Main-Äppel-Haus Lohrberg

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Eingang zum MainÄppelHaus Lohrberg an Frankfurts Haus- und Weinberg Lohrberg im nordöstlich gelegenen Stadtteil Seckbach

Der MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum e.V. betreibt eine umweltpädagogische Informations- und Begegnungsstätte mit Naturerlebnisgarten in Frankfurt am Main am Lohrberg im Stadtteil Seckbach[1]. Die Bezeichnung der Einrichtung steht für „Äppel“ als neuhessischer Ausdruck für Äpfel vom Main. Seitenarme des Flusses reichten früher bis an den Fuß des Berger Rückens heran, auf dem sich auch der Lohrberg befindet.

Charakterisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Main-Äppel-Haus Lohrberg bietet Informationen und einen Ort der Begegnung und des Austausches rund um die Themen Streuobst und Gartenbau. Geboten werden unter anderem Umweltbildungsveranstaltungen, verschiedene Kurse, Führungen, Exkursionen, Bioprodukte aus dem angegliederten Hofladen, Buchtipps, Merkblätter und Presseinformationen. Eigene Seminarräume mit Vortragstechnik stehen zur Verfügung. Kinderprojekte, insbesondere für Schulklassen und Kindergärten runden das Angebot mit Naturerlebnisaktionen ab.

Naturerlebnisgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rund 2 Hektar große Beratungsgarten wird von Gärtnern betreut, die Fragen zur Pflege des Bodens, zum Obst- und Gemüseanbau und zum Arten- und Pflanzenschutz beantworten. Externe Gruppen dürfen in jedem Jahr thematisch gegliederte Beete selbst gestalten.

Lernstation im Frankfurter Grüngürtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Main-Äppel-Haus ist als eine von mehreren Lernstationen innerhalb des Frankfurter Grüngürtels ausgebaut worden. Dahinter steckt das Bemühen, den traditionellen Streuobstgebieten der Region zu neuen Anhängern und Förderern zu verhelfen. Kindern werden daher im Rahmen des städtischen Programms „Entdecken, Forschen und Lernen im GrünGürtel“ diverse Veranstaltungen angeboten. Mädchen und Jungen, die in den Obstbäumen das Frankfurter Grüngürteltier entdecken sollten, können sich bei Sichtung von drei Exemplaren ein Grüngürteltier-Sammelbild verdienen. Zusammen mit vier weiteren Sammelbildern von den weiteren Lernstationen des Grüngürtels oder von entsprechenden Veranstaltungen kann man diese in einen GrünGürtel-Sammelpunkte-Pass einkleben und damit das so genannte GrünGürtel-Tier-Diplom erwerben.

Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Main-Äppel-Haus Lohrberg bietet das sogenannte Äppel-Bistro, in dem es kleine kalte Speisen aus der Frankfurter Küche anbietet und selbst gekelterten „Ebbelwoi“ und -saft aus eigenem Anbau ausschenkt. Auch der Seckbacher Riesling vom Lohrberger Hang ist im Ausschank, den die Stadt Frankfurt bzw. deren Vertreter den internationalen Gästen der Stadt anbietet und als Gastgeschenk überreicht.

Hofladen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der dem Beratungsgarten angegliederte Hofladen des Main-Äppel-Haus Lohrberg bietet Bio-Produkte eigener Erzeugung an. Über die jeweilige Eignung der rund 20 verschiedenen Apfelsorten für Kompott, Kuchen oder als Tafelobst wird informiert.

Veranstaltungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blütenfest – jährlich an einem Sonntag im April zur Begrüßung des Frühlings für Groß und Klein mit großem kunsthandwerklichen Angebot, Spielen für Kinder und Verköstigung.
  • Diverse Kinderfeste – z. B. das Traktorfest oder das Fledermausfest
  • Sommerferienspiele für Kinder
  • Kräutertag – Kräuterfest im Herbst mit Vorträgen, Verköstigung, Verkauf und Beratung
  • Äppelfest – jährliche Veranstaltung an einem Sonntag im September rund um die Apfelernte mit Keltern, Ausschank, Verkostung, Verkauf sowie Spiele und Basteln für Kinder und Jugendliche.[2]

Landschaftsprojekte (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Betreiberverein führt verschiedene Projekte in den Streuobstwiesen zu Landschaftspflege und -schutz durch, teils mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Institut für Tierökologie und Naturbildung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Areal des umweltpädagogisch konzipierten MainÄppelHaus Lohrberg basiert auf der 1946/47 von der Stadt Frankfurt am Main angelegten Beispiel- und Beratungsanlage als Informationsstätte der Obstbau betreibenden Bürger. Gerade in den Nachkriegsjahren entwickelte sich eine besondere Nachfrage, schon wegen der allgemein verheerenden Versorgungssituation. Ab den 1960er Jahren ließ das Interesse jedoch allmählich nach. Im Jahr 2003 gründete sich der Verein Streuobstzentrum, der im Jahr 2005 die Trägerschaft der wiederholt von der Schließung bedrohten Beispiel- und Beratungsanlage übernommen hat. Der MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum e.V. ist zugleich eine Art Nachfahre des 1907 gegründeten und 1985 aufgelösten Obst- und Gartenbauvereins Seckbach, der bereits eine Obstanbau-Versuchsanlage zu Forschungszwecken betrieb.

Historische Dokumente weisen aus, dass der Lohrberg und andere Teile des Berger Rückens früher bevorzugt für den Weinbau genutzt worden sind. Vereinzelt finden sich daher auch heute noch alte Weinstöcke in der Landschaft, unabhängig von dem heute noch betriebenen Weinbau am Lohrberger Hang durch das Weingut der Stadt Frankfurt am Main bzw. dessen Pächter. In jüngerer Zeit wurde der Weinbau jedoch zugunsten des Obstanbaus zurückgedrängt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Main-Äppel-Haus Lohrberg liegt innerhalb des Frankfurter Stadtteiles Seckbach am südöstlichen Hang des Lohrberges.

Initiatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Main-Äppel-Haus Lohrberg Streuobstzentrum e.V. in Frankfurt wurde vom Landschaftspflegeverband Main-Kinzig, dem Obst- und Gartenbauverein Bergen-Enkheim und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) gegründet, um den Streuobstgürtel im Großraum Frankfurt und insbesondere in Bergen-Enkheim, dauerhaft durch eine maßvolle und nachhaltige Nutzung zu erhalten. Ein Pflegekonzept identifizierte Sofortmaßnahmen und dauerhafte Erhaltungsmaßnahmen. Ferner wurden Artenschutzkonzepte in den Mittelpunkt der Naturschutzmaßnahmen gerückt. Ziel war und ist es, durch die Nutzung der Kulturlandschaften die Erhaltung dieser sekundären Lebensräume für eine große Anzahl bedrohter Pflanzen und Tiere zu ermöglichen. Inzwischen ist der Streuobstschutz in Form eines eingetragenen Vereins gemeinnützig und ehrenamtlich organisiert. Zur dauerhaften Finanzierung der Vereinstätigkeit wurde eine Vermarktungs-GmbH gegründet. Die Erlöse aus der Tätigkeit der GmbH fließen vollständig in die Arbeit des Vereins und tragen so zur dauerhaften Sicherung der Streuobstbestände in und um Frankfurt bei.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kann man mit der RMV-Buslinie 43 bis zur Haltestelle Budge-Altenheim fahren. Von dort sind es etwa fünf Minuten ansteigender Fußweg bis zum Eingang im Klingenweg 90.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MainÄppelHaus Lohrberg, frankfurt.de abgerufen am 25. Feb. 2020
  2. Äppelfest, frankfurt.de (Familienprogramm EFL 2019 Offen für alle) als pdf abgerufen am 25. Feb. 2020
  3. DNB 967408474 Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Koordinaten: 50° 9′ 6″ N, 8° 44′ 6″ O