Luer-System

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Einmalspritze mit Luer-Lock-Anschluss („männlich“)

Das Luer-System ist ein genormtes Verbindungssystem für Schlauchsysteme im medizinischen Bereich. Es findet unter anderem Anwendung bei Kanülen, Spritzen, Kathetern, Dreiwegehähnen und Infusionsschläuchen.

Die Dichtung wird dabei durch eine kegelförmige Konstruktion der Verbindungsteile erreicht, den sogenannten Luer-Konus. Dabei wird der Innenkegel der einen Verbindungsseite auch als weiblich bezeichnet, der Außenkegel der Gegenseite als männlich.

Die einfachere Variante ohne Schraubgewinde wird als Luer-Ansatz, -Steck oder -Slip bezeichnet.

Wenn der männliche Kegel mit einem Gewinde zur Verriegelung der Verbindung durch eine Überwurfmutter versehen ist, bezeichnet man das System als Luer-Lock. Damit kann die Verbindung gegen versehentliches Lösen gesichert werden, sie schließt und öffnet mit einer halben Drehung.

Das Luer-System garantiert die Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern und ist international standardisiert durch die Norm ISO 594. Teil 1 ISO 594-1:1986 beschreibt „Allgemeine Anforderungen“ für „Kegelverbindungen mit einem 6 %-(Luer)-Kegel für Spritzen, Kanülen und andere medizinische Geräte; er ist europäisch harmonisiert in der EN 20594-1:1993 und als solche in der deutschen Übersetzung als DIN EN 20594-1:1996 „Kegelverbindungen mit einem 6 % (Luer) Kegel für Spritzen, Kanülen und bestimmte andere medizinische Geräte“ erschienen, welche die ältere Norm DIN 13090-1:1986 ersetzte. Teil 2 ISO 594-2:1998 beschreibt „Verriegelbare Kegelverbindungen“. Hier gilt in Europa noch die europäisch harmonisierte Norm EN 1707-1996 und die deutsche Übersetzung DIN EN 1707-1997.

Die Bezeichnung Luer geht auf den deutschen, aber in Paris wirkenden Instrumentenmacher Hermann Wülfing Luer († 1883 in Paris?) zurück. Die Luer-Verbindung kombiniert mit einer Drehsicherung wurde erstmals 1952 beschrieben. Die Schreibweisen Luer-Lock für die Verbindung mit Sicherung und Luer-Slip für die ohne sind als registrierte Marken der Firma Becton Dickinson geschützt.

Literatur[Bearbeiten]