Mat (Fluss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mat
Mati
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Unterlauf des Mats bei Milot

Unterlauf des Mats bei Milot

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Albanien
Flusssystem MatVorlage:Infobox Fluss/QUELLE_fehlt
Mündung Adriatisches Meer41.63666666666719.5713888888890Koordinaten: 41° 38′ 12″ N, 19° 34′ 17″ O
41° 38′ 12″ N, 19° 34′ 17″ O41.63666666666719.5713888888890
Mündungshöhe mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlenVorlage:Infobox Fluss/HÖHENUNTERSCHIED_fehlt
Länge 115 km[1]
Einzugsgebiet 2441 km²[1]
Abfluss[1] MQ
103 m³/s
Rechte Nebenflüsse Fan
Durchflossene Stauseen Ulza-Stausee, Shkopet-Stausee
Kleinstädte Burrel, Milot
Ulza-Staudamm

Ulza-Staudamm

Shkopet-Stausee – Schlucht des Mat vor dem Eintritt in die Tiefebene

Shkopet-Stausee – Schlucht des Mat vor dem Eintritt in die Tiefebene

Der Fluss Mat (albanisch auch Mati) entwässert Teile der albanischen Berglandschaft nordöstlich von Tirana. Er mündet nach 115 Kilometern[1] zwischen den Städten Laç und Lezha in die Adria.

Der Mat entwässert ein breites (Hoch-)Tal, das ebenfalls den Namen Mat trägt. Danach passiert er eine enge Schlucht durch das Skanderbeggebirge, das die Region Mat von der albanischen Küstenebene trennt. Am Ende dieses Einschnitts vereinigt er sich mit seinem wichtigsten Nebenfluss, dem Fan. Dieser entwässert die nördlich gelegene Mirdita. Von da an sind es noch rund 25 Kilometer durch die flache Küstenebene, bis der Fluss in den Drin-Golf mündet. Das gesamte Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von 2441 Quadratkilometern.[1]

Der Mat wurde in der engen Schlucht am Ausgang des Mat-Tals zweimal gestaut. Der Ulza-Stausee (Liqeni i Ulzës) wird durch eine 64 Meter hohe und 126 Meter lange Staumauer gebildet. Er fasst 124 Millionen m³. Die Fallhöhe des Wassers beim Elektrizitätswerk beträgt rund 55 Meter. Das Wasserkraftwerk wurde von den sowjetischen Spezialisten errichtet und im Jahr 1957 in Betrieb genommen.[2] Es handelt sich um das erste größere Wasserkraftwerk im Land. Anfang der 2000er Jahre wurde es mit ausländischer Hilfe erneuert, damit mehr Leistung gewonnen werden kann.[3] Gleich unterhalb der Ulza-Staumauer liegt der schmale Shkopet-Stausee (Liqeni i Shkopetit), der sich über einige Kilometer durch die enge Schlucht zieht und ebenfalls mit einem Wasserkraftwerk versehen ist. Dieses Wasserkraftwerk ist sechs Jahre jünger und wurde ebenfalls noch unter sowjetischer Anleitung errichtet. Es wird zurzeit ebenfalls erneuert. Die Staumauer ist 53 Meter hoch und 90 Meter lang. Die Fallhöhe beträgt dort rund 36 Meter.[2]

Die durchschnittliche Abflussmenge des Mat beträgt 103 m³/s. Dies ist der drittgrößte Wert unter den albanischen Flüssen. Nach Niederschlägen führt er sehr viel Wasser, was immer wieder zu Überschwemmungen führt, durch den Bau der Kraftwerke aber deutlich besser reguliert werden kann. Die Höchstwassermenge übertrifft die Mindestwassermenge im Jahresverlauf um das Zehnfache.[1]

Nach dem Zusammenfluss mit dem Fan bildet der Mat ein sehr breites Flussbett, das mit seinem vielen Kies und Geröll auch bei Niedrigwasser ein Hindernis für Reisende zwischen Nord- und Mittelalbanien darstellte. Während des Ersten Weltkriegs bauten österreichische Truppen bei Milot Behelfsbrücken.[4] Im Jahr 1927 wurde die erste dauerhafte Brücke über den Fluss errichtet. Die Brücke mit fünf großen Stahlbögen auf Betonpfeilern überspannt 480 Meter. Sie wurde von deutschen und Schweizer Ingenieuren geplant.[5] Als eines der größten Bauwerke des damaligen Albanien wurde sie dem König zu Ehren Zogu-Brücke genannt.[4] Später wurde sie meist nur als Mat-Brücke bezeichnet. Es sollte nämlich rund 50 Jahre dauern, bis eine weitere Brücke den Fluss in der Küstenebene überquerte. Das neue Bauwerk für Straße und Eisenbahn ermöglichte eine direktere Verbindung, da die Zogu-Brücke ein wenig landeinwärts im Mat-Tal gelegen ist. Die 1981 errichtete und sieben Meter hohe Brücke war bei Erstellung mit einer Länge von 781 Metern die längste des Landes.[6] Nochmals 25 Jahre später wurde für die neue Schnellstraße, die das Land von Nord nach Süd durchqueren soll, eine dritte Mat-Brücke noch weiter westlich errichtet. Diese Brücke ist 650 Meter lang.[7]

Zogu-Brücke (2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Erwin Schnitter: Der Bau der Strassenbrücke „Ura-Zogu“ über den Mati-Fluss in Albanien (Schweizerische Bauzeitung 91/92 (1928) doi:10.5169/seals-42536)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Alqiviadh Cullaj, Agim Hasko, Aleko Miho, Ferdinand Schanz, Helmut Brandl, Reinhard Bachofen: The quality of Albanian natural waters and the human impact, in: Environment International 31 (2005)
  2. a b Colenco Info August 2003. Abgerufen am 28. Mai 2012.
  3. Drin River Cascade Rehabilitation Project. Abgerufen am 28. Mai 2012.
  4. a b Erwin Schnitter: Der Bau der Strassenbrücke „Ura-Zogu“ über den Mati-Fluss in Albanien (Schweizerische Bauzeitung 91/92 (1928) doi:10.5169/seals-42536)
  5. Lebenslauf des Ingenieurs Gerold Schnitter (Erbauer der Zogu-Brücke) (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive).
  6.  Akademia e Shkencave e RPSSH (Hrsg.): Fjalor enciklopedik shqiptar. Tirana 1985.
  7. Matbrücke Milot (2002). In: structurae. Abgerufen am 28. Mai 2012.