Münzmeisterzeichen

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Mmz. Mohnkopf

Münzmeisterzeichen (Abkürzung Mmz.) sind oft die Anfangsbuchstaben der Namen der Münzmeister einer Münzstätte oder kleine Bildzeichen (Kreuz, Stern, Wappen, Gerät u. a.) etwa in der Größe der Buchstaben einer Münzumschrift zur Kennzeichnung der unter ihrer Leitung erfolgten Münzprägungen. Der Münzmeister übernahm mit seinem Zeichen die Gewähr für die ordnungsgemäße Ausbringung seiner Gepräge. Bereits in der Zeit der Brakteatenprägungen wurden Münzmeisterzeichen verwendet, die jedoch nur selten erklärbar sind. Seit Beginn der Talerprägungen sind sämtliche Münzmeisterzeichen bekannt.

Das Bild rechts zeigt das Münzmeisterzeichen „Mohnkopf“ des Freiberger Münzmeisters Nicolaus Monhaupt (1449–1456) auf einem meißnisch-sächsischen Groschen.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erbländischer Taler (Breiter Taler) Johann Georgs II. 1662, Mmz. C–R und Eichel, Münzmeister Constantin Rothe, Münzstätte Dresden
Florin von 1347 mit Wappen- und Emissionszeichen
Kurfürst Friedrich Christian Speciestaler 1763, Mmz. I F ô F, Münzmeister Johann Friedrich ô Feral, Münzstätte Leipzig. Am Armabschnitt Signum S, Medailleur Johann Friedrich Stieler
Stolberg-Roßla, Friedrich Botho und Carl Ludwig (1739–1768), Gulden 1764, Mmz. C, Münzmeister Johann Eberhard Volkmar Claus, Stolberg

Mitunter sind Bild- und Buchstabenzeichen auf einer Münze vorhanden. Meistens befindet sich diesem Fall das Bildzeichen in der Umschrift der Münze und die Buchstaben sind im Feld geteilt zu beiden Seiten des Münzwappens angeordnet. Oftmals verwendeten Münzmeister ihre Wappenbilder als Münzmeisterzeichen. Zum Beispiel im Kurfürstentum Sachsen:

  • Constantin Rothe, Münzmeister von 1640 bis 1678 in Dresden, setzte auf seine Münzprägungen die Buchstaben C–R und überdies die Eichel am Zweig aus seinem Familienwappen.
  • Andreas Alnpeck, letzter Münzmeister der Münzstätte Freiberg, führte von 1546 bis 1555 einen sechsstrahligen Stern und von 1554 bis 1555 auch den Adlerkopf aus seinem Wappenschild als Münzmeisterzeichen.
  • Ernst Peter Hecht, Münzmeister 1693–1714 in Leipzig, verwendete als Münzmeisterzeichen die Buchstaben E P H und zusätzlich den Hecht aus seinem Wappen.

In Brandenburg:

  • Paul Mühlrad, Münzmeister 1538–1542 in Berlin setzte auf seine Gepräge ein Mühlrad.

In Mecklenburg:

  • Johann Hund (1512–1526) verwendete einen Hund als redendes Wappen und Beizeichen in den Winkeln des Kreuzes auf den Rostocker Schillingen.

In Florenz:

Einführung und Ablösung der Münzmeisterzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Münzmeisterzeichen erscheinen ab dem späten Mittelalter. Sie wurden größtenteils in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch das Münzzeichen in Form eines Buchstabens zur Bezeichnung der Münzstätte ersetzt. Zuerst löste Frankreich (Münzstätte Paris) bereits im 16. Jahrhundert die Münzmeisterzeichen durch Münzzeichen zur Bezeichnung der Münzstätte ab. Die Münzstätte Berlin führt bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis heute das Münzzeichen A.[1]

Münzmeisterzeichen, Münzzeichen, Signatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitunter befindet sich auf Münzen zusätzlich noch die Signatur des Münzgraveurs oder nur die Künstlersignatur. Das Münzmeisterzeichen darf demzufolge nicht mit der Münzsignatur verwechselt werden. Verwechslungsgefahr besteht ebenfalls mit Münzzeichen zur Bezeichnung der Münzstätte, wenn das Münzmeisterzeichen nur aus einem Buchstaben besteht.

Erklärbare Münzmeisterzeichen können die Bestimmung undatierter und nicht lokalisierter Münzen ermöglichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatliche Münze Berlin / Historie (Memento vom 14. Februar 2012 im Internet Archive)