Hoogstede

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hoogstede
Hoogstede
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hoogstede hervorgehoben

Koordinaten: 52° 35′ N, 6° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Samtgemeinde: Emlichheim
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 49,77 km2
Einwohner: 2844 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49846
Vorwahl: 05944
Kfz-Kennzeichen: NOH
Gemeindeschlüssel: 03 4 56 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bathorner Diek 12
49846 Hoogstede
Website: www.hoogstede.de
Bürgermeister: Fritz Berends (CDU)
Lage der Gemeinde Hoogstede im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft BentheimNiedersachsenKönigreich der NiederlandeLandkreis EmslandNordrhein-WestfalenBad BentheimOhneSamernSchüttorfSchüttorfQuendorfIsterbergEngdenNordhornWietmarschenGeorgsdorfOsterwaldLage (Dinkel)Halle (bei Neuenhaus)UelsenGeteloWielenItterbeckWielenRingeEmlichheimLaar (Grafschaft Bentheim)WilsumGölenkampEsche (Grafschaft Bentheim)NeuenhausHoogstedeKarte
Über dieses Bild
Die Vechte bei Hoogstede

Hoogstede (bis 1968 Hoogstede-Bathorn) ist eine Gemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoogstede liegt nordwestlich von Nordhorn an der Grenze zu den Niederlanden. Die Vechte fließt durch den Ort, der Nebenfluss Lee mündet hier in sie. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Emlichheim an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Emlichheim hat.

In der Gemeinde Hoogstede liegen die Naturschutzgebiete Neuringer Wiesen, Vechte-Altarm Kalle und Moorverlandungsgebiet Tinholt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sieben Ortsteile der Gemeinde sind:

  • Hoogstede
  • Kalle
  • Tinholt
  • Arkel
  • Bathorn
  • Scheerhorn
  • Berge

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früheste urkundliche Erwähnung für den Hoogsteder Ortsteil Scheerhorn findet sich 1209 in einer Urkunde des Grafen Balduin von Bentheim.[2]

Altreformierte Kirche

Die Geschichte von Hoogstede beginnt im Jahre 1821, als die Kapelle der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde von Arkel nach Hoogstede versetzt wurde. 1859 wurde die katholische Kirche gebaut, so entwickelte sich nach und nach ein Ortskern. 1953 wurde die evangelisch-altreformierte Kirche gebaut, 1961 die lutherische.

Im Jahr 1938 wurde östlich des Ortsteils Bathorn das Emslandlager XIV angelegt. Es fungierte als Strafgefangenenlager für Justizhäftlinge und war für 1000 Personen ausgelegt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernahm das Wehrkreiskommando VI Westfalen (Münster) die Einrichtung als Mannschaftsstammlager (Stalag VI C) für Kriegsgefangene. Ihm wurden die Zweiglager (Stalag VI C/Z) Groß Hesepe (Emslandlager XI)[3], Dalum (Emslandlager XII)[4], Wietmarschen (Emslandlager XIII)[5] und Alexisdorf (Emslandlager XV)[6] unterstellt. Im Mai 1942 wurde das Stalag VI B Neu-Versen/Emsland einschließlich seiner Zweiglager Oberlangen, Wesuwe und Fullen dem Stammlager Bathorn unterstellt. Es waren Kriegsgefangene aus Frankreich, Belgien, Italien, Jugoslawien und der Sowjetunion untergebracht. Die Sterberate in dem Lager Bathorn war, gegenüber anderen Kriegsgefangenenlagern, relativ gering. Am 5. April 1945 wurde das Lager durch kanadisches Militär befreit.[7]

Am 9. Dezember 1968 wurde die Gemeinde Hoogstede-Bathorn in Hoogstede umbenannt.[8]

Im Jahr 2009 wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung die Chronik der Gemeinde Hoogstede vom Heimatverein Hoogstede-Arkel herausgegeben.

Heute leben ungefähr 2900 Menschen in Hoogstede mit seinen Ortsteilen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Juni 1890 wurden die Gemeinden Hoogstede und Bathorn zur Gemeinde Hoogstede-Bathorn vereinigt.[8] Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Berge, Kalle, Scheerhorn und Tinholt eingegliedert.[9]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hoogstede gibt es vier Kirchen:

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hoogstede setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl vom 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ehrenamtlichen Bürgermeister wurde in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates im November 2016 Fritz Berends (CDU) wiedergewählt.

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Hoogstede e. V.
  • Landjugend Hoogstede
  • Ortsfeuerwehr Hoogstede
  • DRK-Ortsverein Hoogstede
  • Grafschafter Autocross Club (GACC)
  • IG Modellflug Adler Scheerhorn
  • Heimatverein Hoogstede-Arkel e. V.
  • Schützenverein Hoogstede
  • Schützenverein Niedergrafschafter Edelweiß-Schützen Bathorn

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoogstede liegt an der Landesstraße 44. Es fahren im Stundentakt an Werktagen sowie an Sonn- und Feiertagen Regionalbusse (Linie 20) der Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim (VGB) über Esche (Grafschaft Bentheim) und Veldhausen nach Neuenhaus, wo Anschlüsse an die Bahnlinie RB 56[10] in Richtung Nordhorn und Bad Bentheim sowie an die Regionalbuslinie 30 in Richtung Nordhorn bestehen. Auch existiert werktags sowie sonn- und feiertags ein ebenfalls stündliches Rufbusangebot der VGB, das Hoogstede mit Emlichheim, Ringe, Neugnadenfeld, Bathorn, Kalle und Tinholt verbindet.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatverein Hoogstede e. V. (Hrsg.): In der Gildschaft Scheerhorn. Hoogstede, Chronik eines Dorfes und seiner Ortsteile Arkel, Bathorn, Berge, Hoogstede, Kalle, Scheerhorn und Tinholt. Hoogstede 2009 (online)
  • Bernd Faulenbach, Andrea Kaltofen (Hrsg.): Hölle im Moor. Die Emslandlager 1933–1945. Wallstein, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8353-3137-2.
  • Gemeinde Geeste (Hrsg.), Martin Koers: „Wer von uns erinnert sich nicht mehr jener langen Leidenszüge von russischen Gefangenen...“. Eine Dokumentation zu den historischen Spuren der Lager Groß Hesepe und Dalum sowie des Lagerfriedhofes (Kriegsgräberstätte Dalum). Geeste 2019, ISBN 978-3-00-063302-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hoogstede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Chronik der Gemeinde Hoogstede, S. 24.
  3. (Stalag VI C/Z) (Emslandlager XI) Groß Hesepe
  4. (Stalag VI C/Z)(Emslandlager XII) Dalum
  5. (Stalag VI C/Z) (Emslandlager XIII) Wietmarschen
  6. (Stalag VI C/Z)(Emslandlager XV) Alexisdorf
  7. Stalag VI C Bathorn bei „Relikte.com“
  8. a b Geschichte der Ortsteile (von Hoogstede), S. 137, abgerufen am 15. Januar 2020, PDF
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 255.
  10. https://www.be-mobil.de
  11. Liniennetz der VGB (PDF)