Mark Karpelès

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Mark Marie Robert Karpelès (* 1. Juni 1985 in Chenôve, Frankreich) ist ein französischer Administrator und Tauschbörsenbetreiber. Er war CEO der Online-Tauschbörse für Bitcoins Mt.Gox, K.K.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karpelès ist das einzige Kind der Immobilienmaklerin Anne Karpelès.[1] Zwischen 1995 und 2000 absolvierte er eine Schulausbildung am Collège Prieuré de Binson in Châtillon-sur-Marne und am Prieuré De Binson in Dormans. Ein Jahr verbrachte er am Gymnasium Claude Bernard in Paris und beschloss seine Ausbildung 2003 am Gymnasium Louis Armand in Paris. Seine erste berufliche Station zwischen 2003 und 2005 war die Stelle eines Administrators und PHP-Programmierers beim Entwicklerstudio Cyberjoueurs. Im Jahre 2009 wanderte er von Frankreich nach Japan aus und gründete den IT-Dienstleister Tibanne Co. Ltd. in Tokio.[2] Er erlernte dort in kurzer Zeit auch die japanische Sprache, die er zuvor schon rudimentär beherrschte. [3]

Mt.Gox[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 erwarb er mit Tibanne den Bitcoin-Handelsplatz Mt.Gox.[1] Mt.Gox entwickelte sich zum führenden Handelsplatz für Bitcoins und wickelte zeitweise ca. 80 % des weltweiten Bitcoin-Handels ab.[4] Nachdem Mt. Gox wegen angeblicher technischer Probleme am 7. Februar 2014 sämtliche Auszahlungen an Kunden gestoppt hatte, stellte die Börse am 25. Februar 2014 den Handel ein. Mark Karpelès gab seinen Sitz im Vorstand der Bitcoin Foundation zurück.[5]

Am 28. Februar 2014 stellte Mt. Gox bei einem japanischen Bezirksgericht einen Antrag auf Gläubigerschutz. Karpelès räumte auf einer Pressekonferenz das spurlose Verschwinden von 850.000 Bitcoins (Kurswert über 350 Mio. EUR) ein.[6][7] Diese Menge reduzierte sich laut einer am 20. März 2014 von Karpelès abgegebenen Erklärung auf 650.000 Bitcoins.[8] Karpelès wurde nach einem richterlichen Beschluss vom 1. April 2014 vor ein Insolvenzgericht in Dallas geladen.[9]

Karpelès wurde am 1. August 2015 in Japan wegen des Verdachts, Abrechnungsdaten von Mt. Gox gefälscht zu haben, festgenommen.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Burgund: Le génie côte-d'orien qui fait trembler le net. In: Le journal de Saone-et-Loire, 1. März 2014, abgerufen am 4. März 2014.
  2. About. In: Tibanne Website, abgerufen am 5. März 2014.
  3. www.focus.de Der größte Bankraub im Internet
  4. 7 Fragen und 7 Antworten zu Bitcoins. In: asscompact.de, abgerufen am 6. März 2014
  5. Bitcoin-Börse Mt. Gox verschwindet vom Radar – und die Bitcoins der Kunden. In: heise.de. 25. Februar 2014, abgerufen am 10. März 2014.
  6. Mt. Gox Files for Bankruptcy Protection. In: auf The Wallstreet Journal Online. 28. Februar 2014, abgerufen am 28. Februar 2014.
  7. Bitcoin-Börse Mt. Gox ist insolvent. In: manager magazin online. 28. Februar 2014, abgerufen am 6. März 2014.
  8. Information über den Bestand an Bitcoins. In: mtgox.com. 20. März 2014, abgerufen am 24. März 2014 (PDF; 192 kB, japanisch, englisch).
  9. US-Gericht lädt Mt.-Gox-Chef Karpeles wegen Bitcoin-Desaster vor. In: The Wall Street Journal, 2. April 2014, abgerufen am 3. April 2014
  10. AFP/stdo: Chef von Bitcoin-Börse MtGox festgenommen. In: Welt.de, 1. August 2015, abgerufen am 1. August 2015.