Max Elb

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Historisches Logo von Caramba, kreiert von Max Elb

Max Elb (eigentlich Maximillian Elb, geboren am 29. Oktober 1851 in Dresden, gestorben am 5. April 1925 ebenda) war ein deutscher Unternehmer, erster Ehrenvorsitzende der jüdischen Gemeinde Dresden und Sächsischer Kommerzienrat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren als Sohn einer alteingesessenen Familie studierte er an den Technischen Hochschulen Dresden und München bis 1872 und erhielt 1876 den Gewerbeschein für ein kaufmännisches Kommissionsgeschäft in Blasewitz, das Essigessenz (Markenname: E E E - Elbs Essig Essenz) und andere Essenzen vertrieb. Dem Vertrieb folgte bald die Produktion, zunächst in der Wilsdruffer Vorstadt (Trompeterstraße 9), ab 1888 schließlich Klebstoffe, Senf und wiederum Essenzen in einem neuen Gebäude in der Lüttichaustraße 23.

1883 wurde er – neben der Leitung seiner eigenen Firma – Leiter des Ein- und Verkaufs einer chemischen Fabrik in Niederau, gründete eine russische chemische Fabrik und 1892 die Deutsche Glühstoff-Gesellschaft m.b.H. Seine eigene Firma wird 1903 in die Max Elb G.m.b.H. umgewandelt (mit Sitz in Dresden-Löbtau, Tharandter Straße 40) und im gleichen Jahr der Rostlöser Caramba kreiert, der als chemisches Produkt noch heute hergestellt wird. Schließlich wurde noch zu seinen Lebzeiten, 1923, aus seinem Unternehmen die Max Elb A.G., die chemische Produkte aller Art herstellte und eine der größten chemischen Unternehmen in Deutschland war.

Am 28. Mai 1877 war er stimmberechtigtes Mitglied der Israelitischen Religionsgemeinde in Dresden geworden, der vor allem Emil Lehmann mit seinen liberalen Ideen unterstützte. 1895 bis 1902 wirkte er als Gemeindeverordneter, 1902 bis 1923 als einer der drei Gemeindevorsteher, und engagierte sich in verschiedenen sozialen Einrichtungen, so in der von der von Max Arnhold gegründeten Sozialen Stiftung. 1919 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Nach seinem Ausscheiden als Gemeindevorsteher wurde er von der Gemeinde zum ersten Ehrenvorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Dresden berufen.

Verheiratet war er mit Charlotte, geb. Herz, die sich ebenfalls in der Gemeinde engagierte und mit der er vier Kinder (drei Töchter, ein Sohn) hatte, zur Familie gehörten elf Enkel und sechs Urenkel.

Bei der Beisetzung 1925 nahmen neben den Angehörigen und den Gemeindemitgliedern zahlreiche Vertreter der Stadt, der Dresdner Börse und vieler Industrieunternehmen teil.

1942 wurde die Max Elb AG zugunsten der Rütgerswerke AG, Berlin, „arisiert“ (der damalige Inhaber, sein Sohn Richard, wurde in das Ghetto Riga abtransportiert und kurz nach Ankunft dort erschossen). Der in der Sowjetischen Besatzungszone befindliche Teil der Rütgerswerke AG wiederum wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges enteignet.

Caramba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marke Caramba wurde 1903 in Dresden durch Max Elb angemeldet, wobei er kein bestimmtes Produkt vor Augen hatte. Erst im Laufe der Zeit konzentrierte sich die Idee auf ein chemisches Produkt.[1] 1922 beteiligte sich die Rütgerswerke AG, Berlin, an der Max Elb GmbH. 1923 erfolgte die Gründung der Max Elb AG, auf die auch die Markenrechte am Namen Caramba übertragen wurde. 1929 wurden die Markenrechte wiederum auf die Deutsche Glühstoff-GmbH, die Tochter der Max Elb AG, übertragen, die nunmehr ein Multiöl (als Kombination von Rostlöser und Kriechöl) mit der Marke Caramba auf den Markt brachte.

1948 beschlossen die Rütgerswerke, die Produktion des Caramba-Multiöls in eigener Regie in Duisburg durchzuführen: Das von der Max Elb AG entwickelte Produkt ist unter verschiedenen Namen noch heute, nunmehr vor allem in Druckgasdosen vertrieben, auf dem Markt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingrid Kirsch: Familie Elb. In: Jüdische Gemeinde zu Dresden, Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.): Einst & Jetzt. Zur Geschichte der Dresdner Synagoge und ihrer Gemeinde. ddp goldenbogen, Dresden 2003, ISBN 3-932434-13-7, S. 154–157.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt: Deutsche Standards: Marken des Jahrhunderts, abgerufen am 2. Juni 2018.