Matthias Bloechle

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Matthias Bloechle (* 1962 in Heidelberg) ist ein deutscher Frauenarzt, der durch die Anwendung einer Präimplantationsdiagnostik und eine anschließende Selbstanzeige bekannt wurde. In der Folge wurde er in einem Strafprozess, der bis zum Bundesgerichtshof ging, freigesprochen, die gesetzlichen Grundlagen wurden geändert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bloechle ist das älteste von vier Kindern und stammt aus einem Pfarrershaushalt.[1] Er studierte Medizin an der Universität Marburg und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er promovierte mit einer Arbeit über das Thema „Die Vaginosonographie der Zervix uteri“ im Jahr 1993 an der Humboldt-Universität Berlin. An der Universitätsklinik Charité absolvierte er seine Facharztausbildung in Gynäkologie, wo er mehrere Jahre in der Abteilung für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie arbeitete.

Seit 1999 praktiziert er in einer gemeinsam mit seiner Frau gegründeten Kinderwunschpraxis in Berlin-Charlottenburg in der Rankestraße. Nachdem er im Jahr 2005 erstmals in Deutschland bei drei Paaren eine Präimplantationsdiagnostik durchgeführt hatte, zeigte sich Bloechle im Jahr 2006 selbst an, um eine rechtliche Klärung über die Zulässigkeit der PID herbeizuführen.

Das Verfahren endete im Jahr 2010 mit einem Freispruch für Bloechle durch den Bundesgerichtshof, was ein großes Medienecho hervorrief. Zuvor war er bereits im Jahr 2009 vom Berliner Landgericht freigesprochen worden. Die Gerichtsverfahren haben Bloechle nach eigenen Aussagen mehrere 10.000 Euro gekostet.

Bloechle ist Vater von fünf Kindern und lebt mit seiner Familie in Berlin. Er war zeitweise Mitglied der Grünen, verließ die Partei jedoch, weil sie ihm zu dogmatisch war. Heute ist er Mitglied der FDP.[2] Seit September 2020 ist er Vizepräsident der Ärztekammer Berlin und seit 1. Februar 2021 – nach dem Rücktritt von Günther Jonitz – deren amtierender Präsident.[3][4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom Recht auf ein gesundes Kind, Irisiana, München 2011, 208 Seiten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. taz.de vom 12. März 2011: Der Arzt, der den Streit implantierte
  2. taz.de
  3. Dr. med. Matthias Blöchle. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  4. Der Vorstand der Ärztekammer Berlin. Abgerufen am 2. Februar 2021.