M.A. Littler

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M.A. Littler (* 6. Juli 1979 in Frankfurt am Main als Marc Alexander Littler) ist ein deutsch-südafrikanischer Filmregisseur, Filmproduzent und Autor. Als Filmemacher steht M.A. Littler in der Tradition des Independent- und Autorenfilms. Er ist für seine kompromisslose Ästhetik und filmische Darstellung von Underground-Kunst, radikaler Politik und unangepassten Charakteren bekannt.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Littler verbrachte weite Teile seiner Kindheit und Jugend in Deutschland, Südafrika und den USA.[2] Er studierte Regie an der Vancouver Film School in Kanada. Nebenbei arbeitete er als Türsteher, Barkeeper, Taxifahrer, Übersetzer, Drehbuchautor, Journalist - und Ambulanzfahrer. Bereits 1999 gründete Littler die heutige Slowboat Films GmbH und tritt seitdem als Produzent seiner Filme auf.[3]

2004 drehte Littler seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm Voodoo Rhythm über das gleichnamige Schweizer Rock’n’Roll-Plattenlabel Voodoo Rhythm Records.

Mit dem Dokumentarfilm The Dead Brothers folgte 2005 das Porträt der Protagonisten um die Schweizer Begräbnisband The Dead Brothers und mit Zownir – Radical Man entstand 2006 das filmische Porträt über Miron Zownir, einer der meist zensierten Fotografen, Filmemacher und Kriminalautore.[4]

Sein erster Spielfilm 2007 The Road To Nod, mit Drehorten in Deutschland und Irland ist ein auf biblischen Motiven basierendes Road Movie, vereint in Film-Noir-Ästhetik die inhaltlichen Offenbarungen des Alten Testaments mit dem subversiven Rock’n Roll Spirit des Undergrounds.[5]

In The Folk Singer – A Tale Of Men, Music & Amerika einem 2008 in den USA entstandenen Film mit dem Blues-und Folkmusiker Konrad Wert alias Possese by Paul James werden künstlerischer Anspruch und Armut sowie der Gegensatz von Kunst und Kommerz thematisiert. Hier setzt Littler bewusst auf die Vermischung der Stilelemente von Fact und Fiction.[6]

Für das dokumentarische Roadmovie The Kingdom Of Survival von 2011 behandelt Littler die Theorien radikaler Denker wie Noam Chomsky, Mark Mirabello, Ramsey Kanaan, Joe Bageant oder Mark Oehler. Trotz des Produktion Budgets von 10.000 Dollar war Littlers Dokumentarfilm auf zahlreichen internationalen Filmfestivals zu sehen[7] (u. a. IDFA Amsterdam,[8] Montreal World Film Festival,[9] Raindance London.[10])

2012 verwirklichte Littler seinem experimentellen Naturfilm Lost Coast. In Schwarz-Weiß-Aufnahmen, ohne ein einziges gesprochenes Wort meditiert der Film über das verlorene Verhältnis des technisierten und rationalisierten modernen Menschen zur Natur.[11]

2013 widmete das Goethe Institut in Porto Allegre Littler eine Werkschau. Gleichzeitig unterrichtete er einen zweiwöchigen Film-Workshop mit brasilianischen Filmstudenten.[12]

Mit seiner Dokumentation Hard Soil – The Muddy Roots Of American Music betrachtete Littler 2014 die modernen Ausformungen der amerikanischen Folk- und Rootsmusik und zeichnet in poetischen Bildern das Porträt einer Generation unangepasster Musiker.[13]

2014 widmeten ihm sowohl das Berliner Hackesche Höfe Filmtheater und Eiszeit Kino[14] als auch das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt/M. Littler eine mehrtägige Werkschau seiner Filme.[15]

2016 erschien Littlers bisher letzter Film ARMENIA, der seine Weltpremiere im November 2016 ebenfalls im Deutschen Filmmuseum feierte.

Seit 2017 ist Littler Herausgeber des transatlantischen Literatur- und Kunstmagazins SARGASSO.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stilistisch sind seine meisten Filme nicht eindeutig einem Genre zuzuordnen, da durch die Verwendung der Elemente aus Spiel- und Dokumentarfilm oft die klare Trennung des Faktischen und Fiktion verwischt. Seine Bildsprache ist von langen Einstellungen und langsamen Tempo geprägt.[16]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Erehwon (Kurzfilm), Buch/Regie/Produzent
  • 2001: Wild Turkey (Kurzfilm), Buch/Regie/Produzent
  • 2002: East Main & 4TH (Kurzfilm), Buch/Regie/Produzent
  • 2003: St. Hank (Kurzfilm), Buch/Regie/Produzent
  • 2004: Voodoo Rhythm, Buch/Regie/Produzent
  • 2005: Dead Brothers – Death is not the End, Buch/Regie/Produzent
  • 2006: Zownir – Radical Man, Buch/Regie/Produzent
  • 2007: The Road To Nod, Buch/Regie/Produzent
  • 2008: The Folk Singer – A Tale of Men, Music & America, Buch/Regie/Produzent
  • 2011: The Kingdom of Survival, Buch/Regie/Produzent
  • 2012: A Night in Zagreb, Buch/Regie
  • 2012: Lost Coast, Buch/Regie/Produzent
  • 2014: Hard Soil – The Muddy Roots of American Music, Buch/Regie/Produzent
  • 2016: Armenia, Buch/Regie/Produzent

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. A. Littler. 3sat Kulturzeit, 19. November 2014; abgerufen am 31. März 2015
  2. Katja Thorwarth: Ich lebe lieber in meiner eigenen Hölle. Frankfurter Rundschau, 6. November 2014; Interview; abgerufen am 31. März 2015
  3. Zu Gast im Cinema: M.A. Littler. Cinema Münster; abgerufen am 31. März 2015
  4. /Miron Zownir – Radical Man Presskit. (PDF; 18 MB) Slowboat Films; abgerufen am 31. März 2015
  5. Road To Nod Presskit. (PDF; 35 MB) Slowboat Films; abgerufen am 31. März 2015
  6. Martin Hossbach: Film-Interview. Spex, 24. November 2009; abgerufen am 31. März 2015.
  7. Alexandra Horn: Überlebenstechniken. In: Neues Deutschland, 9. November 2011; Beitrag zu Kingdom Of Survival; abgerufen am 1. April 2015
  8. International Documentary Film Festival Amsterdam IDFA. Abgerufen am 1. April 2015
  9. German Films at Montreal 2011 German Films; abgerufen am 1. April 2015
  10. Raindance Festival Film Detail Raindance Festival; archiviert am 4. Februar 2016
  11. Lost Coast Weltpremiere. Lichter Filmfestival; abgerufen am 1. April 2015
  12. M. A. Littler im Gespräch mit Bibiana Nilsson, Goethe-Institut Porto Alegre September 2013 Goethe Institut; abgerufen am 1. April 2015
  13. Weltpremiere Hard Soil Berlin. Hackesche Höfe Kino; abgerufen am 1. April 2015
  14. Cristina Moles Kaupp: 15 Jahre Slowboat Films. Tip Berlin, 15. Mai 2014; abgerufen am 1. April 2015
  15. Werkschau Slowboat Films. Filminstitut; abgerufen am 1. April 2015
  16. Interview M. A. Littler beim Raindance Festival youtube; abgerufen am 1. April 2015