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Verschwörungstheorie

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Dieses Bildelement der Ein-Dollar-Note zeigt das Auge der Vorsehung – für viele Verschwörungstheoretiker ein wichtiger Beweis einer globalen Verschwörung des Illuminatenordens oder der Freimaurer.

Als Verschwörungstheorie bezeichnet man im weitesten Sinne jeden Versuch, ein Ereignis, einen Zustand oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken von Personen zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck. Der Begriff Verschwörungstheorie wird zumeist kritisch oder abwertend verwendet.

Prinzipiell unterschieden werden Verschwörungshypothesen, die im Grundsatz rationale und überprüfbare Aussagen über angenommene Verschwörungen machen, und Verschwörungsideologien, die ihre stereotypen und monokausalen Vorstellungen über Verschwörungen gegen kritische Revision immunisieren, indem zum Beispiel Dementis wie Beweise für die Existenz der angenommenen Verschwörung behandelt werden.

Merkmale und Haupttypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Definitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Wortsinn nach ist eine Verschwörungstheorie eine Theorie über eine Verschwörung. Dieses Verständnis ist aber in mehrfacher Hinsicht problematisch: Zum einen sind Verschwörungstheorien nach dem gängigen Begriffsverständnis keine Theorien im wissenschaftstheoretischen Sinn des Wortes,[1] also keine „wissenschaftliche Wissens-Einheit, in welcher Tatsachen und Modell-Vorstellungen bzw. Hypothesen zu einem Ganzen verarbeitet“ sind und in dem „die Tatsachen in ihrer Unterordnung unter die allgemeinen Gesetze erkannt und ihre Verbindungen aus diesen erklärt werden“.[2] Laut dem amerikanischen Philosophen Brian L. Keeley handelt es sich bei so verstandenen Verschwörungstheorien allerdings durchaus um die Erklärungen von Ursachen von Phänomen der Vergangenheit, weshalb die Bezeichnung Theorie in einem weiteren Sinn zutreffend sei.[3] Zum anderen ist „Verschwörung“ ein negativ konnotiertes Wort: Seine englische Entsprechung conspiracy bezeichnet den Straftatbestand der kriminellen Vereinigung.[4] Somit impliziert seine Verwendung, von ganz wenigen Ausnahmen wie der Verschwörung des 20. Juli 1944 abgesehen, immer auch eine Kritik am Handeln der Verschwörer: Verschwörungstheorien teilen die Welt in Gut und Böse, „wir“ und „sie“. Auch wenn sie vorgeben, rein deskriptiv vorzugehen, agieren sie immer auf dem Feld normativer Aussagen.[5]

Der Begriff Verschwörungstheorie wird zudem häufig gebraucht, nicht um normale Kriminalität, Intrigen oder andere alltägliche Verabredungen zu ungutem Tun zu kritisieren; es geht dann vielmehr um Aussagen über groß angelegte, nachhaltige Einflussnahmen auf ganze Staaten und Gesellschaften bis hin zur Weltverschwörung. In diesem Sinne werden Verschwörungstheorien unterschiedlich definiert.

Der österreichisch-britische Philosoph Karl Popper trug wesentlich zur Popularität und negativen Konnotation des Begriffs Verschwörungstheorie bei.[6] In seinem Werk Die offene Gesellschaft und ihre Feinde spricht er 1945 von einer „Verschwörungstheorie der Gesellschaft“. Damit meint er Versuche, soziale Phänomene und historische Ereignisse durch den Nachweis zu erklären, „daß gewisse Menschen oder Gruppen an dem Eintreten dieses interessiert waren und daß sie konspiriert haben, um es herbeizuführen. (Ihre Interessen sind manchmal verborgen und müssen erst enthüllt werden).“[7]

Für die stereotype Vermutung, hinter verschiedensten Erscheinungen steckten Verschwörungen, die er in der amerikanischen Geschichte und seiner Gegenwart weit verbreitet sah, schlägt der Historiker Richard Hofstadter 1964 die Bezeichnungen „Verschwörungsfantasie“ und „paranoider Stil“ der Welterklärung vor. Er sei gekennzeichnet durch eine apokalyptische Vorstellungswelt, ein manichäisches Freund-Feind-Denken, das nur das absolut Gute und das absolut Böse sehe, welch letzteres ohne Kompromisse vernichtet werden müsse. Dass dies nicht gelinge, werde als weiteres Indiz für die Gefährlichkeit der imaginierten Verschwörer gedeutet.[8]

Das Lexikon der Soziologie definiert 1972 „Verschwörer-“ bzw. „Konspirationstheorien“ als Argumentationen, mit der politische Autoritäten im Sinne einer Sündenbocksuche von eigenen Misserfolgen ablenken und ihre Herrschaft stabilisieren würden. Dadurch würden ihre geschichtsphilosophischen Voraussagen und politischen Rezepte gegen Kritik immunisiert: Die Schuld an negativen Entwicklungen und dem Nichteintreffen eigener Prognosen würde nicht bei den Herrschenden, ihren Fehlern und dem utopischen Charakter ihrer Ideologie gesehen, sondern immer bei dem verderblichen Wirken der angeblichen Verschwörer, zu denen jeweils Gruppen stilisiert würden, gegen die in der Gesellschaft bereits Vorurteile vorhanden wären.[9]

Der deutsche Historiker Dieter Groh definiert 1987 eine Verschwörungstheorie als einen Versuch, zu erklären, wieso guten Menschen Böses zustößt: Zu diesem Zweck werde ein handlungsbestimmtes Geschichtsbild konstruiert, in dem Geschichte als etwas Planbares gedacht werde. Die Verschwörer, die das Böse verursachten, würden als miteinander solidarische und identifizierbare Herren des Geschichtsverlaufs imaginiert, denen eine Gegensolidarität ihrer vermeintlichen Opfer gegenübergestellt werden müsse. Diese Vorstellung sei widersprüchlich, da die Verschwörer als nahezu gottgleich mächtig und gleichzeitig als schwach und besiegbar dargestellt würden.[10]

Der britische Historiker Geoffrey T. Cubitt benutzt 1989 den Begriff Verschwörungstheorien für Konkretionen von allgemeineren „Verschwörungsmythen“: Letztere definiert er als für wahr gehaltene Erzählungen, die ein bestimmtes Grundverständnis über das Wesen der Dinge und des Geschichtsablaufs transportierten, in diesem Fall, dass verhängnisvolle Wirkungen in der Vergangenheit auf eine bestimmte Verschwörung zurückzuführen seien. Die Verschwörungstheorie wende dieses Grundverständnis auf einzelne aktuelle Ereignisse oder Entwicklungen an. Verschwörungstheorien und Verschwörungsmythen seien gekennzeichnet durch drei spezifische Aspekte: Sie seien intentionalistisch, weil sie die Absichten der Akteure als wirkungsmächtige Ursachen ansähen, sie seien dualistisch, weil sie die Welt restlos aufteilten in die angeblich einheitlich agierenden bösen Verschwörer und die angeblich ebenso einheitliche nicht-verschwörerische Mehrheit, und sie seien okkultistisch, weil sie scharf unterschieden zwischen dem Anschein der Welt und ihrer angeblich verborgenen „wahren Natur“, die es aufzudecken gelte; diese Überzeugung äußere sich in den von Verschwörungstheoretikern oft benutzten Metaphern des Drahtziehers und des Untergrabens.[11]

Der amerikanische Politikwissenschaftler Daniel Pipes definiert Verschwörungstheorie 1998 als „real nicht existente, aus Angst befürchtete Verschwörung“. Er unterscheidet lokale und Weltverschwörungstheorien, das heißt, imaginierte Verschwörungen mit begrenzten und mit unbegrenzten Zielen. Letztere könne sich bis zu einer Lebensanschauung auswachsen; dann sei von „Verschwörungsdenken, Paranoia-Haltung, Mentalität der heimlichen Hand“ oder „Konspirationismus“ zu sprechen. Weltverschwörungstheorien unterscheidet er nach ihren jeweiligen Feindbildern in zwei Grundtypen: Gegen Geheimbünde (Freimaurer, Illuminaten usw.) und gegen Juden gerichtete Verschwörungstheorien.[12]

Der deutsche Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber schlägt in einem Aufsatz von 2002 vor, auf das missverständliche Wort Verschwörungstheorie zu verzichten, sondern besser zwischen Verschwörungshypothese, Verschwörungsideologie und Verschwörungsmythos zu unterscheiden. Eine Verschwörungshypothese definiert er als Aussage über die Wirkung einer Verschwörung, die aber offen für Korrekturen und Falsifizierungen durch empirische Gegenbelege formuliert sei. Eine Verschwörungsideologie sei dagegen nicht falsifizierbar, sie setze die Verschwörung, die sie nachweisen wolle, als sicher voraus, sei stereotyp und monokausal. Den Begriff Verschwörungsmythos schließlich definiert er, anders als Cubitt, als eine Übersteigerung und Verdichtung einer Verschwörungsideologie, die auch ohne real existierende Verschwörer auskomme und gleichfalls nicht korrekturfähig sei: Gegenargumente und empirische Belege würden nicht zur Kenntnis genommen oder als Beleg für die Existenz einer Verschwörung umgedeutet, wodurch sich der Verschwörungsmythos gegen jede Widerlegung immunisiere.[13]

Der amerikanische Philosoph Brian L. Keeley definiert 1999 Verschwörungstheorie als Vorschlag einer ursächlichen Erklärung eines oder mehrerer historischer Ereignisse durch das Handeln einer vergleichsweise kleinen Gruppe, die im Geheimen agiert.[14] Ganz ähnlich die Definition des amerikanischen Philosophen Pete Mandik von 2007, der nur den absichtsvollen Charakter der Handlungen der Verschwörer betont.[15] Auch der britische Philosoph Steve Clarke zitiert Keeleys Definition zustimmend und zeigt am Beispiel der verbreiteten Verschwörungstheorie, nach der Elvis Presley seinen Tod 1977 nur vorgetäuscht hätte, dass das Handeln der angenommenen Verschwörer nicht immer verwerflich sein müsse.[16] Der australische Philosoph David Coady dagegen bezeichnet 2003 die von Keeley definierten Erklärungsvorschläge als bloße „Verschwörungserklärungen“; eine Verschwörungstheorie definiert er als Verschwörungserklärung, die in Opposition zu einer offiziellen Version des zu erklärenden Ereignisses stehe.[17] Unter Bezugnahme auf Keeley und Coady definiert der deutsche Philosoph Karl Hepfer Verschwörungstheorie 2015 als „Versuch (wichtige) Ereignisse“ als Folge von Verschwörungen zu erklären, das heißt von geheimen Absprachen und Aktionen zum eigenen Vorteil und zum Nachteil der Allgemeinheit – von einer „Verschwörung zum Guten“ spreche man ja eher selten.[18]

Der amerikanische Politikwissenschaftler Michael Barkun spricht von „conspiracy beliefs“ („Verschwörungsüberzeugungen“) bzw. einer „conspiracist worldview“ („konspirationistischen Weltsicht“), die durch die Annahme gekennzeichnet sei, eine Organisation agiere böswillig und im Verborgenen. Typisch für dieses Denken sei der Ausschluss von Zufällen – alles Geschehen werde auf die absichtsvollen Handlungen der Verschwörer zurückgeführt –, der Zweifel an allem Offensichtlichen – nichts sei, wie es scheine, es gelte immer, eine geheime Wahrheit zu entdecken – und die Annahme, alles sei miteinander verbunden – nur die Aufdeckung „geheimer Muster“ liefere eine Erklärung für die Geschehnisse. Diese Weltsicht könne sich in Annahmen unterschiedlicher Reichweite zeigen:

Der deutsche Soziologe Andreas Anton definiert Verschwörungstheorien wissenssoziologisch als „Spezial- oder Sonderwissen“, das Ereignisse, kollektive Erfahrungen oder gesellschaftliche Entwicklungen als Folgen von Verschwörungen interpretiere. Gleichzeitig grenzt er sie von anderen Wissensformen wie Ideologien, Mythen, Alltagstheorien oder bloßen Meinungen ab und ordnet ihnen vier grundlegende sozialpsychologische Funktionen zu: die Reduktion von Komplexität, die Antizipation von Situationsentwicklungen, die Verständigung über Grenzsituationen und die Erzeugung sozialer Gemeinschaft.[20]

Einen Konsens über eine trennscharfe Definition, was Verschwörungstheorie eigentlich ist, gibt es bislang nicht.[21] In den wissenschaftlichen Diskursen sind zwei Begriffe von Verschwörungstheorie gängig: Einen engen, werthaften, der Verschwörungstheorien als irrational, nicht korrekturfähig usw. kritisiert, und einen weiten, der darunter sämtliche Aussagen über Verschwörungen subsumiert, ob nun diskussionswürdig oder nicht. Im Folgenden werden zunächst die wissenschaftstheoretisch als unzulänglich bezeichneten Verschwörungsideologien und Verschwörungsmythen dargestellt, dann diskussionswürdige Aussagen über reale Verschwörungen und die Schwierigkeiten, zwischen beiden zu unterscheiden.

Verschwörungsideologien und Verschwörungsmythen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der wissenschaftlichen Literatur werden verschiedene Gründe dafür angeführt, Verschwörungstheorien (hier verstanden als Verschwörungsideologien und -mythen im Sinne Pfahl-Traughbers) von vornherein als ungeeignete Erklärungsversuche zurückzuweisen. Popper etwa verweist darauf, dass Ereignisse gemeinhin nicht allein das Ergebnis von Absichten seien; zu ihrer Erklärungen müssten unter anderem auch noch ein ganzes Geflecht anderer Faktoren herangezogen werden, etwa Traditionen, Institutionen, sonstige Rahmenbedingungen, etwaige Gegenabsichten sowie unerwünschte und von den Akteuren nicht intendierte Nebenfolgen ihrer Handlungen. Insofern sei eine Verschwörungstheorie, die ein Ereignis allein aus den Absichten der Akteure erkläre, inadäquat.[22] Dem wird widersprochen von Karl Hepfer, der argumentiert, dass Verschwörer keineswegs alle, sondern nur die für ihr Ziel relevanten Folgen ihrer Handlungen vorausgeplant haben müssen.[23]

In den Gesellschaftswissenschaften ist es verbreitet, Poppers Forderung nach Falsifizierbarkeit zur Unterscheidung zwischen rationalen Erklärungen und irrationalen Verschwörungsideologien zu nutzen: Deren Vertreter weigerten sich – anders als Wissenschaftler, die Modelle vertreten –, ihre Hypothesen zu explizieren und überprüfbare Bedingungen zu nennen, bei deren Nachweis sie sie für widerlegt betrachten. Gegenargumente und widersprechende Belege werden von ihnen im Gegenteil als gerissene Manipulation der Verschwörer und damit als Bestätigung der Verschwörungstheorie gewertet, die somit gegen jede Widerlegung immunisiert sei.[24] Armin Pfahl-Traughber und Helmut Reinalter sehen als Grundlage solcher Verschwörungsideologien und -mythen ein dezidiertes und vereinfachendes Welt- und Geschichtsbild an, das auf der Grundannahme basiert, Strukturen der sozialen Wirklichkeit könnten durch Handlungen von Personen direkt steuernd beeinflusst werden; diese Handlungen werden monokausal als alleinige Ursache des zu erklärenden Unglücks angesehen. Trotz ihres scheinbar erklärenden Charakters seien sie aber kein unparteiisches Erklärungsinstrument, sondern ein der Feindbestimmung dienendes ideologisch-politisches Werkzeug. Stereotyp würden immer dieselben Minderheiten als persönliche Verursacher allen Bösen herangezogen und dämonisiert.[25] Der Berliner Historiker Wolfgang Wippermann sieht den Glauben an den Teufel als das personifizierte Böse als ideengeschichtliche Wurzel aller Verschwörungsideologien an.[26]

