MarieLuise

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Operndaten
Titel: MarieLuise
Form: Kammeroper in 17 Bildern
Originalsprache: Deutsch
Musik: Gernot Schedlberger
Libretto: Kristine Tornquist
Uraufführung: 31. Dezember 2012
Ort der Uraufführung: Wien, sirene Operntheater am Palais Kabelwerk
Spieldauer: ca. 2 Stunden
Personen
  • Marie (Mezzosopran)
  • Luise (Mezzosopran)
  • Albin Fux / Dr. Chop, Chirurg (Tenor)
  • Alexander Falk / Dr. Dimezza, Chirurg (hoher Bariton)
  • Prof. Koloman Hirsch, Parteivorsitzender / Dr. Neher, Anästhesist (Bassbariton)
  • Dr. Otto Bock, Landesparteichef / Dr. Morcellier, Chirurg (Bariton)
  • Friseur / Reporter der Tagesparole (Countertenor)
  • Reporterin des Täglich Heute / Operationsschwester Dolores (Sopran)
  • Dr. Z. (Schauspieler)

MarieLuise[1] ist eine ca. zweistündige Kammeroper in 17 Bildern von Kristine Tornquist (Libretto, 2011) und Gernot Schedlberger (Musik, 2011/12).

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kammeroper handelt vom siamesischen Zwillingspärchen Marie und Luise. Beide befinden sich zu Beginn der Handlung in absoluter Harmonie in ihrem gemeinsamen Körper, entwickeln aber im Laufe der Handlung politischen Ehrgeiz, um sich für die Rechte von benachteiligten Minderheiten einzusetzen. Dadurch geraten sie aber mehr und mehr in Opposition zueinander, auch deshalb, weil sie mit den politischen Mechanismen, den Machtkämpfen und Intrigen als Quereinsteiger nicht vertraut sind. Diese selbst verursachte, von den (durchwegs männlichen) politischen Konkurrenten geschickt weiter vorangetriebene Entfremdung gipfelt letztendlich im Wunsch beider, nicht mehr im selben Körper leben zu wollen, und sie entschließen sich, eine operative Trennung durchführen zu lassen, um getrennt ihre Ziele besser verwirklichen zu können. Die behandelnden Ärzte wittern Karrierechancen und Geschäft, warnen aber auch vor den Risiken, vor allem, davor: es muss beiden bewusst sein, dass – aufgrund ihrer physischen Anlagen – nur eine von beiden überleben wird können. Die Operation gelingt, doch unerwartet bleibt Luise, der von den Ärzten die geringere Überlebenschance vorausgesagt wurde, am Leben. Ihrem Erwachen folgt Resignation und sie bereut das Geschehene.

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szenenfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ouvertüre
  2. Marie und Luise
  3. Die einzelnen Menschen
  4. Die gelbe Partei
  5. Friseur und Presse
  6. Karriere
  7. Abstimmung
  8. Opposition
  9. Die violette Partei
  10. Alexander
  11. Intrige
  12. Wahlkampf
  13. Marie oder Luise
  14. Die Ärzte
  15. Operation
  16. Erwachen
  17. Nachspiel/Epilog

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schedlberger verwendete in seiner fünften Kammeroper (sein op. 30) eine Besetzung von acht Sängern und Sängerinnen (teilweise Doppelrollen), einem Schauspieler und einem 12-köpfigen Kammerorchester, wobei die zwei Bassklarinetten im Kammerorchester als musikalisches Äquivalent zu dem siamesischen Zwillingspärchen stehen.

Werkgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MarieLuise entstand im Auftrag des sirene Operntheater[2]. Die Uraufführung[3] fand in Wien am 31. Dezember 2012 im Palais Kabelwerk statt. Es folgten weitere Vorstellungen am 3., 4., 5., 8. und 9. Januar 2013. Die Produktion war eine Kooperation zwischen dem sirene Operntheater und der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (ÖGZM). Die musikalische Leitung hatte Gernot Schedlberger inne, Regie führte Kristine Tornquist, Produktionsleiter war Jury Everhartz.

Sänger/Schauspieler

  • Iwona Sakowicz (Marie)
  • Salina Aleksandrova (Luise)
  • Richard Klein (Fux/Chop)
  • Johannes Schwendinger (Falk/Dimezza)
  • Johann Leutgeb (Hirsch/Neher)
  • Günther Strahlegger (Bock/Morcellier)
  • Gerhard Hafner (Friseur/Reporter)
  • Lisa Rombach (Reporterin/Schwester Dolores)
  • Klaus Rohrmoser (Dr. Z)

Leadingteam

  • Gernot Schedlberger, musikalische Leitung
  • Kristine Tornquist, Regie
  • Andrea Költringer, Bühne
  • Hans Lindner, Jakob Scheid, Michael Liszt, Clemens Miggitsch, Franz Jackel, Bühnenbau
  • Markus Kuscher, Kostüme
  • Edgar Aichinger, Licht und Technik
  • Antonia Jurkovic, Maske
  • Benjamin McQuade, Kaori Nishii, Korrepetition
  • Theresa Busch, Regieassistenz
  • Isabelle Gustorff, Dramaturgie
  • Marianne Korner, mathematische Beratung
  • Katja Graf, Tiertraining
  • Jury Everhartz, Produktionsleitung

Musiker

  • Claudia Schiske (Flöten)
  • Thomas Schön (Bassklarinette 1)
  • Sabine Zwick (Bassklarinette 2 / Klarinette)
  • Hermann Ebner (Horn)
  • Hermann Mitterer (Trompete)
  • Bojana Foinidis (Akkordeon)
  • Benjamin McQuade (Klavier / Celesta)
  • Berndt Thurner (Schlagwerk)
  • Ines Nowak-Dannoritzer (Viola 1)
  • Martina Reiter (Viola 2)
  • Francois-Pierre Descamps (Violoncello)
  • Antal Rácz (Kontrabass)

Den Ehrenschutz der Aufführungen übernahm der Beauftragte der Stadt Wien für Universitäten und Forschung Alexander Van der Bellen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Standard, 28. Dezember 2012 „Ein ungleiches Paar kommt selten allein“
  2. sirene Operntheater (Archiv)
  3. Kritik der Uraufführung im „Der neue Merker“