Webers und dessen Werk Dreizehnlinden gesehen. In literaturgeschichtlichen Abhandlungen des 19. Jahrhunderts wird sein Werk ausführlich gewürdigt. In einer Deutschen Literaturgeschichte von 1912 heißt es:

„Was Brill als Prosiast leistete, reicht an seine mit Beifall aufgenommenen poetischen Erzählungen nicht hinan; dagegen hat er in den Literarischen Streiflichtern sich als feinfühliger und gerechter Kritiker erwiesen.“[1]

Ein Gedicht von Brill Ich weiß ein Sternlein klar... lautet:

Ich weiß ein Sternlein klar,
Das leuchtet wunderbar
Ins dunkle Weltgetriebe;
So treu kein and'res brennt
Am weiten Firmament:
Der Stern heißt Mutterliebe.

Auch das „Lohner Lied“, vermutlich ursprünglich ebenfalls ein Gedicht, stammt von ihm.

Das Grab Brills, das auf gusseisernem Grabkreuz den Singschwan zeigt, befindet sich auf dem katholischen Friedhof hinter der Marienkirche.

Die Ludwig-Brill-Straße in Quakenbrück wurde nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Singschwan. Lyrisch-epische Dichtungen. Münster: Nasse 1882. 228S. (Hollenberggymn. Waldbröl); 4. Aufl. Münster: Nasse 1885. 223S. (Germ. Sem. der WWU Münster); 23. Aufl. Paderborn: Schöningh 1925 – Bertran Gomez. Epische Dichtung. Paderborn, Münster: Schöningh 1884; 2. Aufl. Münster: Nasse [1884]. 188S. (StA Bielefeld); 5. Aufl. Paderborn: Schöningh 1901 –
  • Der Waldenhorst. Romantische Dichtung. Münster, Paderborn: Schöningh 1886. 146S. (EDDB Köln); 2. Aufl. Paderborn: Schöningh 1887. 150S. (ULB Münster, ULB Düsseldorf, Germ. Sem. der WWU Münster); 6. Aufl. ebd. 1907. 150S. [mit Bildn.]; 7. Aufl. ebd. 1926.
  • Bertran Gomez. Epische Dichtung. Paderborn, Münster: Schöningh 1884; 2. Aufl. Münster: Nasse [1884]. 188S. (StA Bielefeld); 5. Aufl. Paderborn: Schöningh 1901

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiko Bockstiegel: Ludwig Brill. Schriftsteller und Schulmann aus dem Osnabrücker Nordland. (1838-1886). Thoben-Verlag Quakenbrück, 1984. ISBN 3-921176-53-0
  • Heinrich Böning: Quakenbrück. Geschichte einer norddeutschen Kleinstadt. Thoben-Verlag Quakenbrück, 1979. ISBN 3-921176-50-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Böning: Quakenbrück. S. 74