Martin Burgi

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Martin Burgi (* 18. Januar 1964 in Ulm[1]) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Staatsrechtslehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Burgi absolvierte sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Konstanz. 1989 wurde er dann Rechtsassessor bei dem Landesjustizprüfungsamt Baden-Württemberg in Stuttgart. Im Jahre 1993 wurde er mit seiner Dissertation mit dem Thema „Erholung in freier Natur – Erholungssuchende als Adressaten staatlichen Umweltschutzes vor dem Hintergrund von Gemeingebrauch, Betretungsrecht und Grundrecht“ an der Universität Konstanz zum Dr. jur. promoviert. 1998 folgte sodann die Habilitation mit einer Schrift zum Thema „Funktionale Privatisierung und Verwaltungshilfe. Staatsaufgabendogmatik – Phänomenologie – Verfassungsrecht“.

Im Rahmen der Habilitation erhielt Martin Burgi die Lehrbefugnis für die Fächer Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Europarecht. Danach übernahm er im Sommersemester 1998 sowie im Wintersemester 1998/1999 Lehrstuhlvertretungen an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und im Sommersemester 1999 an der Ruhr-Universität Bochum, wo er am 20. Juli 1999 zum Universitätsprofessor und Inhaber eines Lehrstuhls für Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät ernannt wurde. Am 25. Juli 2004 lehnte Martin Burgi einen Ruf auf die C4-Professur „Öffentliches Recht“ an der Universität Konstanz ab.

Am 1. Januar 2004 gründete er die Forschungsstelle für Verwaltungsrechtsmodernisierung und Vergaberecht (FVV), die heute an der Ludwig-Maximilians-Universität München angesiedelt ist.[2] Im Herbst 2007 wurde Martin Burgi Research Fellow an der George-Washington-University Law School, Washington D.C., im März 2012 nahm er dort eine Gastprofessur war. Von Oktober 2008 bis September 2010 war er Dekan der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Zum 1. Oktober 2012 wurde Burgi Professor für Öffentliches Recht, Wirtschaftsverwaltungsrecht und Sozialrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[3]

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsschwerpunkte von Martin Burgi liegen im Öffentlichen Wirtschaftsrecht (einschließlich Gesundheitswirtschaft), im Energie- und Umweltrecht, in der Verwaltungsrechtsmodernisierung sowie im Kommunalrecht; auf diesen Gebieten ist er durch zahlreiche Publikationen in juristischen Fachzeitschriften, als (Mit-)Autor von Lehrbüchern und als Vortragsredner bekannt. Daneben widmet er sich der Kommentierung des Grundgesetzes und des AEU-Vertrages.

Ämter und Mitgliedschaften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem war Martin Burgi benannter Sachverständiger der Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen (kurz: Föderalismusreform II). Seit 2008 ist er gewähltes Mitglied des Fachkollegiums „Rechtswissenschaft“ bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2012 wiedergewählt für vier Jahre.

Er ist Mitglied der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, wo er drei Jahre lang Sprecher des Gesprächskreises „Verwaltung“ war. In den Jahren 2014 und 2015 war er Vorsitzender der Vereinigung.[4]

Außerdem ist er Mitglied des Deutschen Juristentages. Ferner arbeitet er in den Kuratorien des Freiherr-vom-Stein- Instituts an der Universität Münster und des Instituts für Berg- und Energierecht an der Universität Bochum mit. Seit Oktober 2014 ist er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Forum Vergabe e.V.[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erholung in freier Natur. Erholungsuchende als Adressaten staatlichen Umweltschutzes vor dem Hintergrund von Gemeingebrauch, Betretungsrecht und Grundrecht. Duncker & Humblot, Berlin 1993 (Dissertation, Universität Konstanz, 1993).
  • Funktionale Privatisierung und Verwaltungshilfe. Staatsaufgabendogmatik – Phänomenologie – Verfassungsrecht (= Jus publicum. Bd. 37). Mohr Siebeck, Tübingen 1999 (Habilitationsschrift, Universität Konstanz, 1998).
  • Kommunalrecht. C.H. Beck, München 2006; 5. Auflage 2015.
  • (mit Johannes Dietlein, Johannes Hellermann) Öffentliches Recht in Nordrhein-Westfalen. C.H. Beck, München 2006; 4. Auflage 2011.
  • Verwaltungsorganisationsrecht. In: Hans-Uwe Erichsen, Dirk Ehlers (Hrsg.): Allgemeines Verwaltungsrecht. 14. Auflage. De Gruyter, Berlin 2010.
  • (mit Wolfgang Durner) Modernisierung des Verwaltungsverfahrensrechts durch Stärkung des VwVfG. Nomos, München 2011.
  • Kommunale Verantwortung und Regionalisierung von Strukturelementen in der Gesundheitsversorgung. Nomos, Bochumer Schriften zum Sozial- und Gesundheitsrecht, Band 15, Baden-Baden 2013.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 22. Ausgabe (2009). Bd. 1, S. 549.
  2. Forschungsstelle für Vergaberecht und Verwaltungskooperationen - Juristische Fakultät - LMU München. In: www.jura.uni-muenchen.de. Abgerufen am 16. November 2016 (deutsch).
  3. Neuberufen, Website der LMU München, abgerufen am 5. September 2012.
  4. http://www.vdstrl.de/ Aufgerufen am 12.November.2015
  5. http://www.jura.uni-muenchen.de/personen/b/burgi_martin/vita/index.html Aufgerufen am 12. November 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]