Dieter Groh und der deutsche Historiker Rudolf Jaworski erklären mit dieser drastischen Reduktion der Komplexität historischer Ereignisse und der Harmonisierung kognitiver Dissonanzen im Geschichtsbild die Hauptfunktion von Verschwörungstheorien; Menschen in Stress-Situationen fühlten sich entlastet, wenn sie eine Erklärung für das Böse erhielten, das ihnen widerfährt. Daraus resultiere ihre große Anziehungskraft. Hinzu komme noch die Funktion, dass Verschwörungstheorien in der Propaganda totalitärer Regime eine Erklärung auch für das Nichteintreten der geschichtstheologisch oder -philosophisch vorhergesagten Utopie erkläre.[27]

Nach dem deutschen Politikwissenschaftler Tobias Jaecker sind Verschwörungsideologien zwar durch eine große Logik und Kohärenz gekennzeichnet, die aber in Wahrheit nicht existiere: So würden willkürlich Zusammenhänge zwischen Tatsachen herbeikonstruiert, Zufälle würden bestritten, komplexe Zusammenhänge würden stark vereinfacht, Belege würden mitunter gefälscht oder man beziehe sich auf nicht genannte Experten und Insider; als unhinterfragte Arbeitsprämisse werde angenommen, dass wer von einem Ereignis profitiere, es auch verursacht haben müsse, weshalb Verschwörungstheoretiker häufig Cui bono fragten; Verschwörungstheorien würden einerseits stets einen Anknüpfungspunkt in der historischen Realität benötigen, um plausibel zu erscheinen, andererseits müsse die von ihnen angebotene Deutung zu den vorherrschenden Deutungsmustern einer Gruppe, Partei, Nation, Religion oder Kultur passen; insofern unterscheiden sich Verschwörungstheorie nicht grundsätzlich von den Mehrheitsmeinungen ihrer sozialen Umgebung, sondern nur graduell. In ihrer stereotypen Beschuldigung immer derselben Gruppen trügen Verschwörungstheorien zur Konstruktion von Feindbildern bei.[28]

Nach dem amerikanischen Philosophen Brian L. Keeley kennzeichne es „unwarranted conspiracy theories“, also Verschwörungstheorien, die nicht den Anspruch erheben können, glaubhaft zu sein und ernsthaft diskutiert zu werden, die Konzentration auf „errant data“, also auf die Angaben, die der offiziellen Erklärung des Geschehens entweder widersprächen oder in ihr nicht vorkämen: Unglaubwürdige Verschwörungstheorien lieferten immer eine einzige, schlüssige Erklärung für sämtliche Informationen zu dem zu erklärenden Fall. Für diese hohe Vereinheitlichungsleistung würden sie aber einen hohen Preis bezahlen, da Verschwörungstheorien eine Tendenz zur Ausweitung besäßen: Wenn man zum Beispiel annehme, dass hinter dem Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City eine Regierungsbehörde stecke, nämlich das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives, müsse man nicht nur von sehr vielen Mitwissern ausgehen, sondern auch von Vertuschungsaktionen und Desinformationskampagnen, die ihrerseits noch mehr Mitwisser produzieren würden und wiederum vertuscht werden müssten. Diese immense Zahl an Mitverschwörern, deren Annahme die Verschwörungstheorie nötig mache, sei implausibel – einer redet immer – und führe zu einer radikalen, nachgerade nihilistischen Skepsis gegenüber allem gesellschaftlich vermittelten Wissen: Dann würden die Regierung, die Wissenschaft, alle Medien als Teil der Verschwörung oder als von ihr betrogen angesehen werden, eine Grundannahme, die ihrerseits nicht plausibel sei. In den Sozialwissenschaften gebe es dagegen immer „errant data“, da hier keine Erklärung alle Nebenaspekte des Geschehens irrtumslos und vollständig abdecken würden.[29]

Steve Clarke beschreibt Verschwörungstheorien, die keinen Anspruch auf Diskussion erheben könnten, als „degenerierende Forschungsprogramme“ im Sinne des ungarischen Wissenschaftstheoretikers Imre Lakatos: Anders als „progressive Forschungsprogramme“ würden sie keine erfolgreichen Vorhersagen oder Erklärungen leisten, sondern bei Auftauchen neuer Fakten nur ihre Prämissen und Hilfshypothesen ad hoc verändern, um die ursprüngliche Theorie gegen jede Entkräftung zu schützen. Außerdem weist er auf den fundamentalen Attributionsfehler hin, der viele indiskutable Verschwörungstheorien auszeichne: Damit ist die sozialpsychologisch belegte Neigung gemeint, Ereignisse eher auf dispositionelle Faktoren wie die Absichten, Einstellungen und moralische Qualitäten der Akteure zurückzuführen als auf situative Faktoren, das heißt auf momentane Umstände, Rahmenbedingungen und das Handeln Dritter. Die Beharrlichkeit, mit der amerikanische Behörden sich weigern, den Absturz eines UFOs 1947 in Roswell, New Mexico, zu diskutieren, würde daher auf ihre angebliche Neigung zu verschwörerischem, paternalistischem Verhalten zurückgeführt statt auf den situativen Faktor, dass da gar kein UFO abgestürzt ist. Dieser verbreitete Attributionsfehler sei der Grund, weshalb viele Verschwörungstheoretiker so lange an ihren Konstrukten festhielten.[30]

Der amerikanische Philosoph Pete Mandik erklärt sämtliche Verschwörungstheorien ipso facto für indiskutabel: Als erst im Anschluss abgegebene intentionale Erklärungen von Ereignissen könnten sie keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben, da die Verursachung historischer Ereignisse prinzipiell nicht beobachtbar sei. Die zahlreichen Faktoren, die dem Ereignis zeitlich vorausgehen, lassen sich ja nicht im Experiment einzeln ausschalten, um zu prüfen, ohne welche von ihnen das zu erklärende Ereignis ausbleiben würde. Insofern seien Verschwörungstheorien wie alle anderen Kausalattribuierungen sozialer Ereignisse Ergebnisse des Fehlschlusses Post hoc ergo propter hoc. Dieses Problem werde noch verstärkt dadurch, dass Verschwörungstheorien den einzigen verursachenden Faktor, der sich belegen ließe, methodisch ausschlössen, nämlich die erklärten Absichten der Akteure: Diese gälten den Verschwörungstheoretikern prinzipiell als gelogen, da eine Verschwörungstheorie ja definiert sei als geheime Zusammenarbeit einer kleinen Gruppe: Würden die Verschwörer die Wahrheit sagen über ihre Absichten, wäre es keine Verschwörung mehr.[31]

Aussagen über reale Verschwörungen und Unterscheidungsprobleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatsächlich gibt es Verschwörungen und sie sind in der Geschichte oft durchaus wirkungsmächtig. Als Beispiele werden etwa genannt die Attentate auf Julius Caesar 44 v. Chr., Zar Alexander II. 1881 oder Erzherzog Franz Ferdinand 1914,[32] kommunistische Versuche in den 1920er Jahren, eine Weltrevolution herbeizuführen,[33] die Watergate- und die Iran-Contra-Affäre[34] oder die weltweiten Machenschaften der CIA und anderer amerikanischer Geheimdienste.[35] Aussagen über diese und andere reale Verschwörungen können nicht ohne weiteres als Verschwörungsideologien bzw. Verschwörungsmythen abgetan werden. Sie werden als Verschwörungshypothesen (Pfahl-Traughber), Zentralsteuerungshypothesen (Reinalter), warranted conspiracy theories (Keeley) oder Verschwörungserklärungen (Coady) bezeichnet und können Anspruch auf ernsthafte Prüfung erwarten.

Die Unterscheidung, ob eine Aussage eine Verschwörungsideologie oder eine Zentralsteuerungshypothese ist, ist aber oft schwierig. Als Kriterien schlagen Armin Pfahl-Traughber und Helmut Reinalter den Abschottungsgrad gegenüber anderen Erklärungen und ihre Funktion im machtpolitischen Diskurs vor: Verschwörungstheorien, die einen politischen Zweck verfolgen, die der Herrschaftssicherung oder der Aufforderung zu Gewalt dienen, seien Ideologien. Immunisiere sich eine Verschwörungstheorie und lasse keine Möglichkeit offen, sie durch empirische Gegenbeweise zu widerlegen, sei sie ebenfalls unter Verschwörungsideologie anzusehen.[36] Die Unterscheidung sei jedoch nur in einem subjektiven Entscheidungsprozess möglich, in dem zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterschieden werden müsse.[37]

Keeley bestreitet, dass mangelnde Falsifizierbarkeit das Kriterium für eine „unwarranted conspiracy theory“ ist, die keine Diskussion verdiene: In Fällen, wo ein machtvoller Akteur sich bemühe, alle Indizien für seine Verwicklung zu verbergen, könne Falsifizierbarkeit nicht verlangt werden; dies sei aber bei realen Verschwörungen gegeben, wie die Watergate- und die Iran-Contra-Affäre zeigen, wo Richard Nixon bzw. Oliver North keine Mühen scheuten, die Ermittlungen zu behindern. „Warranted“ und „unwarranted conspiracy theories“ unterschieden sich im Grad an nachgerade nihilistischer Skepsis gegenüber allen gesellschaftlichen Institutionen. Weil dieser Unterschied nur ein gradueller sei, gebe es kein zuverlässiges Kriterium, um eine Verschwörungstheorie von vornherein als nicht diskussionswürdig abzutun. Um eine Plausibilitätsprüfung im Einzelfall komme man nicht herum.[38]

Dem widerspricht Steve Clarke: Man könne „warranted“ und „unwarranted conspiracy theories“ sehr wohl klar voneinander unterscheiden, und zwar durch die Vermeidung oder Nicht-Vermeidung des fundamentalen Attributionsfehlers. Demnach sei gegenüber Erklärungen, die lediglich aus der Disposition der Akteure argumentierten, von vornherein Zweifel angebracht.[39]

Karl Hepfer bestreitet, dass man fiktive von realen Verschwörungstheorien (also Aussagen über imaginierte von solchen über echte Verschwörungen) von vornherein unterscheiden könne. Es gebe allerdings Indizien für fiktionale Verschwörungstheorien:

  1. nennt er hier eine „asymmetrische Beweisführung“, in dem Sinne, dass Verschwörungstheoretiker Indizien, die für ihre Ansicht sprechen, breit herausstreichen, deren Fehlen aber nicht zum Anlass nehmen, an ihr zu zweifeln. Im Gegenteil, dieses Fehlen werde mitunter als Bestätigung des Verdachts gewertet, denn nur sehr mächtige Verschwörer könnten die Beweise unterdrücken oder verschwinden lassen. Verschwörungstheoretiker nähmen also nicht erst an, ihre Aussagen seien wahr, wenn Indizien für ihr Übereinstimmen mit der Wirklichkeit vorliegen, sondern auch schon, wenn die Aussagen ohne Widerspruch zu den anderen Aussagen ihrer Theorie passen: Philosophisch ausgedrückt, folgen sie nicht einer Korrespondenztheorie der Wahrheit, sondern einer Kohärenztheorie. Diese und ihr selektiver Erfahrungsbezug mache eine Verschwörungstheorie zu einem Dogma, an dem jeder Zweifel von vornherein ausgeschlossen sei.[40]
  2. übererfüllen Verschwörungstheorien seiner Meinung nach die Ansprüche, die gemeinhin an die Wissenschaftlichkeit von Theorien gerichtet werden: Die Zahl der Belege sei oft deutlich größer als die in anerkannten wissenschaftlichen Arbeiten. Aufgrund ihrer Unterkomplexität seien diese Theorien im Sinne von Ockhams Rasiermesser oft überaus sparsam, das heißt, sie könnten mit ganz wenigen Annahmen ausgesprochen viele Erscheinungen erklären. Der Grad von Vollständigkeit und Widerspruchslosigkeit sei höher als bei gängigen Erklärungen, bei denen ja immer ein unerklärter Rest bleibt: Verschwörungstheorien seien „zu schön, um wahr zu sein“.[41]
  3. machen Verschwörungstheoretiker laut Hepfer nicht bloß Aussagen über Dinge, die man zu wissen glaubt (so genannte epistemische Aussage), sondern Existenzaussagen (etwa, dass es eine weltweite Verschwörung von Illuminaten, Juden, Außerirdischen usw. gäbe). Eine solche Aussage hat aber sehr viel weiter gehende Konsequenzen für die Aussagen, die man nach Zustimmung zu ihr folgerichtig noch machen kann.[42]
  4. dämonisierten Verschwörungstheorien ihre Objekte: Die Verschwörer würden als nachgerade übermenschlich böse, mächtig und gerissen imaginiert, statt in ihnen einfach normale Menschen mit bestimmten Interessen zu sehen.[43]
  5. würden Verschwörungstheoretiker mit einer verkürzten Konzeption von Vernunft arbeiten. Zwar würden sie den Verschwörern, deren Tun sie aufzudecken versuchen, ein hohes Maß an instrumenteller Vernunft attestieren, mit der sie ihre angeblichen Ziele zu erreichen suchten, die Vernünftigkeit dieser Ziele selbst würden sie aber nicht problematisieren. So sei das Ziel, dreihundert Jahre Geschichte dazuzuerfinden, wie es die Verschwörungstheorie vom erfundenen Mittelalter annehme, in sich ebenso wenig rational wie die angeblichen Bemühungen der amerikanischen Regierung, den UFO-Absturz von Roswell zu vertuschen, anstatt ihn propagandistisch zur Vorbereitung auf den bevorstehenden Krieg mit den Aliens zu nutzen.[44]

Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter lehnen dagegen in Anlehnung an den Sozialkonstruktivismus Peter L. Bergers und Thomas Luckmanns formale und inhaltliche Unterscheidungen zwischen rationalen und irrationalen Verschwörungstheorien, zwischen solchen, die eine Diskussion verdienten, und solchen, die ohne nähere Prüfung abgetan werden könnten, als essenzialistisch ab. Die gängigen Definitionen des Begriffs, die Verschwörungstheorie als imaginär, ideologisch und nicht wirklichkeitsadäquat stigmatisieren, kritisieren sie als „Teil des Kampfes um die Definitionsmacht über soziale Wirklichkeit“. Wissenssoziologisch betrachtet gebe es vielmehr ein Kontinuum von orthodoxen bis heterodoxen Verschwörungstheorien, also von Annahmen, die von der Mehrheit der Bevölkerung, den Leitmedien und anderen Instanzen als Deutungsmodell anerkannt seien, und solchen, bei denen dies nicht oder noch nicht der Fall sei. Dieses „disqualifizierte Wissen“ im Sinne Michel Foucaults könne zwar die oben aufgezählten Gefahren beinhalten, es könne aber auch durchaus nützlich sein, indem es etwa helfe, reale Verschwörungen aufzudecken, unterdrückte oder diskreditierte Meinungen transportiere und Zusammenhänge offenlege, die bislang unbekannt seien. Insofern sprechen sich die drei Autoren aus theoretischen und gesellschaftspolitischen Gründen dagegen aus, Verschwörungsdenken pauschal abzuwerten und seine Protagonisten als paranoid zu pathologisieren.[45]

Ähnlich betont David Coady, dass Verschwörungstheorien, verstanden als Annahmen, ein Ereignis sei von einer Verschwörung verursacht worden, durchaus „wahr, vorteilhaft und/oder gerechtfertigt“ sein können. Die Delegitimierung solcher Annahmen als Verschwörungstheorien im negativ konnotierten Sinn des Wortes sei oft Propaganda, mit dem Ziel, die Glaubhaftigkeit von „Herden-Meinungen“ oder Erklärungen der Regierung zu erhöhen. In diesem Sinne schade eine solche „Verschwörungshetze“ dem Ideal einer offenen Gesellschaft.[46]

Historische Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antike, Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschwörungstheorien hat es wahrscheinlich immer gegeben – der Historiker Dieter Groh spricht daher auch von einer „anthropologischen Konstante“. Auffällig ist aber, dass sie vor Beginn der Neuzeit nur vereinzelt Massenwirksamkeit erlangten.[47] Aus der Antike sind zwar mehrere große Verschwörungen überliefert (beispielsweise die catilinarische des Jahres 63 v. Chr. oder die pisonische des Jahres 65 n. Chr). Dennoch gibt es nur wenige Beispiele für konspirationistisches Denken – es spielte aber vermutlich im Jahr 415 v. Chr. beim athenischen Hermenfrevel eine Rolle, als es Alkibiades in die Desertion trieb, oder als im Jahre 19 die Erkrankung des allseits beliebten Germanicus als allzu triviale Erklärung für dessen als traumatisch empfundenen frühen Tod angesehen wurde und man stattdessen annahm, er wäre einem Mordkomplott zum Opfer gefallen.[48] Als hoch wirksame Verschwörungstheorie kann man die Brandstiftertheorie nennen, die die neronische Christenverfolgung auslöste.

