Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts
Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts
Neubau des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts, aufgenommen im Februar 2016
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Max-Planck-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Erlangen
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Physik
Fachgebiete: Optik, Photonik, Quantenphysik, Biophysik
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Homepage: www.mpl.mpg.de/de/institut/das-institut.html

Das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts (MPL) ist ein Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Erlangen. Es verfolgt Grundlagenforschung in den Bereichen optische Messverfahren, optische Kommunikation, Quantenoptik, optische Materialien sowie Optik in Biologie und Medizin. Es entstand am 1. Januar 2009 durch die Umwandlung der 2004 zu diesem Zweck gegründeten Max-Planck-Forschungsgruppe für Optik, Information und Photonik der Universität Erlangen-Nürnberg. Das Institut umfasst derzeit vier Abteilungen.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgenden Informationen (besonders: Abteilungsnamen) ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Alturand (Diskussion) 23:06, 28. Mär. 2017 (CEST)

Das Institut besteht aus vier Abteilungen, jeweils unter der Leitung eines gleichberechtigten Direktors. Die Arbeit in den Abteilungen wird durch "Technologieentwicklungs- und Service-Gruppen" unterstützt. Außerdem arbeiten am MPL verschiedene Max-Planck-Forschungsgruppen. Am Institut ist zudem eine "International Max-Planck-Research-School for Optics and Imaging" angesiedelt, die der strukturierten Doktorandenausbildung dient. Das Institut arbeitet über die Universitäts-Professuren der Direktoren, über mehrere assoziierte Gruppen, sowie den Cluster of Excellence und Graduiertenschulen eng mit dem Institut für Optik und einzelnen Lehrstühlen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zusammen.

Quellen für weißes Licht, die ein Vielfaches heller sind als Glühlampen, die Manipulation einzelner Photonen oder der kleinste Brennfleck der Welt - das sind nur ein paar der Aktivitäten am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts. Prinzipiell wird daran gearbeitet, Licht in jeder Hinsicht zu kontrollieren: in Raum und Zeit, in der Polarisation – das ist vereinfacht gesprochen die Schwingungsrichtung der Lichtwelle – und in seinen Quanteneigenschaften.

Abteilung Leuchs – „Optik und Information“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leiter ist Gerd Leuchs, dessen „Lehrstuhl für Optik“ in das Institut integriert wurde. Die Abteilung besteht aus 10 Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen Quanteninformationsverarbeitung (QIV), Optische Kommunikation (OCOM), Interferenzmikroskopie und Nanooptik (InMik), 4-Pi-Photon-Atom-Kopplung (4PiPAC), Nichtlineare Optik und Nanophotonik (NONA), Optische 3D-Metrologie (OSMIN), Optisches Design und Mikrooptik (ODEM), Optische Quanteninformationstheorie (OQI), Quanteninformationstheorie (QIT), Theoretische Optik (OTG).

Abteilung Russell – „Photonik und neue Materialien“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Forschungsfokus der Abteilung Russell liegt auf dem Gebiet der nano- und mikrostrukturierten Materialien und ihrer Anwendungen in Optik und Photonik. Ein besonderer Schwerpunkt sind die photonischen Kristallfasern (PCF) – eine neue Art optischer Fasern, die 1991 von Philip Russell vorgeschlagen wurden. Das erste Beispiel einer funktionierenden PCF gab es 1996 und seitdem arbeiten Gruppen weltweit an der Entwicklung von PCF und deren mannigfaltigen Anwendungen. Die Abteilung nutzt die erstaunlichen Eigenschaften von PCF in einer ganzen Reihe von Experimenten. Wissenschaftliche Anwendungen beinhalten zum Beispiel nichtlineare Gaslaser mit niedriger Pumpschwelle und phononischen Bandlücken. Technologische Anwendungen sind u. a. biomedizinische Sensoren, Superkontinuumsquellen und die Manipulation von Partikeln mit Laserpinzetten in Hohlkern-PCF.

