Martin Pfeiffer (Journalist)

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Martin Pfeiffer (geb. in Franken) ist ein deutscher Journalist, der in Österreich tätig ist. Er ist Mitglied mehrerer rechtsextremer Vereinigungen und war von 2004 bis zu ihrer Einstellung 2018 Chefredakteur der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfeiffer stammt aus Franken und studierte Jura. Ab 1999 war er Mitarbeiter der Wochenzeitung Zur Zeit von Andreas Mölzer in Wien. 2004 wechselte er nach Graz zur Zeitschrift Die Aula. Unter seiner Ägide wurde Die Aula äußerlich modernisiert. Seit 2010 ist er Vorsitzender der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik und stellvertretender Vorsitzender des Kulturwerks Österreich, seit 2012 Vorsitzender.[1] Die GfP ist laut deutschem Verfassungsschutz die „größte rechtsextremistische Kulturvereinigung in Deutschland“[2] mit engen Kontakten zur deutschen NPD. Laut Spiegel ist eines der Hauptanliegen der Vereinigung die Streichung des § 130 StGB (Volksverhetzung) sowie die angeblich verzerrte oder falsche Geschichtsdarstellung des Nationalsozialismus zu korrigieren.[3] Pfeiffer ist zudem Vorsitzender des Vereins „Kultur- und Zeitgeschichte – Archiv der Zeit e. V.“.[4]

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes konstatiert über die Arbeit Pfeiffers in der Aula: „Unter seiner Ägide ist seit Jahren eine neuerliche Zunahme von offenem Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Revanchismus und Geschichtsklitterung in der Aula feststellbar.“[5] Laut Andreas Speit und Martin Langebach ist Pfeiffer einer „der wichtigsten Protagonisten im Spektrum der radikalen Rechten“ in Österreich.[1]

2014 wurde er als Vortragender zum Stiftungsfest der Münchner Burschenschaft Danubia eingeladen. Er sollte zum Thema „Pro Patria – Die Aula: Freiheitliche Publizistik in Zeiten des Kampfes gegen Rechts“ vortragen, wurde jedoch kurz vorher als zu rechts wieder ausgeladen. Danubia-Vorstand Maximilian Reingruber sagte der Süddeutschen Zeitung, ihnen sei Pfeiffers Funktion bei der GfP nicht bewusst gewesen und es handele sich um „ein bedauerliches Versehen“.[6] Die Grünen im Bayerischen Landtag stellten auch daraufhin eine Anfrage an die Staatsregierung (CSU) zu „Rechtsextremen Tendenzen in Bayerischen Burschenschaften“ (22. Januar 2016, Schriftstück 17/9235).

Nach Einstellung der Aula im Sommer 2018 war Pfeiffer im Oktober 2019 Herausgeber der Neuen Aula, von der nur eine Ausgabe erschien.

2020 wurde er mit der rechtshistorischen Arbeit "Die Praxis der Wehrmachtsgerichtsbarkeit an der Front und im Hinterland" zum Dr. iur. promoviert. Das Werk wurde im Grazer Ares-Verlag publiziert.

Pfeiffer ist Alter Herr der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania und war bis September 2019[7] Mitglied der FPÖ. Heute lebt er in Graz.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Martin Langebach, Andreas Speit: Europas radikale Rechte: Bewegungen und Parteien auf Straßen und in Parlamenten. Orell Füssli, Zürich 2013, ISBN 978-3-280-05483-3, S. 194
  2. Herwig G. Höller: Rechte Publizistik: Die Schriftleiter der Steiermark, Die Zeit, 24. November 2011
  3. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Hamburger Verbindungen: Verfassungschützer beobachten Schülerburschenschaft. Abgerufen am 28. Juli 2017.
  4. Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R.: Ostwestfalen: Amtsblatt in Braun | Jüdische Allgemeine. Abgerufen am 28. Juli 2017.
  5. DÖW - Erkennen - Rechtsextremismus - Rechtsextreme Organisationen - Die Aula. Abgerufen am 28. Juli 2017.
  6. Sebastian Krass: Danubia zieht die Notbremse. In: sueddeutsche.de. 17. Juni 2014, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 28. Juli 2017]).
  7. Verantwortliche der „Neuen Aula“ keine FPÖ-Mitglieder mehr. In: derstandard.at. 22. Oktober 2020, abgerufen am 28. Februar 2020.
  8. https://www.ares-verlag.com/product/die-praxis-der-wehrmachtsgerichtsbarkeit-an-der-front-und-im-hinterland/