Im Mittelalter wurde zur Zeit der Kreuzzüge den Juden unterstellt, insgeheim mit den Muslimen oder dem Antichrist im Bunde zu sein; die Pest führte man auf angebliche Brunnenvergiftungen durch Juden zurück oder unterstellte ihnen christliche Kinder zu entführen, um sie rituell zu ermorden.[49] Auch wähnte man geheimes und illegales (nämlich den Lehren der Kirche widersprechendes) Glauben und Handeln bei so genannten Ketzern wie den Katharern, Waldensern oder den Templern. Die Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit funktionierten nach demselben Schema: Ein Unglück war geschehen, man identifizierte einen greifbaren Sündenbock, dem man dann den Prozess machte.

Allgemein aber waren Verschwörungstheorien im Mittelalter eher selten, da die meisten unerfreulichen Ereignisse nicht mit den Machenschaften menschlicher Verschwörer, sondern mit dem unerforschlichen Ratschluss Gottes erklärt wurden.

17. Jahrhundert: Antijesuitische Verschwörungstheorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vollbild einer Verschwörungstheorie als Geschichtsbild lässt sich das erste Mal im England des elisabethanischen Zeitalters nachweisen, als Jesuiten versuchten, auf illegalem Wege nach England zu kommen, um für die Rekatholisierung des Landes zu wirken. Unter der Folter gestanden diese Jesuiten dann ihre Verwicklung in verschiedene Mordanschläge auf die Königin oder den Sprengstoffanschlag auf das Parlament.

Dieses Musterbild der vom Ausland gesteuerten Jesuiten-Verschwörung[50] fand ihren Höhepunkt 1678 in der Papisten-Verschwörung, dem so genannten popish plot: Angeblich hätten Katholiken geplant, den König umzubringen, um seinen Bruder, den späteren James II., auf den Thron zu setzen. Diese unbegründeten Unterstellungen nahm die Whig-Opposition zum Anlass, gegen Königstreue, Konservative und Katholiken Front zu machen, von denen insgesamt 35 wegen Hochverrats unschuldig hingerichtet wurden.[51]

Nachdem der popish plot als Schwindel aufgedeckt war und sich nach der Glorious Revolution von 1688 die Gegner des neuen Königs Wilhelm von Oranien als „die loyale Opposition seiner Majestät“ bezeichnet hatten und damit verschwörerischer Umtriebe nicht mehr verdächtig waren, kam es zu einer Beruhigung der politischen Öffentlichkeit in England. Das Bild vom Jesuiten als konservativ-katholischem Konspirateur, der von Rom aus seine verderblichen Fäden zieht, fand aber Eingang in den Diskurs der französischen Aufklärung, zum Beispiel in die Encyclopédie Diderots und d’Alemberts.[52]

Nicht zuletzt als Folge dieser Verschwörungstheorie wurde der Orden 1773 aufgelöst. Im 18. Jahrhundert hatten sich im Zusammenhang mit dem Jesuiten-Staat von Paraguay und dessen Zerschlagung einige Jesuiten nämlich gegen die Herrschaftsansprüche der spanischen und der portugiesischen Krone gewandt und schienen damit die antijesuitische Verschwörungstheorie zu bestätigen. In den USA lassen sich antijesuitische Verschwörungstheorien bis ins 19. Jahrhundert hinein nachweisen, als etwa der bekannte Erfinder Samuel F. B. Morse wähnte, der österreichische Staatskanzler Metternich würde jesuitische Agenten mit dem Auftrag nach Amerika schleusen, einen Habsburger als Kaiser der Vereinigten Staaten zu installieren.[53]

18. Jahrhundert: Französische Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anonymes Porträt von M. de Robespierre, um 1793, Musée Carnavalet

Auf der Grundlage einer Verschwörungsideologie wurde in der Französischen Revolution die Verfolgung politischer Gegner mit Hilfe der Guillotine gerechtfertigt. So begründete Maximilien de Robespierre die Machtergreifung des Wohlfahrtsausschusses mit vielfältigen Verschwörungen des absolutistischen Auslands und seiner Helfershelfer, die bereits die gesamte Gesellschaft unterwandert hätten:

„Die Höfe des Auslands beratschlagen in unseren Verwaltungen und in unseren Sektionsversammlungen mit; sie verschaffen sich Zutritt zu unseren Klubs. Sie haben sogar Sitz und Stimme im Heiligtum der Volksvertretung. […] Zeigt ihr Schwäche, preisen sie eure Vorsicht; legt ihr Vorsicht an den Tag, zeihen sie euch der Schwäche. Euren Mut heißen sie Tollkühnheit, euren rechtlichen Sinn Grausamkeit. Laßt ihr ihnen Schonung angedeihen, zetteln sie vor aller Augen Verschwörungen an.“[54]

Diese Verschwörungstheorien hatten zwar insofern einen realen Kern, als sich Frankreich im Krieg mit seinen Nachbarländern befand und in der Vendée ein Aufstand gegen die revolutionäre Regierung ausgebrochen war. Auch standen die königliche Familie, der Hochadel und der romtreue Klerus tatsächlich häufig insgeheim mit dem Ausland in Verbindung und waren ausgesprochen katholisch. Der paranoide Anteil wird aber zum Beispiel an der so genannten Verschwörung des Auslands deutlich, als im Frühjahr 1794 die Hébertisten hingerichtet wurden, radikale Jakobiner, die sich angeblich vom Ausland hätten dafür bezahlen lassen, durch absichtlich übersteigerte Maßnahmen die Republik zu Grunde zu richten. Der Historiker Geoffrey T. Cubitt bescheinigt Robespierre deshalb nachgerade eine „conspiratorial obsession“, eine „Besessenheit von Verschwörungen“.[55]

19. Jahrhundert: Revolution versus Reaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die massiven antikatholischen Angriffe durch die Aufklärer und die Verfolgungen in der Revolution führten einige konservative Theoretiker dazu, die Verschwörungstheorie einfach umzudrehen.[56] Der ehemalige Jesuit Abbé Augustin Barruel und der schottische Gelehrte John Robison stellten um 1798 die Gegenthese auf, nicht die Jesuiten hätten eine Verschwörung gestartet, sondern ihre Feinde, die aufklärerischen Philosophen, die Freimaurer und vor allem die Illuminaten.[57] Der Illuminatenorden Adam Weishaupts bot sich besonders an, weil er – im Unterschied zur politisch und religiös grundsätzlich toleranten Freimaurerei – tatsächlich die radikaldemokratische Umgestaltung der Gesellschaft mit den Mitteln eines Geheimbunds zum Ziele gehabt hatte. Zwar war er bereits 1785, also vier Jahre vor der Revolution, zerschlagen worden (andernfalls hätten Barruel und seine deutschen Quellen auch gar nicht aus seinen geheimen Papieren zitieren können), doch schien manches für seine Weiterexistenz zu sprechen: Zum einen war das ehemalige Mitglied Johann Joachim Christoph Bode, ein sächsisch-weimarischer Geheimrat, ausgerechnet wenige Wochen vor Ausbruch der Revolution nach Paris gereist – eine Koinzidenz, an der kein Verschwörungstheoretiker vorbeigehen kann. Auf der anderen Seite existierte in Frankreich selbst eine freimaurerartige Bruderschaft namens Les Illuminés, die zwar eher konservativ-mystisch ausgerichtet war und mit den bayrischen Illuminaten nur den Namen gemein hatte, doch schien das auszureichen.

Seit dem beginnenden 19. Jahrhundert jedenfalls ist das Bild des politischen Verschwörers von links, der international vernetzt ist, überall Werte wie Vaterland, Glaube und Familie unterminiert und versucht, Revolutionen anzuzetteln, fester Bestandteil des konservativen Diskurses. Dies Bild steht auch deutlich hinter den Karlsbader Beschlüssen von 1819, mit denen der österreichische Staatskanzler Metternich überall so genannte Demagogen verfolgen, zensieren und einsperren ließ.[58]

20. Jahrhundert: Antisemitismus und die Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Übertragung dieser Verschwörungstheorie auf die Juden lässt sich mit Sicherheit erst für das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts nachweisen. 1869 legte der russische Publizist Jakow Alexandrowitsch Brafman (1824–1879) sein Werk Книга Кагала (Kniga Kagala, „Das Buch vom Kahal“) vor. Darin behauptete er die Kehillahim, die jüdischen Gemeindeorganisationen, wären Teile einer jüdischen Weltverschwörung, die von der Alliance Israélite Universelle gesteuert werden würde. Im selben Jahr erklärte der französische Rechtskatholik Henri Roger Gougenot des Mousseaux 1869 in seinem Werk Le Juif, le judaïsme et la judaïsation des peuples chrétiennes die Freimaurerei zu einer Deckorganisation der Juden. Diese kombinierte Verschwörungstheorie wurde 1921 von der britischen Autorin Nesta Webster noch erweitert, die sämtliche nicht- oder nicht orthodox christlichen Strömungen seit der Antike von den Gnostikern, über Assassinen, Illuminaten und Freidenkern bis hin zu Lenin und den russischen Revolutionären zu einer einzigen weltumspannenden Verschwörung wahlweise unter jüdischem oder unter satanistischem Vorzeichen zusammenstellte. Diese verschwörungsideologische Großkonstruktion wurde in den zwanziger Jahren von Erich Ludendorff, dem ehemaligen Generalquartiermeister des kaiserlichen Heeres, zum Wahnbild einer „jesuitisch-freimaurerisch-jüdischen Weltverschwörung“ erweitert.

Ihre ganze mörderische Potenz gewannen antisemitische Verschwörungstheorien Anfang des 20. Jahrhunderts, als unbekannte Verfasser unter Verwendung von Schauerliteratur und einer französischen liberalen Polemik gegen Napoléon III., die einfach umgedreht wurde, die Protokolle der Weisen von Zion fabrizierten. Diese Fälschung sollte einer der Schlüsseltexte des Antisemitismus werden. In diese antisemitische Verschwörungstheorie, die im Kern immer noch starke Ähnlichkeit mit ihrem antijesuitischen Urbild hat, wurden nach der Oktoberrevolution mit dem Schlagwort vom jüdischen Bolschewismus noch antikommunistische Elemente eingefügt.

Das so entstandene Gerücht eines als einheitlich imaginierten Weltjudentums, das seine Feinde im „Zangenangriff“ durch amerikanischen Finanzkapitalismus einerseits, sowjetischen Kommunismus andererseits halte, bildete den Kern von Hitlers Weltanschauung, der sich in Mein Kampf explizit auf die Protokolle der Weisen von Zion berief. Daher wird der Nationalsozialismus von einigen Historikern als eine große Verschwörungstheorie betrachtet, die davon ausging, dass die vermeintlichen Verschwörer nicht durch Absprache, sondern durch Abstammung Teil der Verschwörung geworden seien.[59] Diese biologistische Ideologie der Nationalsozialisten forderte die physische Vernichtung der Juden und führte in völkermörderischer Konsequenz schließlich zum Holocaust.[60]

Verhängnisvoll aufgeladen wurde die antisemitische Verschwörungsthese noch zusätzlich durch die Dolchstoßlegende: Bereits kurz nach dem Ersten Weltkrieg hatte die Oberste Heeresleitung verbreitet, schuld an der deutschen Niederlage sei nicht etwa die materielle, technische und zahlenmäßige Überlegenheit der Alliierten spätestens seit dem Kriegseintritt der USA gewesen, sondern die Wühltätigkeit der deutschen Sozialdemokratie, die dem angeblich „im Felde unbesiegten“ deutschen Heer mit der Novemberrevolution in den Rücken gefallen sei. Auch die Legende von einer „jüdischen Kriegserklärung“an Deutschland, die Chaim Weizmann 1933 ausgesprochen haben soll, diente als Rechtfertigung für die nationalsozialistische Judenverfolgung.[61]

Das verschwörungsideologische Denken der Nationalsozialisten zeigte sich auch während des Krieges. Hitler erklärte zum Beispiel den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stets mit angeblichen Machenschaften des Judentums, dessen „Agent“ Winston Churchill sei: „Der Mann, der es gemixt hat, ist Churchill; hinter ihm das Judentum, das sich seiner bedient“.[62]

Heinrich Himmler begründete in seiner bekannten Posener Rede vom 4. Oktober 1943 die „Ausrottung des jüdischen Volkes“ mit der Befürchtung, die Juden würden sonst als Fünfte Kolonne der Feindmächte fungieren:[63]

„Wir wissen, wie schwer wir uns täten, wenn wir heute noch in jeder Stadt – bei den Bombenangriffen, bei den Lasten und bei den Entbehrungen des Krieges – noch die Juden als Geheimsaboteure, Agitatoren und Hetzer hätten. Wir würden wahrscheinlich jetzt in das Stadium des Jahres 1916/17 gekommen sein, wenn die Juden noch im deutschen Volkskörper säßen.“

Hitler war bis zum Ende seines Lebens von der Notwendigkeit des Kampfes gegen das „Weltjudentum“ überzeugt. Sein Politisches Testament, das er am 29. April 1945, einen Tag vor seinem Suizid, verfasste, schließt mit einem Aufruf „zum unbarmherzigen Widerstand gegen den Weltvergifter aller Völker, das internationale Judentum.“

Auch heute noch werden über das Internet zumeist von Rechtsextremen und Radikalislamisten wüste Verschwörungstheorien gegen Israel und „die Juden“ verbreitet: So sollen sie zu Zwecken des Organhandels gefangene Palästinenser umbringen, sie seien schuld am Flugzeugabsturz bei Smolensk, bei dem 2010 mehrere Mitglieder der politischen Elite Polens ums Leben kamen, an der Schweinegrippe und am Erdbeben im Indischen Ozean 2004, sie hätten den Holocaust erfunden, um Deutschland in Abhängigkeit zu halten, und steckten auch hinter den Chemtrails.[64]

Versatzstücke aus dem Text Protokolle der Weisen von Zion zur Untermauerung antisemitischer Verschwörungstheorien verwandt. Sie sind z. B. integraler Bestandteil der Ideologie der Hamas. Eine andere Version der Theorie von der jüdisch-freimaurerisch-atheistischen Weltregierung findet sich im Umfeld der katholischen Piusbruderschaft.

