Matthias Wittekindt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Matthias Wittekindt 2018

Matthias Wittekindt (* 28. Mai 1958 in Bonn) ist ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Wittekindt wuchs in Hamburg auf. Nach dem Abitur studierte er ab 1982 in Berlin und London Architektur und Religionsphilosophie. 1987 legte er seine Diplomprüfung ab und verbrachte anschließend ein Jahr in einem Kloster in der Nähe von Brüssel. Hier arbeitete er an der Übertragung architektonischer Kompositionsgesetze in chorische Sprachkompositionen.

Zurück in Berlin gründete Matthias Wittekindt 1988 das „Brüssel-Projekt“. Mit diesem realisiert er seine Chorstücke auf der Bühne. Ab Mitte der 1990er Jahre entstehen zunehmend auch Bühnenwerke ohne Rückgriff auf Chöre. Nach ersten Erfolgen an deutschen, österreichischen und Schweizer Theatern entschloss sich Wittekindt, seine Tätigkeit als Architekt zugunsten der literarischen Arbeit aufzugeben.

Seit 2002 schreibt Matthias Wittekindt auch Hörspiele. Neben Folgen für den Radio Tatort der ARD entstehen weiterhin Auftragsstücke für verschiedene Theaterbühnen.

2004 erscheint im Eichborn Verlag Wittekindts erster Roman Sog. Wie in einem Episodenfilm stellt das Buch verschiedene Personen vor, deren Schicksale sich während einer Zugfahrt von Berlin nach Paris kreuzen, verheddern oder auflösen. Von der Kritik wird das Roman-Debüt positiv aufgenommen. Harald Martenstein urteilte im Berliner Tagesspiegel: „Das Buch ist mehr als einfach nur ein in Prosa übertragener Film, es ist ein souveränes Sprach- und Stilwerk, ein Roman, der den Alltag wie eine atemlose Kriminalgeschichte erzählt und die Lebenskrisen seiner Figuren mit Suspense und Geheimnis auflädt, als sei es eine Story von Hitchcock.“

Seit 2011 konzentriert sich Matthias Wittekindt auf Kriminalromane. Auch auf diesem Gebiet entstehen von Beginn an markante Arbeiten. So schrieb Tobias Gohlis in Die Zeit zum letzten Band der Reihe Die Tankstelle von Courcelles: „Bemerkenswert ist, dass hier nicht in Handlungsabläufen, in Action, sondern in Bildern erzählt wird, in Stills, wie man beim Film sagt.“[1] „Die ruhige, fast stille, völlig uneitle und souveräne Prosa, die es nicht nötig hat, ihre eigene Brillanz zu feiern, macht die hohe Qualität des Romans aus“, diagnostizierte Thomas Wörtche in einem Beitrag für Deutschlandfunk Kultur.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fleurville-Reihe

Fin-de-Siècle-Reihe

Sonstige

Dramensammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzgeschichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Lewskowmanuskript, 2004
  • Freigang, 2005
  • Der Held der Frauen, 2005
  • Memotrip, 2006
  • Schuld, 2006
  • Die Unerreichbaren, 2006
  • Mann ohne Beil, 2007
  • Einer weniger, 2007
  • Begeben Sie sich, 2008
  • Nebel, 2008
  • Der Mann im Herd, 2009

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Unerreichbaren, NDR 2007
  • Der Kongress der Supervisionäre, RBB 2007
  • Die Siedlung, NDR 2007
  • Die Seilbahn, SWR 2008
  • Tod eines Tauchers, Radio-Tatort, NDR 2008
  • Die gelben Laster, NDR 2009
  • Der sonderbare Wunsch eines feinen Herren, NDR 2009
  • Die Frau im Netz, Deutschlandradio 2009
  • Störtebekers Rache, Radio-Tatort, NDR 2010
  • Totalverlust, Radio-Tatort, NDR 2011
  • Die blaue Jacht, Radio-Tatort, NDR 2012
  • Die Ziege, NDR 2012
  • Arizona Phoenix Israel, RBB 2014

Filmdrehbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Operation, Regie: Christoph Kalkowski, Deutschland 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tobias Gohlis: „Die Tankstelle von Courcelles“: Eine unscharfe Tat. Matthias Wittekindt über Schuld in der Provinz. In: Zeit Online. 17. Mai 2018, abgerufen am 18. Februar 2019.
  2. Thomas Wörtche: Matthias Wittekindt: „Die Tankstelle von Courcelles.“ Doppelmord im Grenzgebiet. In: Deutschlandfunk Kultur. 18. Mai 2018, abgerufen am 18. Februar 2019.