Matthias Pier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Matthias Pier (* 22. Juli 1882 in Nackenheim; † 12. September 1965 in Heidelberg) war ein deutscher Industriechemiker. Weltweite Bedeutung erlangte er durch die großtechnische Methanolherstellung aus Synthesegas und das Bergius-Pier-Verfahren zur Kohleverflüssigung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pier besuchte das Gymnasium in Mainz und studierte zunächst an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Jena Chemie. 1903 wurde er im Corps Saxonia Jena recipiert.[1] Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Mit einer von Walther Nernst betreuten Doktorarbeit in Physikalischer Chemie wurde er zum Dr. phil. promoviert. Er war ab 1910 in der Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen in Neubabelsberg tätig und beschäftigte sich mit katalytischen Druckverfahren (Sprengstoff).[2] Ab 1920 war er tätig bei der BASF in Ludwigshafen und ab 1927 war Pier angestellt als Prokurist bei der I.G. Farben und dort ab 1934 in der Position als Direktor aktiv. Er wurde im Januar 1946 von der Militärregierung festgenommen und saß bis November 1947 in verschiedenen Lagern in Haft. Seine Pensionierung bei der BASF erfolgte Januar 1949. Er war kinderlos verheiratet.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pier erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u. a. die Carl-Engler-Medaille (1936),[3] die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft und die DECHEMA-Medaille verliehen. Er war Dr. Ing. e. h. der Technischen Hochschule Hannover, Ehrensenator der Universität Heidelberg und seit 1942 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg ehrte ihn 1950 durch die Verleihung des Titels „Professor“. 1952 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Ein Tagungsraum im CCe Kulturhaus Leuna trägt den Namen Matthias-Pier-Saal.[4] In Nackenheim wurde die „Prof.-Dr.-Pier-Straße“ nach ihm benannt.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 71/563.
  2. DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. Matthias Pier (Memento des Originals vom 2. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dgmk.de.
  3. DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle: Dr. phil. Dr.-Ing. E.h. Matthias Pier (Memento des Originals vom 2. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dgmk.de (PDF; 50 kB) Carl-Engler-Medaille 1936.
  4. Matthias-Pier-Saal im CCe Kulturhaus Leuna