Abteilung Marquardt – „Nano-Optik“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theorie-Abteilung am MPL wird von Florian Marquardt geleitet. Sie befasst sich mit der klassischen und quantenmechanischen Dynamik von Systemen, die in der modernen Optik relevant sind, speziell an der Schnittstelle zwischen Nanophysik und Quantenoptik. Die Forschungsthemen umfassen die Theorie der Optomechanik, Quantenoptik in supraleitenden Schaltkreisen, Transport in photonischen Systemen, fundamentale Fragen der Quantenvielteilchenphysik, nichtlineare Dynamik im Nichtgleichgewicht und Dekohärenz. Die Gruppe wendet eine Vielzahl von Methoden an, von analytischen Zugängen bis hin zu numerischen Simulationen.

Abteilung Sandoghdar – „Nano-Optik“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. September 2010 wurde Vahid Sandoghdar zum Direktor einer neuen Abteilung ernannt. Mit seiner Ernennung wurde ihm eine Alexander-von-Humboldt-Professur an der Universität Erlangen-Nürnberg verliehen. Sandoghdar setzt am MPL seine bisherigen Arbeiten aus den Bereichen der Nanooptik, Biophotonik und Plasmonik fort. Er war zuvor Professor an der ETH Zürich.

Max-Planck-Forschungsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technologieentwicklungs- und Service-Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TDSU 1: Mikro- und Nanostrukturierung
  • TDSU 2: Optische Technologien
  • TDSU 3: Faserherstellung und Glasstudio

Frühere Forschungsgruppen und Abteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachwuchsforschungsgruppe "Integrierte Quantenoptik" - Leitung: Christine Silberhorn
  • Forschungsgruppe "Nichtlineare photonische Nanostrukturen" - Leitung: Fabio Biancalana
  • Forschungsgruppe "Optische Quanteninformationstheorie" - Leitung: Peter van Loock
  • Max Planck Fellow Group - „Photonik und Präzisionsmessungen“ - Leitung: Lijun Wang

Max Planck – University of Ottawa Centre for Extreme and Quantum Photonics[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Max Planck – University of Ottawa Centre for Extreme and Quantum Photonics" bietet eine Plattform für die enge Zusammenarbeit und den wissenschaftlichen Austausch zwischen uOttawa und der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 2012 pflegen uOttawa und das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts eine intensive Forschungszusammenarbeit durch Studenten- und Mitarbeiteraustausch, internationale Workshops und gemeinsame Forschungsprojekte. Besondere Schwerpunkte sind die Entwicklung von sehr hochintensiven Laserquellen, die Entwicklung von für die Quanteninformationswissenschaft relevanten optischen Methoden und die Herstellung von Bauelementen für die klassische und Quantenphotonik.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Optik hat an der Universität Erlangen-Nürnberg eine lange Tradition sowohl in der Naturwissenschaftlichen als auch in der Technischen Fakultät. Schon 1868 wurde mit Eugen Lommel ein Wissenschaftler an die Universität Erlangen berufen, dessen Schwerpunkt die Optik war. In der Physik wurde in den 1970ern diese Tradition mit dem Lehrstuhl für Optik unter Adolf Lohmann weitergeführt, auch in der Technischen Fakultät gewann die Laserforschung und ihre Anwendung zunehmend an Bedeutung.



Basierend auf diesen Erfahrungen wurde von 2003 bis 2008 die Max-Planck-Forschungsgruppe für Optik, Information und Photonik eingerichtet, von der Friedrich-Alexander-Universität betrieben und gemeinsam von der Max-Planck-Gesellschaft und dem Freistaat Bayern finanziert. Nach erfolgreicher Evaluierung wurde am 01. Januar 2009 das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts gegründet.

Nach der Grundsteinlegung des neuen Gebäudes im Juli 2011 und dem Richtfest im November 2014 zog das Institut im Sommer 2016 in seinen Neubau in der Staudtstraße ein. Der Neubau liegt direkt am Südcampus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Koordinaten: 49° 34′ 36″ N, 11° 0′ 20″ O