Mösthinsdorf

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Mösthinsdorf
Gemeinde Petersberg
Wappen von Mösthinsdorf
Koordinaten: 51° 38′ 21″ N, 12° 1′ 16″ O
Höhe: 79 m ü. NN
Einwohner: 260 (7. Mrz. 2019)
Eingemeindung: 1. Januar 2005
Eingemeindet nach: Ostrau
Postleitzahl: 06193
Vorwahl: 034600
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Lage von Mösthinsdorf in Petersberg

Mösthinsdorf ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Petersberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Jahre 1936 bestand Mösthinsdorf aus den Dörfern Möst b. Ostrau und Hinsdorf. Möst, ein Dorf slawischen Ursprungs, wurde erstmals 1180 in einer Urkunde erwähnt, während Hinsdorf seit 1255 bekannt und deutschen Ursprungs ist.

Möst war ein Dorf, das als Exklave des hochstiftlich-merseburgischen Amts Lauchstädt unter kursächsischer Oberhoheit stand. Es gehörte schriftsäßig zum Rittergut Kösseln und hatte von diesem Ort eine Filialkirche.

Hinsdorf lag hingegen als Exklave des zum Leipziger Kreis gehörigen Amts Zörbig im Bezirk des Ritterguts Kösseln. Der Ort war nach Möst eingepfarrt.

1816 gelangten beide Orte an den Regierungsbezirk Merseburg der neugebildeten preußischen Provinz Sachsen. Sie wurden 1816 dem Landkreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.[1]

Am 1. Juli 1950 wechselte der vereinigte Ort Mösthinsdorf in den Saalkreis.[2] Bei der Kreisreform in der DDR 1952 kam der Ort zum verkleinerten Saalkreis im Bezirk Halle, dieser ging bei der Kreisreform des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2007 im Saalekreis auf.

Am 1. Januar 2005 wurde Mösthinsdorf nach Ostrau eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaftsbürgermeister ist Georg Rosentreter.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Ortsteils

Das Wappen wurde am 13. April 2000 durch das Regierungspräsidium Halle genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Gold über Blau; oben ein von zwei steigenden blauen Tulpenblüten überhöhter, stehender schwarzer Eber mit silbernen Hauer und Auge; unten eine halbe goldene Egge (gestürzt gesparrt).“

Die Farben des Ortes – abgeleitet vom Wappen – sind Blau - Gold (Gelb).

Die Flagge der Gemeinde ist Blau - Gelb (1:1) geteilt (Hissflagge: Streifen von links nach rechts, Querflagge: Streifen von oben nach unten verlaufend) mit dem aufgelegten Wappen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

die Dorfkirche von Mösthinsdorf

Am Ortsrand befinden sich zwei Flächennaturdenkmale, ein Areal mit seltenen Sumpfzypressen und eine Feuchtwiese.

Die Kirche des Ortes stammt aus dem 12. Jh. Die Grundmauern und das Sandsteinportal stammen noch aus der romanischen Zeit, während der gesamte Bau im 18. Jahrhundert Veränderungen erfuhr. Einige gut erhaltene Barockgrabsteine sind an der Kirchenmauer zu sehen.

Auf das hohe Alter der Kirche weist das ursprüngliche Eingangsportal hin, ein äußerst beachtliches romanisches Sandsteinportal mit beidseitigen Säulen, versehen mit gut erhaltenen Würfelkapitellen. Auch die alte kleine Glocke stammt aus dem 13. Jahrhundert. Als im Jahre 1769/70 die Kirche erneuert wurde, erhielt sie auch einen neuen Turmknopf mit Wetterfahne. In der Wetterfahne befanden sich die Initialen des Stifters F. W. v. V. (Franz Wilhelm Werner von Veltheim). Im März 1980 begannen die Bauarbeiten zur Instandsetzung der Kirche. Bis zur Fertigstellung vergingen 6 Jahre. Nach einer Generalreparatur und dem Einbau eines elektrischen Windgebläses, wurde die Orgel zusammen mit der Kirche am 23. und 24. August 1986 wieder eingeweiht.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel in Mösthinsdorf wird zwei Erbauern zugeschrieben. Im Jahre 1850 begann Orgelbaumeister W. Loewe aus Delitzsch mit dem Neubau der Orgel. Er verstarb allerdings während der Bauphase und konnte somit das Projekt nicht mehr beenden. Erst acht Jahre später, also im Jahre 1858 wurde die Orgel durch den ebenfalls aus Delitzsch stammenden Orgelbaumeister Eduard Offenhauer fertiggestellt. Es sind keine weiteren Orgelbauten des Orgelbaumeisters W.Loewe bekannt.

Der Orgel blieben größere Umbauten und Veränderungen erspart. Sie ist zum sehr großen Teil original erhalten. Von der ganzen Bauart her ist dieses Orgelwerk handwerklich solide und unter Verwendung guter Materialien gefertigt.

Die Orgel wurde nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten instand gesetzt und wird am 20. September 2008 um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht. Der Mösthinsdorfer Heimatverein e.V. und das Kirchspiel Ostrau e.V. organisieren gemeinsam diesen Festgottesdienst mit Chor und Instrumentalmusik.

Weiter Orgelbauten des Orgelbauers Eduard Offenhauer sind in Leipzig - Seehausen, in Leipzig-Göbschelwitz (zerstört) und in Leipzig-Plaußig bekannt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mösthinsdorfer Heimatverein e. V., gegründet am 27. Oktober 1999

Jährlich werden verschiedene Veranstaltungen, unter anderem das „Mösthinsdorfer Heimatfest“ organisiert. Seit 2008 ist der Mösthinsdorfer Heimatchor aktiv im Ort. Das "Heimatlied" wurde von Norbert Schalipp komponiert und getextet, welches vom Heimatchor beim 10-jährigen Vereinsjubiläum zum Heimatfest uraufgeführt wurde. Ehrengäste waren der Komponist Norbert Schalipp und seine Ehefrau Andrea sowie Bundestagsabgeordneter, Christoph Bergner und Alt-Landrat, Knut Bichoel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mösthinsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Landkreis Bitterfeld im Gemeindeverzeichnis 1900
  2. Mösthinsdorf auf gov.genealogy.net
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005