Luigi Faggioni

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Luigi Faggioni (* 9. November 1909 in La Spezia; † 23. Mai 1991 in Chiavari) war ein italienischer Marineoffizier.

Nach Abschluss der Fachoberschule für Seefahrt in Camogli (Ligurien) trat er 1928 in die Regia Marina ein und wurde 1929 Offizier auf Zeit. Er diente zunächst auf Torpedobooten und dann als Lehrer an Marineschulen.

Angriff auf Suda (Kreta)[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg kam Faggioni zu einer Spezialeinheit, der Decima Flottiglia MAS, die mit Sprengbooten alliierte Schiffe im Mittelmeer angriff. Ein von Kapitänleutnant Faggioni angeführtes Team erreichte auf den Zerstörern Crispi und Sella am 25. März 1941 nachts die Gewässer vor dem britischen Marinestützpunkt in der Bucht von Suda, Kreta. Die Luftaufklärung hatte das Eintreffen eines Konvois von 12 Handelsschiffen und drei Zerstörern angekündigt. Gegen 23:30 Uhr wurden sechs Seemeilen vor Akrotiri bei Suda sechs Boote des Typs M.T. zu Wasser gelassen, die sich unter dem Befehl Faggionis langsam der Bucht näherten und drei Sperren überwanden. Gegen 5:00 Uhr waren alle sechs Boote in der Mitte der Bucht versammelt und Faggioni wies die Angriffsziele zu. Zwei Boote wurden auf einen Kreuzer angesetzt, zwei andere auf einen Tanker, Faggioni blieb mit einem weiteren Boot in Reserve, um im Fall eines ersten Misserfolges einen der Angriffe zu wiederholen bzw. einen abschließenden Angriff durchzuführen.

Kurz danach rasten die ersten zwei Boote in den britischen Kreuzer HMS York, der fast kenterte. Auch der Tanker Pericles (20.000 BRT) ging in Flammen auf. Unmittelbar nach den ersten Explosionen suchten britische Suchscheinwerfer in Annahme eines Luftangriffes den Himmel ab, die Flugabwehr eröffnete ebenfalls das Feuer.

Die schwer beschädigte HMS York (8.250 ts, 6x 203 mm) wurde zunächst auf Grund gesetzt und danach durch einen Luftangriff ganz zerstört. Neben dem Tanker, der am 14. April definitiv verloren ging, wurde auch ein kleiner Truppentransporter versenkt. Faggioni entdeckte während der Operation einen weiteren Kreuzer, den er jedoch ohne Erfolg angriff, da sein Boot kurz vor dem Ziel wegen eines unerkannten Objektes explodierte.

Alle Besatzungen sprangen kurz vor der Kollision ihrer Boote mit den Zielen von Bord und versuchten schwimmend einen vereinbarten Treffpunkt zu erreichen. Gegen 07.00 wurden alle von britischen Truppen gefangen genommen. Sie kamen im Januar 1945 nach Italien zurück.

Faggioni kommandierte nach dem Krieg u.a. noch die Kampfschwimmereinheit COMSUBIN der Marine. Er schied als Konteradmiral aus dem aktiven Dienst aus, brachte es in der Reserve jedoch noch bis zum Vizeadmiral.