Ludwig Wahrmund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ludwig Wahrmund (* 21. August 1860 in Wien; † 10. September 1932 in Prag) war ein österreichischer Jurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Wahrmund war der Sohn des Schriftstellers Adolf Wahrmund. Er verbrachte seine Schul- und Studienzeit in Wien. Dort promovierte und habilitierte er sich auch. Anschließend nahm er einen Ruf an die Universität Czernowitz an und lehrte dort als Jurist bis 1897. In diesem Jahr wurde er an die Universität Innsbruck berufen. Aufgrund seines Modernismus und seiner prononciert antikatholischen Haltung geriet Wahrmund in Konflikt mit kirchlichen, später auch staatlichen Stellen. Seine politische Einstellung, gerade in den Themenbereichen der Ehe- und Schulpolitik, hatte sogar parlamentarische Diskussionen und Auseinandersetzungen zur Folge. Als Wahrmund 1908 seinen Vortrag Katholische Weltanschauung und freie Wissenschaft veröffentlichte, resultierte daraus die „Wahrmund-Affäre“, die über internationale Presseberichte, Parlamentsdebatten, Studentenunruhen und die zeitweilige Einstellung des Lehrbetriebs in Innsbruck zur Versetzung Wahrmunds an die deutsche Universität Prag führte.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • QGKanProz=Quellen zur Geschichte des römisch-kanonischen Prozesses im Mittelalter, bearb. v. Ludwig Wahrmund, Innsbruck 1905–1931
  • Bilder aus dem Leben der katholischen Kirche (1821–1928)
  • Katholische Weltanschauung und freie Wissenschaft (1908)
  • Das Kirchenpatronatsrecht und seine Entwicklung in Österreich (1894–1896)
  • Ultramontan (1908)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolaus Grass: Österreichs Kirchenlehrer der Neuzeit. Univ.-Verl., Freiburg 1988, ISBN 3-7278-0591-9.
  • Matthias Höttinger: Der Fall Wahrmund. Univ. Diss., Wien 1950.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]