Ludwig Wilhelm Anton Pernice

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Grab von Ludwig Anton Pernice auf dem Stadtgottesacker in Halle/Saale.

Ludwig Wilhelm Anton Pernice (* 11. Juni 1799 bei Halle; † 16. Juli 1861 in Halle) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pernice wurde als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren, der aus Nesso am Comer See stammte und erhielt seine erste Ausbildung am Pädagogium seiner Vaterstadt. 1817 begann er ein Studium an der Universität Halle. Während seines Studiums wurde er 1820 Mitglied der Burschenschaft Teutonia Halle. Dieses setzte er in Berlin fort und zog von dort an die Universität Göttingen. Seine Studien absolvierte er in Philosophie mit dem akademischen Grad eines Magisters und promovierte zum Doktor der Rechte. Er habilitierte sich 1821 in Halle, wurde dort 1822 außerordentlicher Professor der Rechte und Mitglied des Spruchkollegiums, sowie 1825 ordentlicher Professor an der juristischen Fakultät. Er bekleidete seit 1833 das Vizeordinariat der juristischen Fakultät und wurde 1838 zum Geheimen Justizrat ernannt. 1844 wurde er unter Entbindung von seiner Professur mit dem Titel eines Geheimen Oberregierungsrats Kurator und außerordentlicher Regierungsbevollmächtigter an der Universität und 1845 auch Direktor des königlichen Schöppenstuhls.

Als 1848 die Kuratorenstellen aufhörten, trat Pernice, der durch seine aristokratisch-absolutistische Gesinnung schon vorher in manchen Konflikt mit den Universitätsdozenten geraten war, wieder in die Reihe der juristischen Professoren ein. Seit 1852 war er für Wittenberg Mitglied des preußischen Parlaments der Ersten Kammer und ab 1854 Kronsyndikus. Pernice hatte sich an den organisatorischen Aufgaben der Hallenser Hochschule beteiligt und war 1832/34, 1839/40, 1843/44 Prorektor der Alma Mater. Er half mit August Tholuck zusammen, das hallische Diakonissenhaus schaffen.

Sein Grab befindet sich auf dem hallischen Stadtgottesacker.

Aus seiner Ehe mit Auguste (1805–1891), der Tochter von August Hermann Niemeyer, sind die drei Söhne Hugo Karl Anton Pernice, Herbert Viktor Anton Pernice und Lothar Anton Alfred Pernice bekannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Disp. de surum nomine quod vulgo directariorum nomine circumfertur. Göttingen 1821
  • De orgine juris Fragmenta cum varietate lectionis et notitia literaria. Göttingen 1822
  • Geschichte, der Altertümer und der Institutionen des römischen Rechts im Grundriß. Halle 1821, 1824
  • Observationes de principum comitumque imperii germanici inde ab anno 1806 subjectorum juris privati mutata ratione. Halle 1827
  • Quaestionum de jure publico germanico. Halle, 1828–35, 3. Teile
  • Commenttatio qua de jure quaeritur, quo principes Hohenloensis tanquam comites Glichenses duci Saxoniae Coburgensi et Gothana subjectisunt. Halle 1835

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 8: Supplement L–Z. Winter, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-8253-6051-1, S. 134–135.
  • Pernice, Savigny, Stahl. Berlin, 1862
  • Otto Wigand: Wigand's Conversations-Lexikon für alle Stände. Verlag Wiegand, Leipzig, 1850
  • Wilhelm Schrader: Geschichte der Friedrichs-Universität zu Halle. Berlin Ferdinand Dümmler, Berlin, 1894, Band 2
  • Unbekannt: Pernice, Ludwig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 25, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 387 f.