Marija Golubeva

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Marija Golubeva

Marija Golubeva (* 1973 in Riga) ist eine lettische Politikerin der Kustība Par!. Vom 3. Juni 2021 bis 16. Mai 2022 war sie Innenministerin im Kabinett Kariņš.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Schulabschluss studierte Golubeva ab 1990 Anglistik an der Universität Lettlands in Riga und schloss 1994 mit einem Bachelor ab. Diesem folgte ein Auslandsstudium an der Central European University in Budapest, dass sie 1995 mit einem Master der Geschichte abschloss. Anschließend besuchte sie die University of Cambridge, wo sie 2000 im Fachbereich Geschichte promovierte.

Von 1999 bis 2001 war sie als Dozentin an der Lettischen Kulturakademie tätig. Später war sie von 2001 bis 2002 geschäftsführende Leiterin des Instituts für Politikwissenschaft der Stradiņš-Universität Riga. Im Jahr 2002 wurde sie Leiterin eines Forschungszentrums an der Hochschule Vidzeme. Zwischen 2003 und 2004 arbeitete Golubeva als Referentin in der Staatskanzlei und von 2004 bis 2012 sowie von 2014 bis 2016 als Forschungsmitarbeiterin am Politikforschungszentrum PROVIDUS. Zwischen 2013 und 2014 war sie für die Beratungsfirma ICF als Consultant tätig.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 gehörte Marija Golubeva zu den Mitbegründern der liberalen Kustība Par! („Bewegung Für!“) und wurde direkt in den Parteivorstand gewählt.[1]

Bei der Parlamentswahl 2018 trat ihre Partei im Wahlbündnis Attīstībai/Par! („Entwicklung/Für!“) an. Dieses zog mit 13 Abgeordneten ins Parlament (Saeima) ein, wobei Golubeva eines dieser Mandate erzielen konnte. Dort wurde sie in der Folgezeit als stellvertretende Sekretärin Mitglied des Präsidiums. Ab Januar 2021 übernahm sie zudem den Fraktionsvorsitz der Attīstībai/Par! Bei der Regierungsumbildung nach dem Ausschluss der KPV-LV-Minister, wurde sie am 3. Juni 2021 als Nachfolgerin von Sandis Ģirģens Innenministerin im Kabinett Kariņš. Nur ein knappes Jahr später trat sie, nach Zwischenfällen bei prorussischen Demonstrationen am 9./10. Mai, auf Druck des Koalitionspartners Nationale Vereinigung, am 16. Mai 2022 zurück.[2]

Golubeva war, nach Edgars Rinkēvičs, das zweite offen homosexuelle Parlaments- und Kabinettsmitglied in der Geschichte Lettlands.[3]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marija Golubeva lebt seit 1993 in einer Beziehung mit Diāna Ieleja. Beide lernten sich während ihres Studiums in Riga kennen und besuchten später gemeinsam die Central European University. Im Jahr 2013 heiratete das Paar in Brüssel, wobei diese Eheschließung in Lettland nicht anerkannt wird.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The glorification of Emperor Leopold I in image, spectacle and text. von Zabern, Mainz 2000, ISBN 978-3805327046
  • mit Robert Gould: Shrinking Citizenship: Discursive Practices That Limit Democratic Participation in Latvian Politics. (On the Boundary of Two Worlds). Rodopi, 2010, ISBN 978-9042031333.
  • Models of Political Competence: The Evolution of Political Norms in the Works of Burgundian and Habsburg Court Historians, c. 1470-1700 (Brill's Studies in Intellectual History). Brill, 2013, ISBN 978-9004231054.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marija Golubeva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Partiju «Kustība Par!» vadīs Pavļuts; valdē ievēlē arī Viņķeli un Dālderin, Onlinemeldung auf www.lsm.lv vom 26. August 2017, abgerufen am 7. Juni 2021 (lettisch).
  2. Latvian Interior Minister resigns over Victory Monument controversy, Onlinemeldung auf www.lsm.lv vom 16. Mai 2022, abgerufen am 17. Mai 2022 (englisch).
  3. Lettland: Lesbische Politikerin wird Innenministerin, Onlinemeldung auf www.queer.de vom 4. Juni 2021, abgerufen am 7. Juni 2021.
  4. Marija Golubeva un Diāna Ieleja – viņas ir kopā 30 gadus un noslēgušas laulību Briselē, Onlinemeldung auf www.santa.lv vom 3. Juni 2021, abgerufen am 8. Juni 2021 (lettisch).