Mauergecko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mauergecko
Tarentola mauritanica 01 by-dpc.jpg

Mauergecko (Tarentola mauritanica)

Systematik
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Blattfingergeckos (Phyllodactylidae)
Gattung: Tarentola
Art: Mauergecko
Wissenschaftlicher Name
Tarentola mauritanica
(Linnaeus, 1758)
Mauergeckos beim Sonnenbaden (Video, 1m 40s)
Mauergecko, aufgenommen in Finale Ligure, Italien

Der Mauergecko (Tarentola mauritanica) ist eine Art aus der Gattung Tarentola innerhalb der Familie der Blattfingergeckos (Phyllodactylidae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bei Männchen bis 84 Millimeter und bei Weibchen bis 75 Millimeter. Der Kopf der Männchen ist kräftig und breit, während er bei Weibchen deutlich schmaler ist. Rückentuberkel sind einfach oder mehrfach gekielt sowie mit Sensillen besetzt. Um sie herum befindet sich jeweils eine Rosette, die deutlich ausgeprägt und hufeisenförmig ist. Die Schuppen dieser Rosetten sind von intermediärer Größe. Die restlichen Rückenschuppen sind dagegen relativ groß. Um die Körpermitte befinden sich 98 bis 162 Schuppen. In einer Vertebrallinie zwischen den Hinterrändern der Beinansätze befinden sich 24 bis 34 kleine Rückentuberkel. Vom Mentale bis zum Bereich der Ohröffnungen sind 28 bis 46 Gularschuppen vorhanden. Auf der Unterseite der ersten Zehe befinden sich bis zur Basis der Zehe 10 bis 14 und insgesamt 13–17 verbreiterte Schuppen und Lamellen. Die Unterseite der vierten Zehe weist bis zur Zehenbasis 12 bis 20 Schuppen auf, die meist alle verbreitert sind, und die Unterseite der fünften Zehe bis zur Zehenbasis 16 bis 20 Schuppen.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauergeckos kommen im Mittelmeerraum vor, in Europa auf der Iberischen Halbinsel, Süd-Frankreich, auf den Balearen, in Italien, dort jedoch nicht im Landesinnern, auf Sizilien, Sardinien und Korsika, in Dalmatien, auf Malta, den Ionischen Inseln und auf Kreta. Außerdem besiedeln sie Nordafrika von Marokko bis Ägypten, den Sinai, die Kanarischen Inseln, Madeira und Porto Santo. Nach Uruguay und Kalifornien wurden sie vom Menschen eingeführt. Mauergeckos sind Kulturfolger, die oft Mauern in Dörfern und kleinen Städten besiedeln. Daneben bewohnen sie Felsregionen und finden sich auch auf der Rinde von knorrigen, alten Olivenbäumen.

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie sind weitgehend nachtaktiv, werden aber oft tagsüber auf Mauern beim Sonnen gesehen. Dabei sind sie meist dunkel gefärbt, um möglichst viel Wärme zu absorbieren. Sie halten sich stets in der Nähe einer Spalte oder eines anderen Verstecks auf, in das sie bei Gefahr flüchten können. Die Geckos werden von Hauskatzen, Eulen, Mantiden und Schlangen gefressen.

Mauergeckos fressen eine Vielzahl von Insekten wie Nachtfalter, Fliegen, Käfer, Heuschrecken und Grillen, aber auch Spinnen, Asseln und Hundertfüßer. Sie lauern ihrer Beute nachts oft in der Nähe von Lampen auf, weil diese Insekten anlocken.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mauergecko wurde 1758 von Carl von Linné als Lacerta mauritanica erstbeschrieben.

Es werden derzeit 3 Unterarten unterschieden:

  • Tarentola mauritanica juliae Joger, 1984
  • Tarentola mauritanica mauritanica (Linnaeus, 1758)
  • Tarentola mauritanica pallida Geniez et al., 1999

Die Art Tarentola fascicularis (Daudin, 1802) wurde früher ebenfalls als Unterart des Mauergeckos betrachtet, aber 2010 als eigene Art anerkannt.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauergeckos legen zweimal im Jahr zwei Eier in Spalten in Mauern, zwischen Felsen oder in sandiger Erde. Nach drei bis vier Monaten schlüpfen 5 Zentimeter lange Jungtiere, die schon genau so aussehen wie die adulten Tiere und in Gefangenschaft bis zu 8 Jahre alt werden können.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Diesener, Josef Reichholf: Lurche und Kriechtiere. (137 europäische Arten) (= Steinbachs Naturführer.). Neue, bearbeitete Sonderausgabe. Mosaik-Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10697-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Joger: Taxonomische Revision der Gattung Tarentola (Reptilia: Gekkonidae). In: Bonner Zoologische Beiträge. Bd. 35, Nr. 1/3, 1984, ISSN 0006-7172, S. 129–174, Digitalisat (PDF; 15,84 MB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mauergecko (Tarentola mauritanica) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien