Magnus II. (Braunschweig-Lüneburg)

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Darstellung von Magnus II. in der Schriftenreihe „Braunschweigischer Fürstensaal“ des Historikers Ludwig Ferdinand Spehr von 1840

Magnus II. Torquatus, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (* 1324; † 25. Juli 1373 bei Leveste) aus dem Geschlecht der Welfen war von 1369 bis zu seinem Tode 1373 Fürst von Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus war der älteste Sohn von Magnus I. und dessen Frau Sophie von Brandenburg. Er wirkte zunächst als Verwalter in Sangerhausen, dann ab 1368 als Amtmann. 1369 erbte er nach dem Tode seines Vaters das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Wenige Monate später starb auch der Vater seiner Schwägerin Mechtild von Braunschweig-Lüneburg († vor 16. Mai 1410), der Lüneburger Fürst Wilhelm II. Magnus war von ihm als Erbe bestimmt worden und wäre auch den welfischen Hausgesetzen gemäß erbberechtigt gewesen, da sein Vater Magnus I. ein Vetter 2. Grades des verstorbenen gewesen war. Kaiser Karl IV. betrachtete das Reichslehen jedoch als ans Reich zurückgefallen und belehnte die askanischen Herzöge Albrecht von Sachsen-Wittenberg und dessen Onkel Wenzel mit dem Fürstentum, wodurch der Lüneburger Erbfolgekrieg ausgelöst wurde. Die nächsten Jahre waren von militärischen Auseinandersetzungen mit den Wittenbergern geprägt. Nachdem Lüneburg sich aufgrund wiederholter Geldforderungen seitens Magnus auf die Seite der Wittenberger Herzöge stellte, versuchte Magnus Lüneburg einzunehmen, was jedoch misslang. Magnus starb 1373 an tödlichen Verletzungen, die er sich bei einem Zweikampf mit seinem Schwager, Graf Otto I. von Schaumburg, bei der Schlacht bei Leveste am Deister zugezogen hatte.

Denkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus-Denkmal bei Leveste

1864 ließ König Georg V. von Hannover an der Straße von Leveste nach Gehrden ein Denkmal errichten, das an den dort 1373 gefallenen Herzog Magnus Torquatus erinnert.[1] Es trägt die Inschrift:

Herzog Magnus Torqatus
fiel hier im Kampfe mit
Otto Graf von Schaumburg
am XXV Julius MCCCLXXIII.
Koenig Georg V.
liess dieses Denkmal
errichten MDCCCLXIV

Ursprünglich war an der Todesstelle ein Kreuzstein aufgestellt.[2] Dieser ehemals rechteckige Quader mit einem kunstlos eingemeißeltem Kreuz dient oben gotisch zugespitzt als Mittelteil[3] des nach Plänen des Oberlandbaumeisters Christian Adolf Vogell im neugotischen Stil errichteten Denkmals.[4]

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus seiner Ehe mit Katharina von Anhalt-Bernburg hatte Magnus II. elf Kinder:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Magnus II, Duke of Brunswick-Lüneburg (1324–1373) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Levester Chronik zum Magnusdenkmal
  2. Das Magnus Denkmal
  3. Wilh. H. Mitthoff: Leveste. In: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen. Erster Band: Fürstenthum Calenberg. Helwing'sche Hofbuchhandlung, Hannover 1871, S. 120–121 (online).
  4. Leveste. In: Carl Wolff (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. Heft 1: Landkreise Hannover und Linden. Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover 1899, S. 102 (online).
VorgängerAmtNachfolger
Wilhelm II.Herzog zu Braunschweig-Lüneburg
Fürst von Lüneburg

1369–1373
Albrecht von Sachsen-Wittenberg und
Wenzel von Sachsen-Wittenberg
Magnus I.Herzog zu Braunschweig-Lüneburg
Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel

1369–1373
Friedrich