Verschwörungstheoretische Elemente im Marxismus-Leninismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Popper machte bereits 1945 auf Tendenzen im Marxismus aufmerksam, nach denen Gier, Gewinnsucht und andere psychologische Phänomene nicht wie bei Karl Marx als symptomatische Folgen des bestehenden sozialen Systems verstanden würden, sondern als dessen Ursachen: Danach würden Kriege, Wirtschaftskrisen usw. als „Ergebnis einer listigen Verschwörung von ‚Großkapitalisten‘ oder ‚imperialistischen Kriegshetzern‘“ verstanden statt als unerwünschte Nebenfolgen von Handlungen, die auf ganz andere Ziele gerichtet gewesen wären. Diese Tendenzen bezeichnet Popper als „vulgärmarxistische Verschwörungstheorie“.[65]

Zwischen den Weltkriegen zeitigte das verschwörungsideologische Weltbild auch in der Sowjetunion Stalins verheerende Folgen. Während des Großen Terrors von 1934 bis 1939, insbesondere während der Moskauer Prozesse, gestanden fast alle Altbolschewiken und die übergroße Mehrheit des Offizierkorps der Roten Armee in Schauprozessen unter der Einwirkung von Folter, sie seien Teil einer antisowjetischen, entweder von Trotzki oder vom kapitalistischen Ausland gesteuerten Verschwörung.

Ob Stalin tatsächlich diesem Wahn anhing, dem mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen, oder ob er seine Verschwörungstheorie in kühlem Kalkül nur deswegen propagieren ließ, um potentielle Rivalen ausschalten zu können, ist ungeklärt.[66] In den 1950er Jahren startete der Diktator dann eine ebenfalls verschwörungsideologische antisemitische Kampagne gegen so genannte wurzellose Kosmopoliten.

In jüngerer Zeit wurde vereinzelt versucht, den gesamten Leninismus als eine Verschwörungstheorie zu begreifen. Der deutsche Historiker Gerd Koenen etwa argumentiert, Lenins Imperialismustheorie enthielte, ebenso wie die verwandte Stamokap-Theorie, in ihrem Kern die Behauptung, Vertreter von Bank- sowie Industriekapital, die fusioniert hätten, nähmen als so genannte Monopolherren zunehmend Einfluss auf den Staat und seine Entscheidungsstrukturen. Durch geheime Lobby-Arbeit, wechselseitigen Personalaustausch zwischen Wirtschaft und Politik sowie institutionalisierte Bündnisse (Sozialpartnerschaft) würden die Monopolherren zunehmend Einfluss auf die Staatsleitung gewinnen, um diese schließlich vollständig ihren dubiosen Zwecken zu unterwerfen. Zu diesen Zwecken gehöre auch, den von Marx vorausgesagten tendenziellen Fall der Profitrate durch ökonomische und territoriale Expansion auszugleichen. Dies führe den so agierenden imperialistischen Staat in Konflikte mit anderen imperialistischen Staaten, was nahezu unausweichlich in kriegerische Auseinandersetzungen wie den Ersten Weltkrieg münde.

Damit hätten Lenin und andere Theoretiker, die ihm folgten, unterstellt, dass z. B. der Imperialismus und der durch ihn verursachte Erste Weltkrieg das Ergebnis illegitimer und geheimer Einwirkungen eines vergleichsweise kleinen Personenkreises sei, nämlich der „Agenten des Monopolkapitals“.[67] So sah z. B. die Kommunistische Internationale von 1919 eine internationale, imperialistische Verschwörung des Kapitals:

„Dagegen rüstet sich das Weltkapital zum letzten Kampf. Unter dem Deckmantel des »Völkerbundes« und eines pazifistischen Phrasenschwalls macht es die letzten Anstrengungen, die spontan zerfallenden Teile des kapitalistischen Systems wieder zusammenzukleben und seine Kräfte gegen die immer mehr wachsende proletarische Revolution zu richten. Diese neue ungeheure Verschwörung der Kapitalistenklasse muss das Proletariat mit der Eroberung der politischen Macht beantworten, diese Macht gegen seine Klassenfeinde richten und als Hebel der ökonomischen Umwälzung in Bewegung setzen. […] Nieder mit der imperialistischen Verschwörung des Kapitals!“

– Richtlinien der Kommunistischen Internationale[68]

Zwar stießen die Versuche, den gesamten Leninismus als Verschwörungstheorie zu beschreiben, in der Forschung kaum auf positives Echo, der Politologe Reinhard Kühnl sieht jedoch in späteren Formen dieser Theorien einzelne verschwörungsideologische Elemente auf der Hand liegen. In den siebziger und achtziger Jahren seien vielfach so genannte Kartell- oder Agenturtheorien diskutiert worden, nach denen der bürgerliche Staat und seine Repräsentanten nichts als Weisungsempfänger von personal auftretenden Vertretern industrieller Interessen seien. Diese – laut Kühnl – schlichte und personalisierende Beschreibung des Verhältnisses zwischen Staat und Kapitalinteressen würde heute auch von den meisten Marxisten abgelehnt, die den Einfluss industrieller Interessen nicht leugnen, ihn aber nicht als die einzige Ursache für die Machtübernahme Hitlers betrachten.[69]

Ein Beispiel für eine solche Agententheorie ist etwa die in der DDR-Geschichtswissenschaft einhellig vertretene Auffassung, vor allem die Großindustrie habe in der Weimarer Republik die NSDAP finanziert und durch direkte Einwirkung auf Entscheidungsträger wie durch die Industrielleneingabe vom November 1932 an die Macht gebracht. Daher sei das personale Handeln der Großindustriellen der wichtigste Faktor, der zu der Übergabe der Macht an die Nationalsozialisten beigetragen hätte. Hier wird im Sinne einer Verschwörungsideologie ein zentrales weltgeschichtliches Ereignis auf das zielgerichtete verborgene Wirken einer kleinen Minderheit zurückgeführt.[70] Die Kanzlerschaft Hitlers wird in dieser Auffassung mit einem „monokausalen Kaufakt“ verborgen handelnder Kapitalisten erklärt, die damit angeblich ihre Expansionsinteressen wahren wollten.[71] Andere Faktoren wie die nationalsozialistische Massenbewegung, die Weltwirtschaftskrise, die Folgen des als nationale Schmach empfundenen Versailler Vertrags und der Mangel an genügend entschiedenen Verteidigern der Republik werden demgegenüber ausgeblendet. Die historische Forschung nimmt heute dagegen an, dass der Anteil der Großindustrie an der Finanzierung der NSDAP gering war, unbeschadet der Tatsache, dass sie durchaus aktiv an der Zerstörung der Weimarer Republik mitgewirkt hat.[72] Die Einflussnahme einzelner Großindustrieller wird dabei nicht geleugnet, aber in ein komplexes multifaktorielles Ursachengeflecht aus institutionellen Rahmenbedingungen, ökonomischer Entwicklung, politischer Kultur, sozialem Gefüge und ideologischen Einflüssen eingeordnet.

Verschwörungstheorien in den USA seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antikommunismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während nach 1945 Verschwörungstheorien in Westeuropa bis in die 1990er Jahre kaum Resonanz erhielten, wurden sie in den USA nach 1945 und noch stärker nach der Ermordung Kennedys 1963 und den Anschlägen vom 11. September 2001 zu einem verbreiteten Erklärungsmuster im kulturellen und politischen Leben und Denken vieler Menschen.[73] Bis in die 1950er Jahre wurden Verschwörungstheorien in antikommunistischer Ausprägung vom Regierungsapparat selbst vertreten, sie gehörten zum offiziellen Mainstream.[74] Das Komitee für unamerikanische Umtriebe unter dem Vorsitz Richard Nixons und das Government Operations Committee von Senator Joseph McCarthy etwa produzierten in den frühen fünfziger Jahren regelrechte Musterbeispiele für Verschwörungstheorien. FBI-Direktor J. Edgar Hoover behauptete 1958, während des amerikanisch-sowjetischen Bündnisses 1941−1945 hätten Kommunisten die Kontrolle zentraler gesellschaftlicher Institutionen in den USA übernommen, so der Massenmedien, der Verwaltung und der Eliteuniversitäten.[75] Es blieb nicht bei diesen Verdächtigungen: Nixon, McCarthy und Hoover verfolgten Kommunisten innerhalb des amerikanischen Establishments und wen sie dafür hielten, verletzten deren Grundrechte und ruinierten Leben und Karriere vieler Unschuldiger.[76] Am 27. April 1961 äußerte der amerikanische Präsident John F. Kennedy vor amerikanischen Zeitungsverlegern:

„Denn uns stellt sich auf der ganzen Welt eine monolithische und rücksichtslose Verschwörung entgegen, die sich vor allem auf versteckte Mittel für den Ausbau ihrer Einflusssphäre verlässt – auf Infiltration statt Invasion, heimliche Umstürze statt Wahlen, Einschüchterung statt Wahlfreiheit, Guerillas in der Nacht statt Armeen am Tage.“[77]

Kennedy-Attentat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in der Folge nahm deren Zahl und Verbreitung in den USA nicht ab. Seit 1963 bietet das Attentat auf John F. Kennedy Anlass zu verschiedenen Verschwörungstheorien, die beispielsweise nachzuweisen versuchen, die CIA habe gemeinsam mit der Mafia, Exilkubanern, Vizepräsident Lyndon B. Johnson und Vertretern des militärisch-industriellen Komplexes den Mord an dem Präsidenten zu verantworten. Dahinter stecke ein Staatsstreich, der Kennedys Politik habe stoppen wollen. Manche sehen die Mafia auch als alleinigen Drahtzieher des Attentats, weil die amerikanische Regierung unter Kennedy für die organisierte Kriminalität eine akute Bedrohung dargestellt habe. Eine weitere Version sieht hinter dem Mord das Castro-Regime, das den ständigen Widersacher Kennedy habe beseitigen wollen, dies in Analogie zu den tatsächlichen Attentatsversuchen gegen den kubanischen Anführer.[78]

Dennoch gab es in diesen Jahren einen deutlichen Wandel: Etwa seit Anfang der 1960er Jahre vertritt die amerikanische Regierung keine Verschwörungstheorien mehr.[79] Im Gegenteil, sie nutzt den Begriff, um ihr unwillkommenes, heterodoxes Wissen zu delegitimieren. 1967 griff sie zum ersten Mal zu diesem Mittel, als die CIA versuchte, die durch Flüsterpropaganda um sich greifende Kritik am Bericht der Warren-Kommission, die Lee Harvey Oswald als den alleinigen Mörder Kennedys namhaft gemacht hatte, als unglaubwürdig hinzustellen.[80]

Die Regierung als Verschwörung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitdem werden Verschwörungstheorien auch in den USA marginalisiert, was zu einem Wandel ihrer Struktur führte: Nahmen bis dahin alle amerikanischen Verschwörungstheorien an, es gäbe geheime und böswillige Komplotte gegen die USA und ihre Regierung, behaupten die amerikanischen Verschwörungstheoretiker seitdem, dass die Regierung Teil der angenommenen Verschwörung sei. Reale Skandale wie die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere, die Watergate- oder die Iran-Contra-Affäre trugen zu diesem Misstrauen bei. Dass Regierung, Wissenschaft und Mainstream-Medien dazu übergegangen waren, Verschwörungstheorien als indiskutabel zu delegitimieren, trug unter deren Anhängern zu der Überzeugung bei, es müsse was dran sein, da das Establishment ein Interesse daran habe, ihre Verbreitung zu unterbinden.[81]

Neben Verschwörungstheorien zur Mondlandung, nach denen die Mondlandung 1969 der Weltbevölkerung mit Hilfe von Fernseh-Inszenierungen vorgetäuscht worden sein soll, oder der so genannten October Surprise-Verschwörung, wonach Persönlichkeiten aus dem Umfeld von Ronald Reagan den iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini dazu gebracht haben sollen, die Geiseln in der amerikanischen Botschaft erst nach seiner Wahl zum Präsidenten freizulassen,[82] findet die Verschwörungstheorie der „Neuen Weltordnung“ in den USA bis heute Anhänger: In der Ideologie der rechtsgerichteten Milizbewegung, einem Konglomerat aus rechtem Libertarismus, christlichem Fundamentalismus und Antisemitismus, wird der Regierung in Washington unterstellt, im Bunde mit der UNO oder den Juden (siehe ZOG), mit anderen übernationalen Mächten oder sogar Außerirdischen daran zu arbeiten, Freiheit und Moral der Bevölkerung zu unterminieren und eine „neue Weltordnung“ errichten zu wollen. Ein erster Schritt dazu sei die Beschränkung des im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung jedem Bürger garantierten Rechts, Waffen zu tragen. Anlass zu diesen Befürchtungen bot das Massaker von Waco (Texas) 1993, das durch den Versuch der Bundespolizei ausgelöst wurde, die geltenden Waffengesetze auch bei der kleinen Sekte der Davidianer durchzusetzen.[83]

Verschwörungstheoretische Verdächtigungen gegen die Regierung sind besonders unter der afroamerikanischen Bevölkerung der USA verbreitet: So werden innerhalb dieser sozialen Gruppe hinter den Morden an Malcolm X und Martin Luther King oftmals Geheimdienste oder die Regierung vermutet. Auch die Thesen, dass Schusswaffen, Crack und AIDS – Phänomene, die bei der afroamerikanischen Bevölkerung überdurchschnittlich verbreitet sind – aus rassistischen Gründen absichtlich in deren Wohngebiete gebracht worden wären, finden hier weite Verbreitung.[84]

Auch im Zuge der Terroranschläge am 11. September 2001 wurden konspirationistische Verdächtigungen gegen die amerikanische Regierung laut. Sie fanden auch in Europa Verbreitung. Demnach sei die Bush-Regierung selbst für die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon verantwortlich, entweder, indem sie sie in vollem Wissen der Pläne der Attentäter geschehen ließ, oder indem sie selbst ihre Durchführung befahl. Ziel soll gewesen sein, die amerikanischen Kriegspläne gegen Afghanistan und den Irak umzusetzen und eine unilaterale Dominanz zu etablieren – siehe hierzu Verschwörungstheorien zum 11. September 2001.

Verschwörungstheorien in der islamischen Welt heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wird auch in den Verschwörungsideologien argumentiert, die gegenwärtig in der islamischen Welt florieren.[85] Hier ist eine Mischung zu beobachten, die sich aus den Verschwörungstheorien zum 11. September, aus teils klassischen, teils antiimperialistisch modernisierten antisemitischen Verschwörungstheorien und aus verschwörungstheoretischen Versuchen zusammensetzt, für die geringen Entwicklungserfolge, die die arabische Welt in den letzten hundert Jahren erzielt hat, einen Sündenbock zu finden. Obwohl diese antisemitischen Verschwörungstheorien an einige judenfeindliche Stellen im Koran anknüpfen können (z. B. Sure 4, Vers 155), werden sie von einigen Islamwissenschaftlern nicht als genuine Frucht des Islam, sondern als Import ursprünglich europäischen Gedankenguts interpretiert.[86] Virulent wurden diese Verschwörungstheorien vor allem seit dem Sechstagekrieg 1967 – spätestens seitdem wird Israel als Agent der imperialistischen USA hingestellt, deren Ziel es sei, eine Weltherrschaft zu errichten und entweder den Islam oder die Besonderheiten der Völker zu vernichten.[87] Die Protokolle der Weisen von Zion sind z. B. integraler Bestandteil der Ideologie der Hamas, und 2003 behauptete der malaysische Premierminister Mahathir bin Mohamad auf einer Tagung der Organisation der Islamischen Konferenz, „die Juden“ würden die Welt durch Stellvertreter regieren und hätten zu diesem Zweck den Sozialismus, den Kommunismus, die Demokratie und die Menschenrechte erfunden.[88] Besonders Israel als jüdischer Staat steht seit jeher im Fokus von antisemitischen Verschwörungstheorien, oftmals im Zusammenhang mit Holocaustleugnung, so beispielsweise der Behauptung, Israel hätte den Holocaust erfunden, um die Besetzung der Palästinensergebiete zu legitimieren.[89] Hohe Vertreter der Islamischen Republik Iran, inklusive der bisherigen Führer, Ruhollah Chomeini und Ali Chamene’i, bekräftigten mehrfach die Feindschaft zu Israel. Beispielsweise äußerte der damalige Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 26. Oktober 2005 auf einer Konferenz zum Thema Die Welt ohne Zionismus:[90]

„Dieses Besatzerregime [Israel] stellt tatsächlich einen Brückenkopf der Welt der Arroganz im Herzen der islamischen Welt dar. Sie haben eine Festung errichtet, von der sie ihre Herrschaft auf die gesamte islamische Welt ausdehnen wollen. Darüber hinaus gibt es weder Grund noch Zweck für dieses Land.“

Im Dezember desselben Jahres erklärte Präsident Ahmadinedschad öffentlich im Zuge eines Konfrontationskurses mit dem Westen, dass er die Geschichte des Holocaust in Frage stellt (siehe hierzu Holocaustleugnung). Mehrfach wurden in der Folge sogenannte Holocaust-Konferenzen im Iran abgehalten.

Auch bei Kritikern der islamistischen oder patriarchal-autoritären Regime sind teils verschwörungstheoretische Elemente zu finden. Die ägyptische Menschenrechtlerin Nawal al-Saadawi zum Beispiel ist der Meinung, die arabischen Despoten hätten auch immer im Auftrag des amerikanischen und israelischen "Kolonialismus" gestanden.[91]

Esoterische Verschwörungstheorien in Europa heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren werden antisemitische Verschwörungstheorien auch wieder in Europa rezipiert, und zwar in esoterischem Gewand. Der britische ehemalige Sportreporter David Icke verbreitet die Mär, die Welt wäre von „reptiloidenAußerirdischen unterwandert, die er zum Teil als Juden, zum Teil als Illuminaten darstellt. Dabei zitiert er zustimmend die Protokolle der Weisen von Zion. Icke selbst bestreitet, antisemitisch zu sein, da er ja nicht gegen alle Juden polemisiere, sondern nur gegen die Rothschilds, „eine der notorischsten schwarz-okkulten Blutlinien des mittelalterlichen Europa“. Sie wären auch die geheimen Drahtzieher hinter Hitler gewesen, den sie aufgebaut und bezahlt hätten. Ickes Webseite, auf der er diese und ähnliche Behauptungen verbreitet, wird nach seinen eigenen Angaben mehrere hunderttausend Mal pro Woche angeklickt.[92]

Mit ähnlichen Behauptungen erzielte der deutsche Autor Jan Udo Holey einen Bestseller: In seinem 1993 erschienenen Buch Geheimgesellschaften und ihre Macht im zwanzigsten Jahrhundert, das vornehmlich über esoterische Buchläden vertrieben wurde, behauptet er, Mayer Amschel Rothschild hätte 1773 mit zwölf anderen jüdischen Geldgebern den Plan gefasst, bis zum Jahr 2000 den Weg für ihre Weltregierung freizumachen. Er entwirft eine umfassende Verschwörungstheorie, die vom alten Mesopotamien über den Mythos von den NS-Flugscheiben bis zu einem angeblich bevorstehenden Dritten Weltkrieg reicht und nach der die Juden am Holocaust selber schuld seien. Dabei bezieht er sich explizit auf die Protokolle der Weisen von Zion und auf Werke von Holocaustleugnern wie Germar Rudolf.[93] Holeys „esoterische Verklärung des Nationalsozialismus“[94] unterlag von 1996 bis 2001 auf Beschluss des Landgerichts Mannheim wegen Volksverhetzung der Beschlagnahme.

Diese und ähnliche antisemitische Verschwörungstheorien werden in Europa heute unter anderem von dem Deutschen Jo Conrad oder dem Niederländer Robin de Ruiter verbreitet.[95] Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz sieht die Gefahr, dass an sich unpolitische, zumeist formal höher gebildete Leser durch Rezeption dieser rechtsesoterischen Verschwörungstheorien in Kontakt mit rechtsextremistischem Gedankengut kommen, was perspektivisch zu einer höheren gesellschaftlichen Akzeptanz antisemitischer Ressentiments über die rechtsextremistische Szene hinaus beitragen könne.[96]

Die Frage, wieso esoterisch Interessierte im modernen Europa anfällig für antisemitische Verschwörungstheorien sind, wird in der Forschung unterschiedlich beantwortet. Der Berliner Historiker Wolfgang Wippermann glaubt, die Esoterik biete über den Begriff der Ganzheitlichkeit ein einfaches und zugleich binäres Welterklärungsmodell an: Das Universum werde in einem Zustand quasi natürlicher Stabilität und Harmonie gedacht, die sich aber nur einstelle, wenn sich die Menschen „mit ihrem durch Abstammung, Geschlecht, Klasse und Rasse determinierten Platz“ abfänden. Jedes Ausbrechen aus der angeblich kosmischen Bestimmung werde als Verursachung von Instabilität und Unordnung gedeutet, weswegen es naheliege, Menschen, die diese Ordnung ablehnten und sich außerhalb der Gemeinschaft stellten, zu denunzieren.[97] Die Schweizer Soziologinnen Chantal Magnin und Marianne Rychner nehmen dagegen an, dass sowohl Esoterik als auch Verschwörungstheorie von einem Ohnmachtsgefühl der Rezipienten ausgehen: Hier gegenüber den als allmächtig gedachten Verschwörern, dort gegenüber den geheimnisvollen kosmischen Kräften, die die Welt angeblich lenken. Die von der Esoterik empfohlenen magischen Praktiken zur Beeinflussung dieser Kräfte führten aber regelmäßig zu Frustrationserfahrungen, die wiederum zur Akzeptanz verschwörungstheoretischer Erklärungsmodelle beitrügen:

„Irgend jemand wird ja wohl dahinterstecken, wenn es einem im täglichen Leben nicht gelingt, die kosmischen Kräfte endlich zu beherrschen, wenn das Schicksal nicht zur Chance werden will.“[98]

Erklärungsansätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Popularität von Verschwörungsideologien unterliegt Schwankungen: In einigen Gesellschaften treten sie über einen gewissen Zeitraum als Massenphänomen auf, in anderen scheinen sie konstantes Merkmal der politischen Kultur zu sein, während wieder andere nur in geringem Maße davon betroffen sind. Wie der historische Überblick gezeigt hat, waren z. B. die Epoche der Französischen Revolution oder Jahre um den Zweiten Weltkrieg herum Zeiten konspirationistischer Hochkonjunktur. Mehrere Erklärungen für diese Phasenwechsel bieten sich an:

Krisensymptom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschwörungsideologien sind gerade dort vertreten, wo sich mehr oder minder große Teile einer Gesellschaft von außen bedroht fühlen. Insofern kann ihr gehäuftes Auftreten als Symptom einer Krise verstanden werden. Das war etwa bei der Pest des Mittelalters genauso der Fall wie im elisabethanischen England, im revolutionären Frankreich des ausgehenden 18. Jahrhunderts, in den 1920er Jahren, als die unerwartete Niederlage im Weltkrieg und der als nationale Schmach verrufene Versailler Vertrag ebenso die Suche nach einem Sündenbock motivierten wie die reale oder perzipierte Bedrohung durch den Bolschewismus, während des Kalten Krieges und in der aktuelle Auseinandersetzung mit dem Dschihadismus.[99]

Mythos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschwörungstheorien im konspirationistischen Sinne reduzieren Komplexität: Sie lösen unübersichtliche und diffuse Situationen dadurch auf, dass sie sie auf einzelne bekannte Phänomene zurückführen und damit bearbeitbar machen. Die Situation mag immer noch bedrohlich sein, unerklärlich ist sie nicht mehr. Der Mythos als Verarbeitungsform von Wirklichkeit besteht nach Hans Blumenberg darin, im Sinne eines Orientierungswissens das Subjekt einer Geschichte zu finden und zu benennen.[100] Eben dies leisten Verschwörungstheorien: Was geschieht, ist nicht mehr unerklärlich oder dem bloßen Zufall geschuldet, sondern das Ergebnis der zielgerichteten Tätigkeit der präsumptiven Verschwörer. Insofern leisten sie einen Beitrag nach Lebensbewältigung und Orientierung.[101] Sie tun dies auf einem mittleren Niveau zwischen den welterklärenden klassischen Mythen und den stärker auf den Einzelfall bezogenen modernen Sagen, mit denen sie aber strukturell verwandt sind: Anders als der klassische Mythos erheben beide einen expliziten Wahrheitsanspruch und kreisen um Vorurteile und angstauslösende Erfahrungen im Leben einer Gruppe, die durch Einbettung in eine narrative Struktur fasslich und bewältigbar gemacht werden sollen.[102] Wolfgang Wippermann beschreibt das gehäufte Auftreten von Verschwörungstheorien denn auch als „Abkehr von der Aufklärung“, als Rückkehr des Wunder- und Dämonenglaubens, den der Siegeszug rationaler Welterklärungen eigentlich längst überwunden hatte.[103] Norman Cohn vermutet dabei nicht nur phänomenologische Parallelen zu den chiliastischen Bewegungen des Mittelalters, sondern eine gewisse Kontinuität, wobei die alten religiösen Ausdrucksformen durch weltliche ersetzt worden seien.

Diese These ist nicht unwidersprochen geblieben. Tatsächlich lässt sich eine Abnahme der Verschwörungstheorien im Lauf der zunehmenden Aufgeklärtheit nicht in allen Gesellschaften finden. Gerade im 18. Jahrhundert, dem Zeitalter der Vernunft, gab es eine deutliche Häufung von Verschwörungstheorien.[104] Ähnliches ist in den USA zu beobachten, einer Gesellschaft mit einem guten, wenn auch inhomogenen Bildungssystem: Hier scheint die Popularität von Verschwörungstheorien seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs konstant zu bleiben, wenn nicht sogar zuzunehmen, weswegen 1964 Richard Hofstadter den „paranoiden Stil“ nachgerade als Merkmal für die politische Kultur seines Landes beschrieb.[105] Einen Rückgang der Verschwörungsideologien bei vermehrter Bildung scheint es nicht zu geben.

„Dialektik der Aufklärung“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zusammenhang zwischen Verschwörungsideologie und Vernunft kann auch umgedreht werden. Verschiedene Wissenschaftler sehen hier eine „Dialektik der Aufklärung“ im Sinne Adornos am Werk: Verschwörungstheorien werden als „das Andere der Vernunft“, als Schattenseite und gleichzeitig Gegenbewegung einer zu schnell sich vollziehenden Modernisierung und Rationalisierung aller gesellschaftlichen Beziehungen gedeutet: Mit der Auflösung aller eindeutigen Sinngebungen mit klarem Wahrheitsanspruch durch die Wissenschaft, mit der zunehmenden Differenzierung und wachsenden Komplexität aller gesellschaftlichen Beziehungen, mit der fortschreitenden existenziellen Verunsicherung des modernen Individuums, dem kein Gottesbezug mehr die Kontingenz seiner Welt erklärt, wachse auch die Neigung zu simplen, narrativen und gemeinschaftsstiftenden Deutungsmodellen. Wenn man nicht mehr alles mit dem Wirken eines allmächtigen Gottes erklären könne, wachse die Neigung, unerfreuliche Phänomene den Machenschaften einer Verschwörergruppe zuzuschreiben, da irgendjemand ja dafür verantwortlich sein muss. Entlastend wirke dabei sowohl der scheinbare Zugewinn an Kenntnissen über die Ursachen der eigenen Malaise als auch die Abwälzung der Verantwortung dafür von sich auf die präsumptiven Verschwörer. Hier werden Verschwörungstheorien ebenfalls als Krisensymptome verstanden, wenn auch in einem weiteren Sinne: Nicht für politische oder wirtschaftliche Krisen, sondern für die „Krise des modernen Subjekts“.[106]

Psychologische Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Psychopathologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschwörungstheorien ähneln strukturell der Paranoia, einer psychischen Störung, bei der die davon Betroffenen wahnhaft Verfolgungen und Verschwörungen gegen die eigene Person wahrnehmen. In beiden Fällen sind Misstrauen und Verdächtigungen ins Unrealistische gesteigert, in beiden Fällen folgt daraus eine ängstlich-aggressive Haltung gegenüber der als bedrohlich wahrgenommenen Umwelt. Verschiedene Wissenschaftler interpretieren daher zum Beispiel die in totalitären Systemen verbreiteten Verschwörungstheorien als direkten Ausfluss der Paranoia ihrer Diktatoren.[107] Diesem Ansatz widerspricht der Historiker Rudolf Jaworski, da eine Verschwörungstheorie, um massenwirksam zu sein, stärkere Bezüge zur äußeren Wirklichkeit behalten müsse als ein individueller Wahn; sie sei auch auf Kommunikation und propagandistische Weiterverbreitung angelegt, während Wahnpatienten ihre Imaginationen möglichst lange für sich behielten; schließlich verkenne diese Deutung auch den instrumentellen Charakter von Verschwörungstheorien, die oft auch wider besseres Wissen verbreitet würden, um bestimmte Ziele zu erreichen.[108] Der deutsche Psychiater Manfred Spitzer verweist auf Statistiken, nach denen etwa die Hälfte der Bevölkerung der Vereinigten Staaten an mindestens eine Verschwörungstheorie glaube. Sie alle als psychisch krank zu beschreiben, sei weder sinnvoll noch zielführend; vielmehr gehöre der Glaube an Verschwörungstheorien zum ganz normalen „Arsenal menschlicher Weltverhältnisse“, wenn die psychologischen und neurobiologischen Mechanismen, auf denen er beruhe, auch denen des Wahns strukturell verwandt seien.[109]

Tiefenpsychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiefenpsychologisch lassen sich Verschwörungstheorien als Projektionen erklären: Den präsumptiven Verschwörern werden nämlich Persönlichkeitsmerkmale unterstellt, die das sie rezipierende Individuum bei sich selbst ablehnt oder über die es nicht verfügt: Sie sind skrupellos, grausam, egoistisch, außergewöhnlich intelligent und von einer bisweilen nachgerade gottgleichen Machtfülle. Die damit einhergehende Dämonisierung ist zur Erklärung des Phänomens, dem die Verschwörungstheorie dienen soll, oft überflüssig, sie erfüllt weniger historische als psychologische Bedürfnisse. Verschwörungstheorien sagen in dieser Interpretation also vor allem etwas aus über die Fehler und die Wünsche ihrer Autoren und Leser.[110]

Sozialpsychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut den amerikanischen Psychologen Jennifer Whitson und Adam Galinsky sind psychisch gesunde Personen, wenn sie glauben, keine Kontrolle über die Situation zu haben, in der sie sich befinden – also Personen mit einer situativ bedingt niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung –, anfälliger für Verschwörungstheorien und Aberglauben. Sie tendieren dann dazu, überall Muster und Verbindungen zu sehen – selbst dort, wo es gar keine gibt – oder abergläubische Rituale mit einer Situation zu assoziieren.[111] Suggeriert man Menschen, dass sie die Kontrolle über eine Situation verloren haben, so suchen sie auch im scheinbaren Chaos nach Halt. Kontrollverlust wird von der Psyche als extrem starke Bedrohung wahrgenommen. Der starke Versuch, sie wieder herzustellen, kann auch die Wahrnehmung der Realität beeinflussen und man erzeugt sich mit Hilfe von „mentaler Gymnastik“ eine imaginäre Ordnung. Eine Möglichkeit ist, nach Strukturen zu suchen, um die Situation besser verstehen und zukünftige Entwicklungen vorhersagen zu können. Man sucht nach Mustern – und wenn es keine gibt, baut man durch Sinnestäuschungen welche ein. Man sieht Muster und Verbindungen, welche intersubjektiv bzw. objektiv nicht existieren. Um auszuschließen, dass es sich bei den Versuchspersonen um generell verunsicherte Menschen handelte, die unabhängig vom Kontext ordnende Strukturen suchen, suggerierte man ihnen Sicherheit. Dann unterschieden sich die Ergebnisse nicht mehr von denen anderer Versuchspersonen. Bei Kontrollverlust werden auch angebotene einfache Zusammenhänge und Lösungen dankbar angenommen.[112][113]

Neben einer solchen geringen Selbstwirksamkeit und der Wahrnehmung, keine Kontrolle über relevante Entwicklungen zu haben, erwies sich in den Untersuchungen der amerikanischen Politikwissenschaftler Joseph E. Uscinski und Joseph M. Parent der Bildungsgrad als signifikanter Faktor bei der Wahrscheinlichkeit, an Verschwörungstheorien zu glauben: Während etwa 40 % der Probanden ohne High-School-Abschluss eine hohe Neigung dazu aufwiesen, an Verschwörungstheorien zu glauben, war der entsprechende Anteil von Personen mit einem Hochschulabschluss (Postgraduates) deutlich unter 30 %.[114]

Nach einer 2011 veröffentlichten Untersuchung der Psychologen Michael J. Wood und Karen M. Douglas der Universität Kent glauben Menschen, die an eine Verschwörungstheorie glauben, mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auch an andere, wobei deren Inhalt weniger wichtig ist als die Tatsache, dass es sich eben um eine Verschwörungstheorie handelt: So war bei den untersuchten Probanden, die glaubten, Osama bin Laden wäre noch am Leben, seine spektakuläre Tötung durch amerikanische Navy SEALs 2011 also nur vorgetäuscht, die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie ebenfalls daran glaubten, er wäre bereits vor deren Einsatz tot gewesen. Dass beide Theorien sich gegenseitig logisch ausschließen, spielte für die Probanden offenkundig eine allenfalls untergeordnete Rolle.[115] Dies erklären Wood und Douglas mit einer „konspirationistischen Weltsicht“, die sich weniger im positiven Glauben an die Inhalte bestimmter verschwörungstheoretischer Narrative zeige als im Zweifel und Misstrauen gegenüber der „offiziellen“ Version. Ihre statistische Untersuchung von über 2000 Onlinekommentaren zum Thema der Terrorangriffe vom 11. September 2001 auf britischen und amerikanischen News-Webseiten ergab, dass Benutzer, die der konventionellen Erklärung zuneigten, eher für diese argumentierten, als die Argumente der Verschwörungstheoretiker zu widerlegen; wer dagegen glaubte, die Angriffe seien das Ergebnis einer Verschwörung der amerikanischen Regierung, der Illuminati oder anderer, für den galt umgekehrt, dass er eher gegen die offizielle Version argumentierte als für ein geschlossenes Alternativnarrativ. In Aufnahme eines Begriffs des amerikanischen Neurologen Steven Novella beschreiben Wood und Douglas dieses Vorgehen als „anomaly hunting“, als „Jagd nach Anomalien“:[116] Dabei werde aus nicht erklärten Befunden der Trugschluss gezogen, sie ließen sich überhaupt nicht erklären und würden zu einer Widerlegung der offiziellen Version zwingen. Diese Benutzer hätten zudem weniger aggressiv argumentiert, häufiger auf andere Verschwörungstheorien rekurriert und den Terminus Verschwörungstheorie für sich als stigmatisierend abgelehnt.[117]

Ein 1994 in der amerikanischen Zeitschrift Political Psychology erschienener Artikel untersuchte anhand einer Umfrage den Einfluss verschiedener gesellschaftlicher Faktoren auf den Glauben an Verschwörungstheorien.[118] Den 348 Umfrageteilnehmern wurden zehn in den USA zur damaligen Zeit populäre Verschwörungstheorien präsentiert, darunter etwa:

  • John F. Kennedy wurde nicht Opfer eines Einzeltäters, sondern einer organisierten Verschwörung
  • das FBI war in die Ermordung von Martin Luther King verwickelt
  • die Air Force hält Beweise für die Existenz fliegender Untertassen zurück
  • das AIDS auslösende HI-Virus wurde von der Regierung erschaffen; darauf aufsetzend die Theorie, sie habe es danach absichtlich unter Schwarzen oder Homosexuellen verbreitet
  • die Regierung bringt in den Städten absichtlich Drogen in Umlauf
  • die Japaner planen die Zerstörung der amerikanischen Wirtschaft

Die Teilnehmer wurden befragt, welchen Wahrheitsgehalt sie der jeweiligen Theorie beimessen, basierend auf einer Vier-Punkte-Skala von "definitiv wahr" bis "definitiv falsch".

Die Umfrage ergab eine überwiegende Ablehnung der Theorien. Zwei der zehn Theorien wurden als eher wahrscheinlich bewertet, sechs hingegen als eher unwahrscheinlich, die restlichen zwei ergaben ein Unentschieden. Der Grad der Zustimmung variierte stark zwischen den verschiedenen Theorien. Den höchsten Zustimmungsgrad erreichte die Verschwörungstheorie zur Ermordung von John F. Kennedy mit 69 %. Die Theorien zum HI-Virus fanden hingegen nur wenig Anhänger.

Der Glaube an eine Verschwörungstheorie erhöhte die Neigung, auch weitere als plausibel einzustufen. Er korrelierte mit einer Neigung zu Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen und zwischenmenschlichem Umfeld, Unsicherheit in Hinblick auf den Arbeitsplatz, ethnischer Herkunft und sexueller Orientierung. Menschen, die ihre Lebenssituation als ungerecht empfanden und sich von der Politik allein gelassen fühlten, glaubten signifikant häufiger an Verschwörungstheorien, ebenso Afro- und Hispanoamerikaner, was der Autor mit ihrem Status als ethnische Minderheiten in Verbindung bringt. Jüngere Menschen glaubten etwas häufiger an Verschwörungstheorien. Hinsichtlich Bildungsstand, Geschlecht oder Berufsfeld konnten nur wenige signifikante Korrelationen festgestellt werden.

Verschwörungstheorien, die bestimmte Volksgruppen in besonderer Weise betrafen, erreichten unter deren Angehörigen einen höheren Zustimmungsgrad. Afroamerikaner sind etwa bei der Drogenkriminalität deutlich überrepräsentiert und häufiger von AIDS betroffen. 62 % von ihnen stimmten der Theorie zu, die Regierung habe in den Städten absichtlich Drogen in Umlauf gebracht (alle Teilnehmer: 21 %). 31 % stimmten der Theorie zu, die Regierung habe das HI-Virus absichtlich unter Schwarzen verbreitet (alle Teilnehmer: 10 %). 68 % glaubten, die Regierung war in die Ermordung Martin Luther Kings verwickelt (alle Teilnehmer: 42 %). Diese Beobachtung deckte sich mit den Erkenntnissen einer früheren Umfrage unter afroamerikanischen Kirchenmitgliedern, bei der thematisch ähnliche Fragen gestellt wurden.

Verschwörungstheorien als Quasireligion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-amerikanische Psychologe Rob Brotherton vertrat 2015 die Hypothese, Verschwörungstheorien ähnelten strukturell Religionen: Insbesondere die Überwahrnehmung von Wesenhaftigkeit (hyper agency detection, kurz HAD), die Brotherton als eine psychologische Grundfunktion von conspiracy theories identifiziert, sei auch der Religionsforschung wohlbekannt. Demnach neigen Menschen (insbesondere unter Stress) dazu, planvolle Akteure und Zusammenhänge hinter Ereignissen zu vermuten, um sich abzusichern: Die Evolution habe dafür gesorgt, dass eher jene Menschen überlebten, die auch da Zusammenhänge sahen, wo keine existierten, als jene, die zu wenige Zusammenhänge erkannten. Das menschliche Gehirn glaube nicht an Zufälle, sondern an Kausalitäten. Brotherton glaubt nachweisen zu können, dass diese Präferenz nicht nur für die Entstehung von Religion zentral gewesen sei, sondern auch bei der Beurteilung der Frage eine Rolle spielte, ob Kennedy tatsächlich nur vom Einzeltäter Lee Harvey Oswald ermordet wurde oder ob eine Verschwörergruppe dahintersteckte: Gerade aufgrund der Bedeutung des Ereignisses falle es vielen Menschen schwer, nicht auch eine bedeutende Ursache (und damit einen tieferen Sinn) hinter dem Mord anzunehmen.

Eine weitere Parallele zum Bereich der Religionspsychologie sieht Brotherton darin, dass die allermeisten Verschwörungstheorien nicht von konkurrierenden Systemen und Chaos ausgingen, sondern von einer heimlichen hierarchischen Ordnung, die er als „Verschwörungspyramide“ bezeichnet: An ihrer Spitze stünden stets übermenschlich begabte und manipulative Meisterverschwörer, die derart genial seien, dass sie über Jahrhunderte oder Jahrtausende hinweg nahezu fehlerfrei und unsichtbar agieren und die untergeordneten Verschwörungen kontrollieren oder gegeneinander ausspielen könnten. Die Rolle dieser fast allmächtigen, gottähnlichen Meisterverschwörer, deren Handeln den verborgenen Sinn hinter dem scheinbaren Chaos der Welt darstelle, übernähmen je nach weltanschaulicher Präferenz Freimaurer, Illuminaten, die „Weisen von Zion“, superreiche Wirtschaftseliten, Bilderberger, Außerirdische oder künstliche Intelligenzen.[119]

Heterodoxes Wissen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Andreas Anton sind Verschwörungstheorien „eine spezielle Formkategorie sozialen Wissens“, „in deren Zentrum Erklärungs- oder Deutungsmodelle stehen, welche aktuelle oder historische Ereignisse, kollektive Erfahrungen oder die Entwicklung einer Gesellschaft insgesamt als Folge einer Verschwörung interpretieren.“[120] Auf dieser Definition aufbauend besteht entsprechend der wissenssoziologischen Perspektive von Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter die wichtigste Funktion von Verschwörungstheorien darin, „Ereignisse oder Prozesse, die sich ansonsten nur schwer einordnen ließen, sinnhaft zu deuten, so dass sie sich in bestehende Weltbilder, Sinnstrukturen oder ein bestimmtes Hintergrundwissen integrieren lassen.“ Das Verschwörungsdenken der Moderne wird nach Anton, Schetsche und Walter durch fünf interdependente Faktoren wesentlich beeinflusst: Zunächst einmal müsse ein kulturelles Wissen über die Existenz realer Verschwörungen vorhanden sein; damit zusammenhängend müsse Misstrauen gegenüber den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und militärischen Machteliten vorhanden sein, etwa durch Kenntnisse über deren Verwicklung in illegale Machenschaften – als Beispiel nennen sie die als Gladio bekanntgewordenen Stay-behind-Organisationen der NATO; drittens müsse ein starker Wunsch nach Erklärung für ein unerwartetes Ereignis in der Gesellschaft vorhanden sein, der durch die offizielle Erklärung nicht befriedigt werde; viertens müsse es ein die individuelle Verantwortung für ein Ereignis oder gesellschaftliche Fehlentwicklungen betreffendes Entlastungsbedürfnis geben: Wer unterstellt, dass die wahren Entscheidungen ohnehin nur in einem kleinen, unbeeinflussbaren Zirkel von Verschwörern fielen, brauche sich keine Vorwürfe zu machen, gegebenenfalls die falsche Partei gewählt zu haben; schließlich sei die Möglichkeit notwendig, solche heterodoxen Deutungen massenhaft und ungehindert zu verbreiten, etwa über das Internet. Anton, Schetsche und Walter begrüßen dieses Medium als Ermöglichung einer „ergebnisoffenen Konkurrenz zwischen orthodoxen und heterodoxen Wissensbeständen und Wirklichkeitskonzepten (einschließlich Verschwörungstheorien)“.[121]

Verschwörungsideologien und Gewalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Überblick über die Konjunkturen der Verschwörungsideologien zeigt die immense Gewaltbereitschaft, die mit diesem Denken einhergeht: Vom mittelalterlichen Inquisitionsterror gegen Andersgläubige über die englischen Verfolgungen von Kryptokatholiken und Jesuiten zur grande terreur der Französischen Revolution, dann vom Schrecken des stalinistischen Gulag bis schließlich zum Grauen in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten: Stets folgte auf die Entlarvung vermeintlicher Verschwörer und Volksfeinde deren Eliminierung. Und noch in der jüngsten Vergangenheit zeigt der Bombenanschlag von Oklahoma City von 1995 die mörderische Potenz von Verschwörungsideologien.

Der Zusammenhang ist notwendiger Bestandteil der scheinrationalen Logik der Verschwörungsideologien: Wenn die Bedrohung durch die als übermächtig vorgestellten Verschwörer so groß ist und wenn es aufgrund der ideologischen Selbstabdichtung keinerlei Mittel gibt, diese Phantasievorstellung zu widerlegen, muss buchstäblich jedes Mittel recht sein, sich ihrer zu erwehren.

