Lungenszintigraphie

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Die Lungenszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Beurteilung der Durchblutungs- und Belüftungsverhältnisse der Lunge. Man unterscheidet zwischen Lungenperfusions-, Lungenventilations- und Lungeninhalationsszintigrafie.

Technische Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die regionalen Belüftungsverhältnisse der Lunge lassen sich mit einer Lungenventilationsszintigraphie oder einer Lungeninhalationsszintigrafie bildlich darstellen und auch quantifizieren. Für die Ventilationsszintigraphie atmet der Patient ein Gasgemisch ein, das eine radioaktive Komponente enthält (zum Beispiel 133Xenon, 127Xenon oder 81mKrypton). Für die Inhalationsszintigraphie wird üblicherweise ein Aerosol mit 99mTechnetium markierten Partikeln verwendet, das zwar nicht so tief in das Bronchialsystem eindringen kann wie ein Gas, bei erheblich niedrigerem technischem Aufwand aber vergleichbare Untersuchungsergebnisse zeigt. Mit einer Gammakamera werden dann entweder planare Aufnahmen in verschiedenen Projektionen oder dreidimensionale Bilder in SPECT-Technik angefertigt.

In der Lungenperfusionsszintigraphie werden die Durchblutungsverhältnisse der Lunge bildlich dargestellt und lassen sich ebenfalls regional quantifizieren. Hierbei werden mit 99mTechnetium markierte Partikel (zum Beispiel Makro-Kolloide, oder Technetium-markierte Albumin-Partikel (Tc-99m-MAA)) intravenös injiziert. Diese Partikel führen zu multiplen Mikroembolien in den durchbluteten Lungenabschnitten, welche aber aufgrund der geringen Stoffmenge hämodynamisch nicht wirksam sind. Die Aufnahmen erfolgen wiederum entweder als planare oder SPECT-Aufnahmen.

Indikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die häufigste Indikation zur Lungenszintigrafie ist der Verdacht auf das Vorliegen einer Lungenembolie. Hierbei wird üblicherweise mit geringer Aktivität eine Untersuchung der Belüftung durchgeführt, anschließend mit etwas höherer Aktivität die Lungenperfusionsszintigraphie. Beide Aufnahmen werden miteinander verglichen. Finden sich Areale, die zwar gut belüftet, aber schlecht durchblutet sind (sogenannter mismatch), so muss der Befund als Lungenembolie interpretiert werden. Finden sich Lungenabschnitte, die sowohl schlecht belüftet, als auch schlecht durchblutet sind (match, siehe auch Euler-Liljestrand-Mechanismus), so können zum Beispiel Atelektasen oder Infiltrate durch eine Lungenentzündung vorliegen. Areale mit schlechter Belüftung, aber guter Durchblutung (reverse mismatch) finden sich zum Beispiel bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Im günstigsten Fall liegt bei der Befundung der Lungenszintigraphie ein Röntgenbild der Lunge vor.

Seltener wird die Lungenperfusionsszintigraphie zur Abschätzung der postoperativen Lungenfunktion vor einer geplanten Lungen-Teilresektion (zum Beispiel bei Bronchialkarzinom) durchgeführt. Hierbei ist eine Untersuchung der Belüftungsverhältnisse entbehrlich. Es werden planare Aufnahmen von ventral und dorsal angefertigt und die Zerfälle (counts) über bestimmten Lungenanteilen gezählt. Der Verlust an counts durch die geplante Operation ist dann in einem gewissen Rahmen proportional zu dem zu erwartenden Verlust an Vitalkapazität.

Kontraindikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Schwangerschaft gilt mit wenigen Ausnahmen als absolute Kontraindikation für nuklearmedizinische Untersuchungen, Stillzeit als relative Kontraindikation. Nach einer Lungenszintigraphie soll die Stillende für 48 Stunden die Milch abpumpen und verwerfen.

Strahlenexposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strahlenexposition für den Patienten bei einer Lungenszintigraphie ist relativ gering. Sie liegt mit 1,5 mSv für eine typische Untersuchung mit Lungeninhalations- und Lungenperfusionsszintigraphie, die jeweils mit 99mTechnetium durchgeführt werden, zwar oberhalb derjenigen für ein Röntgenbild der Lunge in zwei Ebenen, aber deutlich unterhalb derjenigen für eine Computertomographie des Thorax.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schicha/Schober, Nuklearmedizin, Stuttgart 1997
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