Matthias Pier

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Matthias Pier (* 22. Juli 1882 in Nackenheim; † 12. September 1965 in Heidelberg) war ein deutscher Industriechemiker. Weltweite Bedeutung erlangte er vor allem durch die Entwicklung der großtechnischen Methanolherstellung aus Synthesegas und das Bergius-Pier-Verfahren zur Kohleverflüssigung (siehe auch Deutsches synthetisches Benzin).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pier besuchte das Gymnasium in Mainz und studierte Chemie in Heidelberg, Jena und Berlin. Seine Dissertation zum Dr. phil. in Physikalischer Chemie fertigte er bei Walther Nernst an. Ab 1910 war er tätig in der Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen in Neubabelsberg und beschäftigte sich mit katalytischen Druckverfahren (Sprengstoff).[1] Ab 1920 war er tätig bei der BASF in Ludwigshafen und ab 1927 war Pier angestellt als Prokurist bei der I.G. Farbenindustrie und dort ab 1934 in der Position als Direktor aktiv. Im Januar 1946 wurde er von der damaligen Militärregierung festgenommen und saß bis November 1947 in verschiedenen Lagern in Haft. Seine Pensionierung bei der BASF erfolgte Januar 1949.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pier erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u. a. die Carl-Engler-Medaille (1936),[2] die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft und die DECHEMA-Medaille verliehen. Er war Dr. Ing. e. h. der Technischen Hochschule Hannover, Ehrensenator der Universität Heidelberg und seit 1942 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. 1950 wurde er durch den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg durch die Verleihung des Titels „Professor“ geehrt. 1952 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Ein Tagungsraum im cCe Kulturhaus Leuna trägt den Namen Matthias-Pier-Saal,[3] in Nackenheim wurde die „Prof.-Dr.-Pier-Straße“ nach ihm benannt.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Jena war er seit 1903 Mitglied des Corps Saxonia Jena.[4] Im Juni 1933 trat er dem Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten bei und im Mai 1937 folgte sein Eintritt in die NSDAP.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Pier war kinderlos verheiratet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. Matthias Pier.
  2. DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle: Dr. phil. Dr.-Ing. E.h. Matthias Pier (PDF; 50 kB) Carl-Engler-Medaille 1936.
  3. Matthias-Pier-Saal im cCe Kulturhaus Leuna.
  4. Kösener Corpslisten 1960, 71 , 563.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]