Leveste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

52.3238888888899.552777777777864Koordinaten: 52° 19′ 26″ N, 9° 33′ 10″ O

Leveste
Stadt Gehrden
Wappen von Leveste
Höhe: 64 m ü. NN
Einwohner: 1639 (2012)
Eingemeindung: 1. August 1971
Postleitzahl: 30989
Vorwahl: 05108
St. Agathe-Kirche Leveste
Gotische Fresken aus der Zeit um 1400 in der St. Agathe-Kirche Leveste

Leveste ist mit ca. 1700 Einwohnern der nach der Kernstadt zweitgrößte Stadtteil der Stadt Gehrden in der Region Hannover.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Calenberger Land ist Leveste eine der ältesten Siedlungen. Sie lag am Hellweg.[1]

Der Name des Ortes ist aus den Jahren 1225 als Leueste sowie 1229 als Leuesthe überliefert. In diesem Jahr wird auch ein Priester von Leveste erwähnt, weshalb die St. Agathe-Kirche das älteste erhaltene Gebäude des Ortes ist.

Bei Leveste bestanden zwei Burgen. An die derer von Loh erinnert noch der Lohteich zwischen Leveste und Langreder. Am Levester Bach lag eine Wasserburg, welche im Jahr 1370 als Lehen von Herzog Magnus II. an die Ritter Kniegen vergeben wurde. Diese Wasserburg wurde 1425 nach einer Vereinbarung von Bernhard I. mit dem Rat der Stadt Hannover abgerissen, da die Bürger der Stadt den nahen Versammlungsort kriegsbereiter Ritter fürchteten. Aus dem als Ersatz errichteten Wasserschloss entstand das Levester Kniggegut.[2]

Die Freiwillige Feuerwehr Leveste wurde im Frühjahr 1913 gegründet und bestand zu Beginn aus 34 Männern und sorgt seitdem für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Weiterhin wurde 1921 ein Musikzug und 1966 eine Jugendfeuerwehr gegründet. Seit 2006 ist die Feuerwehr Leveste in einem Löschbezirk mit den Freiwilligen Feuerwehren Lemmie und Redderse aus dem Stadtgebiet zusammengeschlossen.

Am 1. August 1971 wurde Leveste in die Stadt Gehrden eingegliedert.[3]

Straßenbahn[Bearbeiten]

siehe auch: Geschichte der Straßenbahn in Hannover

Ende des 19. Jahrhunderts wurde von der Straßenbahn Hannover AG (ab 1921: Üstra) die Straßenbahnlinie 10 eröffnet, die 1898 zunächst von Hannover über Empelde, Benthe bis Gehrden verlief; im Jahr darauf wurde die Linie über Leveste, Langreder, Egestorf bis Barsinghausen verlängert. Mit der Straßenbahn kam auch der elektrische Strom – erst 1914 waren alle Orte im Landkreis Hannover mit Strom versorgt. Bis November 1953 wurde die Straßenbahn auch zur Güterbeförderung (Kartoffeln/Getreide/Rüben/Steine/Kohle) eingesetzt. Die Personenbeförderung war bereits im Jahr zuvor der Buslinie O10 übertragen worden.

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Sigrid Hahn (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Ortes zeigt gespalten von Rot und Silber vorn einen Kesselhaken, hinten über zwei roten Balken einen wachsenden roten Löwen. In dieser Form besteht das Wappen seit 1960, als der Rat der Gemeinde beschloss, den Löwen des Familienwappens der Freiherren Knigge (Kniegen) mit dem Ortswappen zu verbinden. Der Kesselhaken dient zusätzlich als Symbol der bäuerlichen Vergangenheit. Die Farben Rot und Weiß/Silber greifen die niedersächsischen Landesfarben wieder auf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die St. Agathe-Kirche aus dem Jahr 1229 war im Jahr 2004 775 Jahre alt[4]. Sie ist im Übergangsstil der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet.[5] Die gotischen Fresken im Chor und im Orgelgewölbe stammen aus dem 15. Jahrhundert, während die gotischen Fresken im Kirchenschiff in den Zeitraum 1370 bis 1430 datiert werden. Die Fresken sind weitgehend im Originalzustand erhalten.[6] Wer im Mittelalter in der Kirche stand und nach oben in das Gewölbe blickte, sah dort die vorbildhaften Personen der Kirche. Daraus entwickelte sich der deutsche Begriff "die da oben". Später sind die Fresken mit weißer Farbe übermalt worden. Dank dieser Übermalung sind die Fresken originalgetreu erhalten. Im Jahr 1924 wurden die übermalten Fresken entdeckt und freigelegt. Heute haben die Fresken für Wissenschaftler, Filmregisseure, Schauspieler und Kostümbildner eine große Bedeutung, weil sie die Mode der Zeit um 1400 originalgetreu wiedergeben.
  • Am westlichen Rand des Ortes liegt der Gutshof der Freiherren Knigge. Auf dem Gutshof steht das Herrenhaus, das von 1728 bis 1732 errichtet wurde. Es ist von altem Baumbestand umgeben. Der Entwurf des Tores zur einst geplanten Zufahrt soll vom königlich hannoverschen Baumeister Georg Ludwig Friedrich Laves gefertigt worden sein.
  • Das Magnus-Denkmal an der Straße von Leveste nach Gehrden ließ König Georg V. von Hannover 1864 errichten. Es erinnert an den dort 1373 gefallenen Herzog Magnus Torquatus. Damals wurde an der Todesstelle ein Kreuzstein aufgestellt. [7] [8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Gerd Fenner: Festschrift zum 775jährigen Jubiläum der Evangelisch-lutherischen Kirche St. Agatha zu Leveste im Jahr 2004. Hrsg.: Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Agatha zu Leveste, Leveste 2004.
  • Rainer Gerd Fenner: Festschrift zur 750-Jahr-Feier der St. Agathan-Kirche zu Leveste 1.-8. Juli 1979. Hrsg.: Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Agatha zu Leveste, Leveste 1979. Nachdruck 1994 - überarbeitet und erweitert.
  • Werner Fütterer: Gehrden - Vom Flecken zur Großgemeinde, Gehrden 1991

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Roggenkamp in Heinz Rudolf Rosemann (Hrsg.): Niedersachsen, Hansestädte, Schleswig-Holstein, Baudenkmäler, Reclams Kunstführer, Deutschland, Band 5, 4. Auflage, Stuttgart 1971, S. 367
  2. Die Geschichte Levestes auf Leveste.de (abgerufen am 15. Juli 2015)
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  4. Gedenktafel an der Kirche St. Agatha „1229 - 2004“
  5. Hans Roggenkamp in Heinz Rudolf Rosemann (Hrsg.): Niedersachsen, Hansestädte, Schleswig-Holstein, Baudenkmäler, Reclams Kunstführer, Deutschland, Band 5, 4. Auflage, Stuttgart 1971, S. 367
  6. Rainer Gerd Fenner: Festschrift zum 775jährigen Jubiläum der Evangelisch-lutherischen Kirche St. Agatha zu Leveste im Jahr 2004. Hrsg.: Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Agatha zu Leveste, Leveste 2004. Seite 9.
  7. Das Magnus Denkmal
  8. Levester Chronik zum Magnusdenkmal

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leveste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien