Luisengymnasium Memel

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Luisengymnasium Memel
Schulform Gymnasium
Adresse

Puodžių gatvė 1

Ort Memel
Bezirk Klaipėda
Staat Litauen
Koordinaten 55° 42′ 40,6″ N, 21° 7′ 44,8″ OKoordinaten: 55° 42′ 40,6″ N, 21° 7′ 44,8″ O
Luisengymnasium Memel

Das Luisengymnasium Memel war eine höhere Schule in Memel, Ostpreußen. Sie war das nördlichste Gymnasium im Deutschen Reich und trug ihren Namen zu Ehren von Königin Luise von Preußen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich schon während der Reformation entstanden, hatte die lateinische Kirchschule zunächst nur drei, nach der preußischen Bildungsreform ab 1816 vier Klassen. 1826 kam eine 5. Klasse als Vorbereitungsklasse hinzu. 1827 wurde die Tertia in Ober- und Untertertia geteilt. Als Progymnasium führte die Schule noch nicht zum Abitur. Der Lateinunterricht hatte Vorrang. 1826 wurde Griechisch, 1830 auch Französisch eingeführt. Trotzdem entwickelte sich die höhere Bürgerschule mehr zur Realschule. Ihr Zeugnis berechtigte zum einjährig-freiwilligen Dienst in der Preußischen Armee. Von den 95 preußischen Bürgerschulen erhielten 18 das Recht, ihre Schüler auf die Königliche Bauakademie in Berlin zu schicken; darunter war die Memeler Anstalt.

Die Schule brannte 1854 ab und wurde 1856 neben der noch in Trümmern liegenden St. Johanniskirche (Memel) an der Thomasstraße neu erbaut. 1860 wurde die Bürgerschule in ein humanistisches Knabengymnasium umgewandelt, das im Dreikaiserjahr verstaatlicht wurde. Am 1. April 1891 wurde der neue gelbe Backsteinbau mit Turnhalle in der Töpferstrasse am Neuen Park bezogen. 1914 war die Umstellung des Gymnasiums nach Frankfurter System beendet. Nach dem Anschluss des Memellandes an Litauen wurde 1924 die litauische Sprache Pflichtfach. Zuvor war bereits 1923 Französisch durch Englisch abgelöst worden.[1]

Das Gebäude an der Puodžių gatvė 1 wird heute als Jugendbegegnungsstätte genutzt, es beherbergt das Klaipėdos jaunimo centras.[2]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Küsel, Direktor
  • Heinrich Becker, Direktor
  • Franz Scharffetter, Direktor
  • Gesinski, Geographie und Sport
  • Belgardt, Lehrer und Kaufmann, Englisch
  • Huber aus Bayern, Litauisch[3]
  • Johann Eduard Loch (1840–1905), Altphilologe
  • Albert Zweck (1857–1934)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GenWiki
  2. Homepage des Klaipėdos jaunimo centras (litauisch, abgerufen 16. September 2012)
  3. Erinnerungen von Israel Behr

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Archivdatenbank
  • Höhere Bürgerschule Memel (Hrsg.): Zur öffentlichen Prüfung der höheren Bürgerschule ... ladet ehrerbietigst ein. Memel 1839–1856 (Jg. 1839; 1842–1843; 1847; 1849–1853; 1856) (ULB Düsseldorf Digitalisat)
  • Höhere Bürgerschule Memel (Hrsg.): Bericht über die Höhere Bürgerschule zu Memel. Stobbe, Memel 1858–1859 (ULB Düsseldorf Digitalisat)
  • Höhere Bürgerschule Memel (Hrsg.): Katalog der Lehrerbibliothek der höheren Bürgerschule zu Memel. Stobbe, Memel 1858 (ULB Düsseldorf Digitalisat)
  • Realschule Memel (Hrsg.): Bericht über die Realschule zu Memel. Stobbe, Memel 1860 (ULB Düsseldorf Digitalisat)
  • Gymnasium Memel (Hrsg.): Jahresbericht über das Gymnasium zu Memel. Memel 1861–1863 (ULB Düsseldorf Digitalisat)
  • Städtisches Gymnasium (Hrsg.): Jahres-Bericht über das Städtische Gymnasium zu Memel. Memel 1864–1888 (Jg. 1864–1873; 1875; 1877; 1884–1888) (ULB Düsseldorf Digitalisat); (Jg. 1886 GoogleBooks)
  • Königliches Gymnasium Memel (Hrsg.): Jahres-Bericht ... über das Königliche Gymnasium zu Memel. Memel 1889–1891 (ULB Düsseldorf Digitalisat)
  • Königliches Luisen-Gymnasium Memel (Hrsg.): Jahresbericht ... über das Königliche Luisen-Gymnasium zu Memel. Memel 1892–1915 (Jg. 1892–1911; 1915; Beil. zu 1913; 1914) (ULB Düsseldorf Digitalisat); (Jg. 1911 GoogleBooks)