Aufgrund der Erfahrungen des Griechischen Unabhängigkeitskrieges (1821–1829), als eine christliche Minderheit sich gewaltsam mit Hilfe von Großbritannien aus dem Osmanischen Reich gelöst hatte, fürchtete die jungtürkische Regierung im Jahre 1915 Ähnliches: Sie vermutete, die christlichen Armenier stünden insgeheim mit Russland, das schon lange Interesse an der Kontrolle der Meerengen besaß, im Bunde. Daher schalteten sie mit Massakern und Todesmärschen in die mesopotamische Wüste diese vermeintliche fünfte Kolonne des Kriegsgegners aus.[122]

Doch Gewalt ist nicht nur die Folge staatlicher Verschwörungstheorien „von oben“: In den beiden großen Freiheitskämpfen des 18. Jahrhunderts spielen Verschwörungstheorien „von unten“ für die Motivation der Revolutionäre eine nicht zu unterschätzende Rolle. Von George Washington etwa ist bekannt, dass er hinter dem konfliktträchtigen Handeln der britischen Regierung, das zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führte, eine Verschwörung witterte: Die Besteuerung der Kolonisten ohne ihre Repräsentation im Parlament erschien ihm nicht als rationale Verfolgung britischer Interessen, die nur eben den seinen widersprachen und die politisch, das heißt durch Verhandlung und Kompromiss, zu regeln wären, sondern als absichtliche und vor den Amerikanern lange geheim gehaltene Böswilligkeit, die es zu bekämpfen gelte – eine Interpretation, die den Kämpfern für die Unabhängigkeit gewiss mehr Anhänger zuführte, als wenn er sie rein rational dargestellt hätte.

Noch deutlicher wird der Zusammenhang von revolutionärer Gewalt und Verschwörungstheorie im vorrevolutionären Frankreich, wo unter der Landbevölkerung immer wieder Gerüchte von Hungerverschwörungen aufflackerten.[123] Die berühmteste und wohl auch folgenreichste war das im Frühjahr 1789 massenhaft kolportierte Gerücht, Adel und König würden absichtlich die Getreideversorgung verknappen, um in der folgenden Hungerkrise den beim Volk beliebten Finanzminister Jacques Necker entlassen und die von ihm empfohlene Einberufung der Generalstände aussetzen zu können. Diese Verschwörungstheorie trug nicht unwesentlich zur Delegitimierung des Ancien Régime und zur Bereitschaft der von einer Hungersnot bedrohten Massen bei, auch Gewalt einzusetzen.

Die Gerüchte um Hungerverschwörungen ließen in der Folgezeit aber nicht nach. Tatsächlich waren ähnliche Sorgen der Pariser Sansculotten im Zusammenhang mit der durch Inflation bedrohten Revolutionswährung, den Assignaten, einer der Auslöser für den massenhaften Terror des Wohlfahrtsausschusses. Die Verschwörungstheorie, die revolutionäre Gewalt „von unten“ motiviert hatte, war zur Rechtfertigung staatlichen Terrors „von oben“ geworden.

Verschwörungstheorien in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschwörungstheorien, ihre intrigante Lancierung oder Aufdeckung sind seit je Stoff zahlreicher Bühnenstücke und Prosawerke.

Seit einiger Zeit werden Verschwörungstheorien vor allem in der amerikanischen Literatur thematisiert. Hier lassen sich drei Aspekte ausmachen, die sie für Autor und Leserschaft interessant machen: Spannung, Satire und Postmoderne; bei vielen Büchern kommen mehrere dieser Aspekte zum Tragen:

  • (Welt-)Verschwörungstheorien eignen sich hervorragend dazu, Spannung zu erzeugen: Der Held dringt mit dem Leser immer tiefer in die Geheimnisse einer ungeheuerlichen Konspiration ein, gerät eben dadurch mehrfach in größte Gefahr und entkommt den finsteren Geheimbündlern nur knapp, wenn überhaupt. Dieser Dramaturgie gehorchen z. B. die Romane von Dan Brown. Ein weiteres Beispiel ist der Roman Welt in Angst von Michael Crichton, der der Angst von Umweltskeptikern vor einer Verschwörung von Umweltschützern gegen den westlichen Lebensstil Ausdruck verleiht.
  • Satirisch werden Verschwörungstheorien zum Beispiel in William S. Burroughs berühmter Kurzgeschichte 23 Skiddoo behandelt, die in schnoddrigem Insider-Jargon schildert, wie einem obskuren Geheimdienst seine telepathisch kontrollierten Mörder aus dem Ruder laufen. Auch die Romantrilogie Illuminatus! von Robert Anton Wilson und Robert Shea benutzt vielfach satirische Momente, etwa wenn gleich zu Beginn des ersten Bandes das Denken in Verschwörungstheorien als Ideologie entlarvt wird mit dem das Kommunistische Manifest parodierenden Motto: „Die Geschichte der Welt ist die Geschichte der Kriege zwischen Geheimbünden.“
  • In der postmodernen Literatur tritt das Motiv der Verschwörungstheorie besonders häufig auf. Hier dient es dazu, zu belegen, dass alles, was gemeinhin für Wirklichkeit gehalten wird, letztlich eine Konstruktion und bloße Vereinbarung ist: So offenkundig konstruiert wie eine Verschwörungstheorie ist demnach überhaupt jede Vorstellung der Realität. Dies wird in Illuminatus! mit dem von Timothy Leary entlehnten Begriff des „Realitätstunnels“ sogar explizit erklärt: Aus der gegen unendlich laufenden Zahl der möglichen Interpretationen der Welt einigt sich eine Gesellschaft auf eine, die dann als verbindlich indoktriniert wird. Erleuchtung erfahren die Protagonisten der Romantrilogie durch einen so genannten Mindfuck, der ihren Realitätstunnel zerstört und sie so in Stand setzt, einen eigenen zu konstruieren. Weniger optimistisch zeigt sich Umberto Eco in seinem Roman Das Foucaultsche Pendel, in dem er beschreibt, wie neugierige Wissenschaftler selber eine Verschwörungstheorie spinnen, die eben dadurch Realität gewinnt und einen von ihnen auf schaurige Weise das Leben kostet – er stirbt, gehenkt am titelgebenden Foucaultschen Pendel. Wesentlich schwieriger zu deuten sind die frühen Romane von Thomas Pynchon wie V. oder The Crying of Lot 49, in denen Verschwörungstheorien zugleich ironisiert und als Chiffre für die untergründigen Zusammenhänge der Welt gesetzt werden. Pynchon nimmt hier jedoch – weit vom postmodernen Pop-Eklektizismus Wilsons entfernt – die Tradition der literarischen Moderne auf; die Unverständlichkeit der Bedrohung in The Crying of Lot 49 erinnert an Kafkas Albtraumwelten, und auch die „mythologische Ordnungsmethode“ aus Joyces Ulysses wird reflektiert, bei der die Mythologie zu einer zweiten, die bunte Oberfläche gliedernden Wirklichkeitsebene wird. In The Crying of Lot 49 stößt die Protagonistin Oedipa Maas auf immer mehr Indizien für die Existenz einer geheimnisvollen Post-Verschwörung, bis sie schließlich vor der Alternative steht, sich entweder außerhalb dessen zu stellen, was die anderen Menschen für Realität halten, oder innerhalb des gesellschaftlichen Konsenses zu bleiben, was aber bedeutet, dass sie ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann – sie müsste sich dann selbst für verrückt erklären. Eine positivere Darstellung erfahren die Verschwörungstheorien in Pynchons Roman Die Enden der Parabel: Hier dienen sie, ähnlich wie bei Wilson, als selbstkonstruierte Fluchtmöglichkeiten, als Wege aus dem gigantischen Todes-, Indoktrinations- und Verwertungszusammenhang der geschilderten Welt. Negativ werden Verschwörungstheorien dagegen im Werk Don DeLillos gesehen: In dem Roman Sieben Sekunden, in dessen Mittelpunkt der Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald steht, wird geschildert, wie er von CIA-Agenten dahingehend manipuliert wird, sich selbst für einen Mord verantwortlich zu zeigen, den er nicht begangen hat: Verschwörungstheorie wird hier zur Metapher der Fremdbestimmung und Manipulation des Menschen. Zugleich knüpft DeLillos Version der Ereignisse selbst an eine bekannte Verschwörungstheorie an.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschsprachig
Englischsprachig
  • Michael Butter, Maurus Reinkowski (Hrsg.): Conspiracy Theories in the United States and the Middle East: A Comparative Approach. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2014, ISBN 311030760X.
  • Cornel Zwierlein, Beatrice de Graaf (Hrsg.): Security and Conspiracy in History, 16th to 21st Century. Historical Social Research 38, 2013.
  • Michael Barkun: A Culture of Conspiracy: Apocalyptic Visions in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2006, ISBN 978-0-52024812-0.
  • Rob Brotherton: Suspicious Minds. Why we believe conspiracy theories. Bloomsbury, New York 2015, ISBN 978-1-4729-1561-0.
  • S. Clarke: Conspiracy Theories and Conspiracy Theorizing. In: Philosophy of the Social Science. 32, 2002, S. 131–150.
  • D. Coady: Conspiracy Theories and Official Stories. In: International Journal of Applied Philosophy. 17/2, 2003, S. 199–211.
  • Mark Fenster: Conspiracy Theories. Secrecy and Power in American Culture. Minneapolis 1999 (zweite Auflage Minneapolis 2008), ISBN 0-8166-3242-1.
  • Carl F. Graumann, Serge Moscovici (Hrsg.): Changing Conceptions of Conspiracy. Springer Series in Social Psychology. New York u. a. 1987, ISBN 0-387-96223-9.
  • Richard Hofstadter: The Paranoid Style in American Politics and Other Essays. London 1966. (Nachdruck: Chicago 1990, ISBN 0-226-34817-2, online)
  • Brian Keeley: Of Conspiracy Theories. In: The Journal of Philosophy. 96, 1999, S. 109–26.
  • Frank P. Mintz: The Liberty Lobby and the American Right. Race, conspiracy and culture. Greenwood Press Westport, Connecticut 1985, ISBN 0-313-24393-X.
  • Kathryn S. Olmsted: Real Enemies. Conspiracy Theories and American Democracy, World War I to 9/11. Oxford University Press, Oxford 2013, ISBN 978-0-1997-5357-4.
  • Jane Parish, Martin Parker (Hrsg.): The Age of Anxiety. Conspiracy Theory and the Human Sciences. Oxford-Malden 2001, ISBN 0-631-23168-4.
  • Daniel Pipes: Conspiracy. How the Paranoid Style Flourishes and Where It Comes From. Free Press, New York 1997 (dt.: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling, München 1998, ISBN 3-932425-08-1.)
  • J.M. Roberts: The Mythology of the Secret Societies. Secker & Warburg, London, New York 1972, ISBN 0-684-12904-3.

