Maubisse

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Maubisse (Begriffsklärung) aufgeführt.
Maubisse
Maubisse (2016)
Der Suco Maubisse, im Westen des Verwaltungsamts Maubisse, ist als urban klassifiziert. Der Ort Maubisse liegt im Osten des Sucos.
Daten
Fläche 19,59 km²[1]
Einwohnerzahl 6.229 (2015)[1]
Chefe de Suco Adelino M. Espirito Santo
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Cano-Rema 1.500
Goulala 326
Hato-Fae 353
Hato-Luli 404
Hautado 462
Lequi-Tei 561
Ria-Leco 382
Ria-Mori 634
Sarlala 157
Teli-Tuco 162
Ura-Hou 689
Vila 599
Maubisse (Osttimor)
Maubisse
Maubisse
Koordinaten: 8° 50′ S, 125° 36′ O

Maubisse (Maubesse, Mau-Bessi, Maobisse, Maubise) ist eine Stadt im Nordosten der osttimoresischen Gemeinde Ainaro und ihr zugehöriger Suco.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maubisse
Orte Position[2] Höhe
Cano-Rema 8° 51′ S, 125° 35′ O 1646 m
Goulala 8° 50′ S, 125° 35′ O 1531 m
Hato-Fae 8° 50′ S, 125° 36′ O  ?
Hato-Luli 8° 51′ S, 125° 35′ O 1518 m
Hautado 8° 50′ S, 125° 36′ O 1539 m
Hatup 8° 50′ S, 125° 36′ O 1523 m
Lequi-Tei 8° 51′ S, 125° 35′ O 1514 m
Maubisse 8° 50′ S, 125° 36′ O 1526 m
Ria-Leco 8° 50′ S, 125° 36′ O 1531 m
Ria-Mori 8° 52′ S, 125° 34′ O  ?
Rimori 8° 51′ S, 125° 33′ O 1919 m
Teli-Tuco 8° 51′ S, 125° 36′ O 1510 m
São Mateus-Kirche von Maubisse

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Maubisse eine Fläche von 21,79 km².[3] Nun sind es 19,59 km².[1] Der Suco liegt im Westen des gleichnamigen Verwaltungsamts Maubisse. Im Nordosten grenzt er an die Sucos Fatubessi und Maulau, im Osten an Edi, im Südosten an Aituto, im Süden an Horai-Quic, im Westen an den Suco Liurai und im Norden an das Verwaltungsamt Aileu (Gemeinde Aileu) mit seinen Sucos Fatubossa, Lahae und Lausi. Der Fluss Colihuno fließt entlang einem Teil der Grenze zu Horai-Quic. Eine Brücke führt die Straße Dili – Ainaro über den Colihuno. Er mündet später als Calihuno in den Caraulun.

Die Stadt Maubisse liegt in einer bergigen Region auf 1526 m[4] über dem Meeresspiegel, etwa 40 km südlich der Landeshauptstadt Dili, an der gut ausgebauten Straße von Dili zur Gemeindehauptstadt Ainaro. Sie ist die größte Siedlung im Suco und liegt im Osten des Sucos. Nördlich liegen die Orte Hautado (Haulato, Hautato), Hatup (Hatupae), Hato-Fae (Hato Fae, Hatu-Fae), Ria-Leco (Rileco, Rileko) und Goulala (Kaulala). Südlich liegen die Orte Teli-Tuco (Telhuko, Tehtuko), Lequi-Tei (Liquitei, Lekitei), Hato-Luli (Hatululi), Cano-Rema (Canurema, Kanurema) und Ria-Mori (Riamori). Im Nordwesten des Sucos liegt der Ort Rimori. Neben Maubisse haben auch Kaulala und Ria-Mori Grundschulen.[5]

Im Suco Maubisse befinden sich die zwölf Aldeias Cano-Rema, Goulala, Hato-Fae, Hato-Luli, Hautado, Lequi-Tei, Ria-Leco, Ria-Mori, Sarlala, Teli-Tuco, Ura-Hou und Vila.[6]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im als urban klassifizierte Suco Maubisse leben 6.229 Menschen (2015), davon sind 3.173 Männer und 3.056 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 318,0 Einwohner/km². Im Suco gibt es 952 Haushalte.[1] Über 70 % der Einwohner geben Mambai als ihre Muttersprache an. Über 20 % sprechen Tetum Prasa.[7]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herberge von Maubisse

