Lutz Geldsetzer

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Lutz Geldsetzer (* 28. Februar 1937 in Minden) ist ein deutscher Philosoph, Mitbegründer und ehemaliger Mitherausgeber des Journal for General Philosophy of Science und Mitherausgeber der Werke von Jakob Friedrich Fries.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lutz Geldsetzer absolviert 1956 sein Abitur am Staatlichen Gymnasium in Alzey. Im Jahr 1961 Promotion zum Dr. phil. nach dem Studium der Philosophie und der Nebenfächer Soziologie/Ethnologie sowie Recht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Promotionsschrift über die Ideenlehre Jakob Wegelins. Postgraduiertenstudien 1961/62 an der Sorbonne, Paris, als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Forschungsstipendiat im Jahr 1963 der Fritz Thyssen Stiftung und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Im Anschluss wurde er von 1963 bis 1967 wissenschaftlicher Assistent am Philosophischen Institut der damaligen Medizinischen Akademie und wirkte seit 1964 in gleicher Position für drei Jahre an der Universität Düsseldorf. Seine Habilitation für das Fach Philosophie erfolgte 1967. Danach erhielt er 1969 die Stelle eines außerplanmäßigen Professors für Philosophie in Düsseldorf und lehrte dort von 1971 bis 2002 als Professor für Philosophie und Leiter der Forschungsabteilung für Wissenschaftstheorie. Lutz Geldsetzer wurde im Jahr 2002 pensioniert, führt aber seitdem seine Lehrtätigkeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf fort.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In über 30 Jahren Lehr- und Forschungstätigkeit hat Geldsetzer gleichsam als Spezialist für das Allgemeine (so die Charakterisierung des Philosophen schlechthin von Auguste Comte) eine große Bandbreite an philosophischen Themen sowohl im Bereich der Philosophiegeschichte als auch in der systematischen Philosophie beherrscht. Für den philosophischen Lehrbetrieb äußerst selten geworden, deckt er nicht nur die gesamte Philosophiegeschichte über Altertum, Mittelalter, Neuzeit und Gegenwart, sondern auch die Grund- und Bereichsdisziplinen der Philosophie (Metaphysik, Ontologie, Erkenntnistheorie, praktische Philosophie, philosophische Anthropologie) ab. Zudem befasste er sich mit der Philosophie anderer Kulturen, wobei hier die chinesische Philosophie einen Schwerpunkt bildet.

Philosophisch ist Geldsetzer dem Idealismus zuzurechnen, wobei er versucht, sensualistische Elemente, wie sie bei George Berkeley vorkommen, mit der systematischen Tradition des deutschen Idealismus zu verbinden. Dies kommt u. a. in seiner pyramidalen Logik von 1987 zum Ausdruck, in der Geldsetzer versucht, die Logik nicht auf Aussagen, sondern zunächst auf Begriffen aufzubauen, die als Strukturgebilde mit intensionalem Gehalt und extensionalem Geltungsbereich aufgefasst und in einer anschaulichen pyramidalen Notation dargestellt werden können.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Ideenlehre Jakob Wegelins. Ein Beitrag zum philosophisch-politischen Denken der deutschen Aufklärung, Meisenheim am Glan, 1963.
  • Die dogmatische Hermeneutik der Jurisprudenz bei Thibaut und ihre geschichtlichen Voraussetzungen, Düsseldorf, 1966.
  • Philosophengalerie. Bildnisse und Bibliographien von Philosophen aus dem 11. bis 17. Jahrhundert, Philosophia Verlag, Düsseldorf, 1967.
  • Matthias Flacius Illyricus und seine Hermeneutik, Düsseldorf, 1969.
  • Allgemeine Bücher- und Institutionenkunde für das Philosophiestudium, Alber, Freiburg / München, 1971. ISBN 3-495-47211-8
  • Vorländer: Geschichte der Philosophie, Bd. III. 1. Teilband: Die Philosophie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Neubearbeitung v. Lutz Geldsetzer, Hamburg, 1975.
  • In Honorem. Eine Bibliographie der philosophischen Festschriften und ihrer Beiträge, Düsseldorf, 1975.
  • Chinesisch-deutsches Lexikon der chinesischen Philosophie, Aalen, 1986.
  • Logik, Aalen, 1987.
  • Chinesisch-deutsches Lexikon der Klassiker und Schulen der chinesischen Philosophie, Aalen, 1991.
  • Chinesisch-Deutsches Lexikon der chinesischen philosophischen Klassikerwerke. Übersetzt aus dem Ci Hai von L.G. und Hong H.-D., Aalen, 1995.
  • Die Philosophenwelt in Versen vorgestellt, Reclam, Stuttgart, 1995. ISBN 3-15-009404-6

Über Lutz Geldsetzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ideengeschichte und Wissenschaftsphilosophie, Festschrift für Lutz Geldsetzer. Hrsg. von R. Dodel, E. Seidel and L. Steindler, Köln 1997

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]