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Verschwörungstheorie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Reinalter: Die Weltverschwörer: Was Sie eigentlich alles nie erfahren sollten. Ecowin Verlag, Salzburg 2010, S. 21 f.
  2. Heinrich Schmidt: Philosophisches Wörterbuch. 21. Auflage, neu bearbeitet von Georgi Schischkoff , Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1978, S. 693.
  3. Brian L. Keeley: Of Conspiracy Theories. In: The Journal of Philosophy 96, Nr. 3 (1999), S. 116, ähnlich Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 23.
  4. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 42.
  5. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 147.
  6. Vgl. David Coady: Gerüchte, Verschwörungstheorien und Propaganda. In: Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 286.
  7. Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Band II: Falsche Propheten. Hegel, Marx und die Folgen. 7. Auflage, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1992, S. 119.
  8. Richard Hofstadter: The Paranoid Style in American Politics and Other Essays. London 1966, Chicago 1990 (Nachdr.), S. 77–86 (online, Zugriff am 21. September 2014).
  9. Günter Hartfiel: Wörterbuch der Soziologie. 3. Auflage, neu bearbeitet von Karl-Heinz Hillmann, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1972, S. 787.
  10. Dieter Groh: The Temptation of Conspiracy Theory, or: Why do bad things happen to good people? Part I: Preliminary Draft of a Theory of Conspiracy Theories. In: Carl F. Graumann und Serge Moscovici (Hrsg.): Changing Conceptions of Conspiracy. Springer, New York/Berlin/Heidelberg 1987, S. 2 ff.
  11. Geoffrey T. Cubitt: Conspiracy Myths and Conspiracy Theories. In: Journal of the Anthropological Society of Oxford 20 (1989), S. 13–17.
  12. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 45–53.
  13. Armin Pfahl-Traughber: „Bausteine“ zu einer Theorie über „Verschwörungstheorien“. Definitionen, Erscheinungsformen, Funktionen und Ursachen. In: Helmut Reinalter (Hrsg.): Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte – Wirkung. Studien-Verlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2002, S. 31 f., zitiert nach Helmut Reinalter: Die Weltverschwörer: Was Sie eigentlich alles nie erfahren sollten. Ecowin Verlag, Salzburg 2010, S. 20 f.; ähnlich Cass Sunstein und Adrian Vermeule: Conspiracy Theories. Causes and Cures. In: Journal of Political Philosophy 17 (2009), S. 202, 210 f. u. ö.
  14. Brian L. Keeley: Of Conspiracy Theories. In: The Journal of Philosophy 96, Nr. 3 (1999), S. 116.
  15. Pete Mandik: Shit happens. In: Episteme 4 (2007), S. 206.
  16. Steve Clarke: Conspiracy Theories and Conspiracy Theorizing. In: Philosophy of the Social Sciences 32/2 (2002), S. 149.
  17. David Coady: Conspiracy theories and official stories. In: International Journal of Applied Philosophy 17 (2003), S. 199–211.
  18. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 24.
  19. Michael Barkun: A Culture of Conspiracy. Apocalyptic Visions in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2013, S. 3–6.
  20. Andreas Anton: Unwirkliche Wirklichkeiten. Zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien. Logos Berlin, 2011, S. 77f.; vgl. derselbe, Michael Schetsche und Michael Walter: Einleitung. Wirklichkeitskonstruktion zwischen Orthodoxie und Heterodoxie – zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien. In: dieselben (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 12.
  21. Michael J. Wood, Karen M. Douglas: “What about building 7?” A social psychological study of online discussion of 9/11 conspiracy theories (University of Kent, veröffentlicht 2013 im Frontiers in Psychology), PMC 3703523 (freier Volltext).
  22. Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Band II: Falsche Propheten. Hegel, Marx und die Folgen. 7. Auflage, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1992, S. 119.
  23. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 153 f.
  24. Siehe zum Beispiel Günter Hartfiel: Wörterbuch der Soziologie. 3. Auflage, neu bearbeitet von Karl-Heinz Hillmann, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1972, S. 787; Helmut Reinalter: Die Weltverschwörer. Was sie eigentlich alles nie erfahren sollten. Ecowin, Salzburg 2010, S. 10–14; Michael Barkun: A Culture of Conspiracy. Apocalyptic Visions in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2013, S. 6 ff.
  25. Helmut Reinalter: Die Weltverschwörer. Was sie eigentlich alles nie erfahren sollten. Ecowin, Salzburg 2010, S. 10–14.
  26. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 7–13.
  27. Dieter Groh: The Temptation of Conspiracy Theory, or: Why do bad things happen to good people? Part I: Preliminary Draft of a Theory of Conspiracy Theories. In: Carl F. Graumann und Serge Moscovici (Hrsg.): Changing Conceptions of Conspiracy. Springer, New York/Berlin/Heidelberg 1987, S. 8–11; Rudolf Jaworski: Verschwörungstheorien aus psychologischer und aus historischer Sicht. In: EZW-Texte 177 (2004), S. 44 f.
  28. Tobias Jaecker: Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September. Neue Varianten eines alten Deutungsmusters. LIT, Münster 2004, S. 16 f.
  29. Brian L. Keeley: Of Conspiracy Theories. In: The Journal of Philosophy 96, Nr. 3 (1999), S. 117–125.
  30. Steve Clarke: Conspiracy Theories and Conspiracy Theorizing. In: Philosophy of the Social Sciences 32/2 (2002), S. 144–147.
  31. Pete Mandik: Shit happens. In: Episteme 4 (2007), S. 206.
  32. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 43 f.
  33. Rudolf Jaworski: Verschwörungstheorien aus psychologischer und aus historischer Sicht. In: EZW-Texte 177 (2004), S. 46.
  34. Brian L. Keeley: Of Conspiracy Theories. In: The Journal of Philosophy 96, Nr. 3 (1999), S. 116.
  35. Rudolf Jaworski: Verschwörungstheorien aus psychologischer und aus historischer Sicht. In: EZW-Texte 177 (2004), S. 46.
  36. So auch Tobias Jaecker: Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September. Neue Varianten eines alten Deutungsmusters. LIT, Münster 2004, S. 14 f.
  37. Helmut Reinalter: Die Weltverschwörer: Was Sie eigentlich alles nie erfahren sollten. Ecowin Verlag, Salzburg 2010, S. 12 f.
  38. Brian L. Keeley: Of Conspiracy Theories. In: The Journal of Philosophy 96, Nr. 3 (1999), S. 121–126.
  39. Steve Clarke: Conspiracy Theories and Conspiracy Theorizing. In: Philosophy of the Social Sciences 32/2 (2002), S. 133 und 143–147.
  40. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 31 ff., 75 ff. und 146.
  41. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 87 und 144 f (hier das Zitat).
  42. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 41 f., 46–69 und 145.
  43. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 132 und 145.
  44. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 107–111 und 145.
  45. Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter: Einleitung: Wirklichkeitskonstruktion zwischen Orthodoxie und Heterodoxie – zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien. In: dieselben (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 12–17.
  46. David Coady: Gerüchte, Verschwörungstheorien und Propaganda. In: Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 294 f.
  47. Dieter Groh, Die verschwörungstheoretische Versuchung, oder: Why do bad things happen to good people, in: ders., Anthropologische Dimensionen der Geschichte, Frankfurt am Main 1992, S. 267 ff.
  48. Andreas Hartmann, Germanicus und Lady Di. Zur öffentlichen Verarbeitung zweier Todesfälle, in: Waltraud Schreiber (Hrsg.): Der Vergleich. Eine Methode zur Förderung historischer Kompetenzen. Ausgewählte Beispiele, ars una Verlagsgesellschaft, Neuried 2005, S. 61–126.
  49. Juliane Wetzel: Verschwörungstheorien. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien. De Gruyter Saur, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24074-4 S. 335 (abgerufen über De Gruyter Online).
  50. Zu antijesuitischen Verschwörungstheorien s. Stephen Luckert, Jesuits, Freemasons, Illuminati, and Jacobins. Conspiracy Theories, secret societies, and politics in late 18th century Germany, Diss. Binghamton University 1993, S. 75–96.
  51. Douglas C. Green (Hg.), Diaries of the Popish Plot, New York 1977.
  52. so z. B. Denis Diderot: Jesuit, in: Anette Selg und Rainer Wieland (Hg.), Die Welt der Encyclopédie, Eichborn Verlag, Frankfurt/M 2001, S. 183 ff.
  53. Samuel F. B. Morse, Conspiracy Against the Liberties of the United States, Leavitt & Lord, New York 1835, zit. bei Richard Hofstadter: The Paranoid Style in American Politics and Other Essays. London 1966, Chicago 1990 (Nachdr.), S. 77–86 (online, Zugriff am 21. September 2014).
  54. Zitiert nach Walter Markov: Revolution im Zeugenstand. Frankreich 1789–1799. Band 2, Leipzig 1982, S. 566 f.
  55. Geoffrey T. Cubitt, Robespierre and Conspiracy Theories, in: Colin Haydon und William Doyle (Hgg.), Robespierre, Cambridge University Press 1999, S. 75 – 91, das Zitat S. 83.
  56. Volker Jordan: Der protestantische Frühkonservativismus in Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, S. 105 ff.
  57. Roland Sonntag: Verschwörungstheorien – Zur Variabilität eines aktuellen Phänomens, S. 11.
  58. Johannes Rogalla von Bieberstein: Die These von der Verschwörung 1776–1945. Philosophen, Freimaurer, Juden, Liberale und Sozialisten als Verschwörer gegen die soziale Ordnung, Bern 1976, S. 139 f.
  59. So Wolfram Meyer zu Uptrup: Kampf gegen die „jüdische Weltverschwörung“. Propaganda und Antisemitismus der Nationalsozialisten 1919 bis 1945. Metropol, Berlin 2003, und Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 78–93.
  60. Der Nationalsozialismus. Dokumente 1933–1945. Hrsg., eingeleitet und dargestellt von Walther Hofer. Fischer Bücherei, Frankfurt am Main 1957; überarbeitete Neuausgabe: Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-26084-1, S. 268 f.
  61. Juliane Wetzel: Verschwörungstheorien. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien. De Gruyter Saur, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24074-4 S. 335 (abgerufen über De Gruyter Online).
  62. Werner Jochmann: Monologe im Führerhauptquartier. Hamburg 1980, S. 93.
  63. Text der Posener Rede auf www.nationalsozialismus.de (Memento vom 15. April 2004 im Internet Archive)
  64. Juliane Wetzel: Verschwörungstheorien. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien. De Gruyter Saur, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24074-4 S. 335 (abgerufen über De Gruyter Online).
  65. Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Band II: Falsche Propheten. Hegel, Marx und die Folgen. 7. Auflage, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1992, S. 119.
  66. vgl. Oleg Gordievsky, Oleg und Christophe Andrew, KGB: The Inside Story. Hodder & Stoughton. 1990, ISBN 0-340-48561-2, S. 114; Dimitri Wolkogonow, Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Econ Taschenbuch Verlag 1989, ISBN 3-612-26011-1, S. 18.
  67. Gerd Koenen: Marxismus-Leninismus als universelle Verschwörungstheorie. in: Neue Gesellschaft, Frankfurter Hefte. Dietz, Bonn 1999,2, S. 127–132; ähnlich auch Daniel Pipes, Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen, Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 153 ff., und Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 109–117.
  68. Richtlinien der Kommunistischen Internationale – angenommen vom Kongress der Kommunistischen Internationale in Moskau (2. bis 6. März 1919).
  69. Reinhard Kühnl: Faschismustheorien. Ein Leitfaden, aktualisierte Neuauflage, Distel Verlag, Heilbronn 1990, S. 249 f.
  70. Ein Beispiel für viele: Eberhard Czichon, Wer verhalf Hitler zur Macht, Zum Anteil der deutschen Industrie an der Zerstörung der Weimarer Republik, Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1967.
  71. Eike Hennig, Industrie und Faschismus. Anmerkungen zur sowjet-marxistischen Interpretation, in: NPL 15 (1970), S. 438.
  72. Vgl. Reinhard Neebe, Großindustrie, Staat und NSDAP 1930–1933. Paul Silverberg und der Reichsverband der deutschen Industrie in der Krise der Weimarer Republik, Vandenhoeck und Rupprecht, Göttingen 1981; Henry A. Turner, Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers, Siedler Verlag, Berlin 1985.
  73. Peter Knight: Conspiracy Culture. From the Kennedy Assassination to the X-Files. Routledge, London 2000, S. 2.
  74. Michael Butter: Konspirationistisches Denken in den USA. In: Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 267 f.
  75. Herbert Hoover: Masters of deceit. The story of communism in America and how to fight it. Holt, New York 1958 (online, Zugriff am 20. Oktober 2014.)
  76. David Hecht: Hoover, Herbert. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 1, S. 324.
  77. Text der Rede auf www.jfklibrary.org: “For we are opposed around the world by a monolithic and ruthless conspiracy that relies primarily on covert means for expanding its sphere of influence--on infiltration instead of invasion, on subversion instead of elections, on intimidation instead of free choice, on guerrillas by night instead of armies by day.”
  78. James D. Perry: Kennedy, John F. Assassination of. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 1, S. 383–397; Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 160–240.
  79. Michael Butter: Konspirationistisches Denken in den USA. In: Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 268.
  80. Lance deHaven-Smith, "Conspiracy Theory In America". University of Texas Press, Austin 2013, S. 20, 26, 131 u. ö.
  81. Michael Butter: Konspirationistisches Denken in den USA. In: Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 268–272.
  82. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 264.
  83. Claus Leggewie, Fed up with the Feds. Neues über die amerikanische Paranoia, in: Kursbuch 124: Verschwörungstheorien, Rowohlt, Berlin 1996, S. 115–128; Alasdair Spark: New World Order. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 2, S. 536–539.
  84. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 245 ff. u. ö.; Jack Z. Bratich: AIDS und Ted Remington: Cocaine. Beides in: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. Bd. 1. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, S. 45 f. und S. 178–184.
  85. Zum Folgenden siehe Bassam Tibi: Die Verschwörung. Das Trauma arabischer Politik. dtv, München 1994.
  86. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 119 f.
  87. Daniel Pipes: The Hidden Hand. Middle East Fears of Conspiracy. St. Martin’s Press, New York 1998, S. 49–74.
  88. Jeff Jacoby: Rousing Muslim bigotry. In: Boston Globe vom 23. Oktober 2003, Zugriff am 10. Oktober 2012.
  89. Mitchell G. Bard, Behauptungen und Tatsachen. Negative arabisch/ moslemische Einstellungen gegenüber Israel, 2011, (online, Zugriff am 4. Mai 2011)
  90. Deutsche Übersetzung der Rede
  91. Philipp Gessler, Die Juden als Weltfeinde, in: taz vom 15. Dezember 2005.
  92. Ulrike Heß-Meining: Right-wing Esotericism in Europe. In: Uwe Backes und Patrick Moreau (Hrsg.): The Extreme Right in Europa. Current trends and Perspectives. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, S. 398 ff., das Zitat („One of the most notorious black occult blooodlines of middle age Europe“) S. 399.
  93. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 148.
  94. Klaus Bellmund und Kareel Siniveer: Kulte, Führer, Lichtgestalten. Esoterik als Mittel rechtsradikaler Propaganda. Droemer Knaur, München 1997, S. 199.
  95. Zu Conrad siehe Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 149–152; zu de Ruiter Ulrike Heß-Meining: Right-wing Esotericism in Europe. In: Uwe Backes und Patrick Moreau (Hrsg.): The Extreme Right in Europe. Current trends and Perspectives. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, S. 400 ff.
  96. Bundesamt für Verfassungsschutz: Argumentationsmuster im rechtsextremistischen Antisemitismus (PDF; 1,4 MB). November 2005, S. 10 f., Zugriff am 31. Mai 2014.
  97. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 146 f.
  98. Chantal Magnin und Marianne Rychner: Strukturelle Gemeinsamkeiten zweier Weltdeutungen: Esoterik und antisemitische Verschwörungstheorie. In: Tangram. Bulletin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Nr. 6 (1999), S. 43 (online, Zugriff am 31. Mai 2014).
  99. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 160–163; Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 17 f. u. ö.
  100. Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979.
  101. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 120 ff.
  102. Peter Knight: Making Sense of Conspiracy Theories. In: (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 1, S. 22; Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 119 f.
  103. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 151 f. und 159 (hier das Zitat) – 163.
  104. Siehe die Aufstellung bei Helmut Reinalter: Die Weltverschwörer: Was Sie eigentlich alles nie erfahren sollten. Ecowin Verlag, Salzburg 2010, S. 31–40.
  105. Richard Hofstadter: The Paranoid Style in American Politics and Other Essays. London 1966, Chicago 1990 (Nachdr.), S. 77–86 (online, Zugriff am 21. September 2014).
  106. Dieter Groh: Die verschwörungstheoretische Versuchung, oder: Why do bad things happen to good people. In: ders., Anthropologische Dimensionen der Geschichte, Frankfurt am Main 1992, S. 287–304; Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 17 (hier das Zitat), 101–104 u.ö.
  107. Oliver Brachfeld: Zur Psychopathologie der „Weltverschwörungen“. In: Wilhelm Bitter (Hrsg.): Massenwahn in Geschichte und Gegenwart. Klett, Stuttgart 1965, S. 111–117; Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 48 f.
  108. Rudolf Jaworski: Verschwörungstheorien aus psychologischer und aus historischer Sicht. In: EZW-Texte 177 (2004), S. 37–42 (online, Zugriff am 21. September 2014).
  109. Manfred Spitzer: Verschwörungstheorien – ganz normal und doch ein Problem. In: Nervenheilkunde 3 (2015), S. 195 f. und 201.
  110. Karl Hepfer: Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. transcript, Bielefeld 2015, S. 104 und 131 f.
  111. Jennifer A. Whitson, Adam D. Galinsky: Lacking Control Increases Illusory Pattern Perception, Science, Vol. 322. no. 5898, S. 115–117, 3. Oktober 2008.
  112. Elke Ziegler: Kontrollverlust lässt Verschwörungstheorien gedeihen, science.ORF.at, 3. Oktober 2008.
  113. Meg Washburn: When seeing IS believing, eurekalert.org, 2. Oktober 2008.
  114. Joseph E. Uscinski and Joseph M. Parent: American Conspiracy Theories. Oxford University Press, Oxford und New York 2014. Zitiert bei Manfred Spitzer: Verschwörungstheorien – ganz normal und doch ein Problem. In: Nervenheilkunde 3 (2015), S. 200.
  115. Michael J. Wood, Karen M. Douglas und Robbie M. Sutton: Dead and Alive. Beliefs in Contradictory Conspiracy Theories. In: Social Psychological and Personality Science (2012), S. 767–773. Zitiert bei Manfred Spitzer: Verschwörungstheorien – ganz normal und doch ein Problem. In: Nervenheilkunde 3 (2015), S. 201 (Online).
  116. Steven Novella: Anomaly hunting. Auf NeuroLogica Blog, 27. April 2009, Zugriff am 26. Oktober 2015.
  117. Michael J. Wood und Karen M. Douglas: “What about building 7?” A social psychological study of online discussion of 9/11 conspiracy theories. In: Frontiers in Psychology 4 (2013), Artikel 409, S. 1–9 PMC 3703523 (freier Volltext)
  118. Ted Goertzel: Belief in Conspiracy Theories. In: International Society of Political Psychology (Hrsg.): Political Psychology. Nr. 15, 1994, S. 733–744 (Unredigierte Originalfassung des Autors im DOC-Format).
  119. Rob Brotherton: Suspicious Minds. Bloomsbury, New York 2015.
  120. Andreas Anton: Unwirkliche Wirklichkeiten. Zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien. Perilog, Berlin 2011, S. 119. Zitiert nach: Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter: Einleitung. Wirklichkeitskonstruktion zwischen Orthodoxie und Heterodoxie – zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien. In: dieselben (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 9–25, hier S. 15.
  121. Andreas Anton, Michael Schetsche und Michael Walter: Einleitung. Wirklichkeitskonstruktion zwischen Orthodoxie und Heterodoxie – zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien. In: dieselben (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 9–25, hier S. 15–19.
  122. Siehe z. Salahi Ramsdan Sonyel: Greco-Armenian conspiracy against Turkey revived. Cyprus Turkish Association, London 1975; B. Donald Bloxham, The Great Game of Genocide. Imperialism, Nationalism, and the Destruction of the Ottoman Armenians, Oxford University Press, New York 2005, S. 116, 118, 196, 199 u. ö.
  123. Steven L Kaplan, The famine plot persuasion in eighteenth-century France, Transactions of the American Philosophical Society, New Series, Volume 72, Philadelphia 1982.