Mariä Himmelfahrt (Engen)

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Kirche Mariä Himmelfahrt
Innenraum von Mariä Himmelfahrt

Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Engen ist die dortige Stadtpfarrkirche und der Sitz des Dekans. Sie steht unter dem Patrozinium Mariä Aufnahme in den Himmel. Heute gehört die Stadtpfarrkirche Engen zur Seelsorgeeinheit Oberer Hegau in der Erzdiözese Freiburg.[1]

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kirche haben sich Zeugnisse aus allen Stilepochen seit ihrer Erbauung in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten.[2] Durch den begrenzten Baugrund direkt an der Stadtmauer ergab sich eine fast quadratische Grundfläche für die geostete Basilika mit flachem Chorschluss. Der Turm an der Nordwestecke ist ein umgebauter Befestigungsturm der Stadtmauer. Aus der Zeit der Romanik stammen außerdem das Mittelportal mit einer Kreuzigungsgruppe und Skulpturen am Nordportal.[2]

Ursprünglich als Patronatskirche der Herren von Hohenhewen errichtet, wurde sie erstmals im Jahre 1364 als Pfarrkirche erwähnt.[2] Im Jahre 1442 begann unter den Grafen von Lupfen, welche die Kirche auch als Grablege nutzten, die gotische Umgestaltung.[2] So wurden spitzbogige Arkadenbögen auf die romanischen Säulen gesetzt sowie Turm, Westfassade und die Dächer erhöht. An der südlichen Halbsäule der ersten Langhausarkade befindet sich das Baudatum 1496.

Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgte die noch heute prägende Ausstattung im Barockstil. Im 17. Jahrhundert erhielten die Seitenschiffe ein neues Gewölbe und der Chor wurde erweitert und die Fenster vergrößert. Das Taufbecken stammt aus dem Jahre 1618.[2] 1664 wurde das Chorgestühl von den beiden ortsansässigen Schreinermeistern Johannes Schneider und Thomas Hecke gefertigt.[2] 1746 bis 1747 wurde auch das Mittelschiff neu eingewölbt. Die Stuckarbeiten stammen von Johann Rees, die Ausmalung im Chor von Johann Christoph Achert, der zusammen mit Johann Baptist Kuster am Triumphbogen „das Jüngste Gericht“ als monumentales Fresko gestaltete. Der Hochaltar, der 1818/19 von dem Sigmaringer Hofmaler Fidelis Welz geschaffen wurde, ist schon durch den Klassizismus geprägt. Die Kirche enthält weitere qualitätsvolle Kunstwerke aus allen Epochen, insbesondere den Grabmäler des Ortsadels, den Grafen von Lupfen und den Grafen von Pappenheim.

Von Mai 2011 bis Oktober 2012 wurde die Kirche innen und außen umfassend renoviert. Vor allem wurde die Dachkonstruktion verstärkt und damit die Kirche statisch gesichert. Zudem wurde das Dach auf der Südseite neu gedeckt.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel in der Engener Stadtpfarrkirche wurde 1979 von der Augsburger Orgelbaufirma Kubak gebaut. Sie besitzt 32 klingende Register auf drei Manualen und Pedal. Es sind zwei Tremulanten vorhanden.

Orgel in der Stadtpfarrkirche Engen.jpg
Pedal Rückpositiv Hauptwerk Schwellwerk Koppeln
1 Subbaß 16' 10 Bordun 8' 17 Quintade 16' 27 Copal 8' I/P
2 Quintade 16' 11 Principal 4' 18 Principal 8' 28 Amarosa 8' II/P
3 Octavbaß 8' 12 Schwiegel 2' 19 Rohrflöte 8' 29 Bifara 8' III/P
4 Gedackt 8' 13 Sesquialter 2f. 20 Octav 4' 30 Flöte 4' I/II
5 Octavbaß 4' 14 Scharff 3f. 1' 21 Traverse 4' 31 Octav 2' III/II
6 Mixtur 4f. 2⅔' 15 Cromorne 8' 22 Quint 2⅔' 32 Quint 1⅓'
7 Bombarde 16' 16 Tremulant 23 Octav 2' 33 Schalmey 8'
8 Trompete 8' 24 Terz 1⅗' 34 Tremulant
9 Clairon 4' 25 Mixtur 4f. 1⅓'
26 Trompete 8'

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche besitzt in ihrem 72 Meter hohen Kirchturm ein 5-Stimmiges Geläut.

Nr. Name Gussjahr Gießer, Gussort Durchmesser (mm) Masse (kg) Nominal (16tel)
1 Christkönig 1602 Hainrich Lamprecht, Schaffhausen 1490 2004 c1 +5
2 Maria 1602 Hainrich Lamprecht, Schaffhausen 1250 1168 d1 +6
3 Apostel 1602 Hainrich Lamprecht, Schaffhausen 1000 631 fis1 +5
4 Franz Xaver 1761 Johann Leonhard Rosenlecher 850 375 a1 +8
5 Sebastian 1953 F. W. Schilling, Heidelberg 740 250 cis2 +5

Marientodrelief[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Marientodrelief (Engen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele Greindl-Wagner: Engen/Hegau - Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Peda-Kunstführer, Passau 1992, ISBN 3-927296-43-0
  • Eva Moser in „Bodensee“ Dumont Kunstreiseführer 1998, S. 83 ISBN 3-7701-3991-7
  • Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Baden-Württemberg II, bearb. Von Dagmar Zindars u. a. 1997, S. 172 ISBN 3-422-03030-1
  • Bernd Mathias Kremer: Eine der Urkirchen des Hegau. In: Konradsblatt vom 11. November 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mariä Himmelfahrt (Engen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Engen auf der Webseite der Seelsorgeeinheit Oberer Hegau

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Webseite
  2. a b c d e f Unterseite Zur Geschichte unserer Kirche auf der offiziellen Webseite.

Koordinaten: 47° 51′ 9,8″ N, 8° 46′ 17,5″ O