Der Markt von Maubisse ist von regionaler Bedeutung. Außerdem gibt es hier eine Pousada (Herberge), die noch aus der portugiesischen Kolonialzeit stammt. Sie steht an der Stelle, wo früher eine portugiesische Festung stand. Einige Grundmauern von ihr sind noch erhalten.[8] Ein weiterer Blickfang sind die 1999 gebaute Kirche São Mateus und der Dorfplatz Praça dos Templários mit einem Denkmal, das an das portugiesische 1. Bataillon der Fallschirmjäger (1°BIPara (Ref)) erinnert, das in Maubisse im Rahmen der INTERFET und UNTAET seinen Dienst tat. Im Ort gibt es eine Grundschule, eine vorbereitende Schule für die Sekundärstufe, ein kommunales Gesundheitszentrum, einen Hubschrauberlandeplatz und eine Polizeistation.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für den Herrscher Evaristo de Sá Benevides
Maubisse im Jahre 1970

1911 kam es zur Rebellion von Manufahi gegen die portugiesischen Kolonialherren. Das Reich von Maubisse unterstützte die Rebellen unter Boaventura, dem Liurai von Manufahi, die erst 1912 besiegt werden konnten.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Portugiesisch-Timor von den Japanern besetzt und wurde Schauplatz der Schlacht um Timor, in der australische Kommandos und ein Teil der Bevölkerung in Guerillataktik gegen die Besatzer kämpften. Maubisse wurde während der japanischen Offensive von August 1942 besetzt. Gleichzeitig kam es zur Rebellion von Maubisse, in der sich die ansässige nicht-christliche Bevölkerung gegen die Portugiesen und christianisierten, pro-portugiesischen Timoresen von Ainaro und Same, und hier gegen Dom Aleixo Corte-Real, dem Liurai von Soro, wandte.

In Maubisse kam es am 11. Juni 2006 zu Unruhen. Der Ort galt als eine Hochburg der rebellischen Soldaten unter Alfredo Alves Reinado, die Ende April die schlimmsten Unruhen in Osttimor seit der Unabhängigkeit ausgelöst hatten. Hunderte Menschen demonstrierten in Maubisse gegen Premierminister Marí Alkatiri. Als ein Mann unter zunächst ungeklärten Umständen eine Stichwunde erlitt, begannen zwei rivalisierende Gruppen von Demonstranten, sich Straßenkämpfe zu liefern. Polizisten feuerten in die Luft und drohten mit dem Einsatz einer Granate. Gleichzeitig fielen auch in der Menge Schüsse, so dass die Demonstranten schließlich in Panik flohen.[9]

Am 22. November 2006 wurde von Straßenkämpfen in Maubisse berichtet. Einheimische waren mit Mitgliedern von Colimau 2000 in Streit geraten, als diese Bewohner Maubisses zwingen wollten, Mitglied in der Organisation zu werden. Eine Person wurde dabei getötet, eine weitere verletzt. Als die Polizei eingreifen wollte, wurde ein Polizist krankenhausreif geschlagen.[10][11][12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Adelino M. Espirito Santo zum Chefe de Suco gewählt[13] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[14]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

São Mateus-Kirche aus der Ferne (2017)

In der Region wächst neben Gemüse auch ein hocharomatischer Kaffee. In Maubisse steht daher eine Fabrik zur Kaffeeverarbeitung. Eigentümer und Betreiber ist die Cooperativa Café Timor (CCT), Osttimors größte Kooperative mit etwa 20.000 Pflanzern als Mitglieder. Zusammen mit der Fabrik in Estado kann die CCT 25.000 Tonnen Kaffee aufkaufen.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maubisse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Maubisse – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  4. Fallingrain.com – Maubisse, East Timor page
  5. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 583 kB)
  6. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  7. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Maubisse (tetum; PDF; 8,2 MB)
  8. Colonial Voyage: Asia. Portuguese Colonial Remains 16th–18th centuries, abgerufen am 6. Januar 2015.
  9. Neue Unruhen in Osttimor. In: Blick, 11. Juni 2006
  10. Four believed dead in more Timor violence. The Australian, 16. November 2006
  11. Kolimau 2000 Group Attacks Martial Arts Group. (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive) UNOTIL, 17. November 2006
  12. One killed, two injured in fresh E Timor violence. (Memento vom 24. Januar 2007 im Internet Archive) ABC news, 22. November 2006
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  15. Bendigo Advertiser: Bendigo creating links with the world, 9. November 2013, abgerufen am 11. November 2013

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