Meerechse

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Meerechse
Marineiguana03.jpg

Meerechse (Amblyrhynchus cristatus)

Systematik
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Toxicofera
Leguanartige (Iguania)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Gattung: Amblyrhynchus
Art: Meerechse
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Amblyrhynchus
Bell, 1825
Wissenschaftlicher Name der Art
Amblyrhynchus cristatus
Bell, 1825

Die Meerechse (Amblyrhynchus cristatus) ist eine endemisch auf den Galápagos-Inseln vorkommende Leguanart. Sie lebt auf allen Inseln, meist an Felsküsten, aber auch in Mangrovenbeständen. Unter den heute lebenden Echsen ist die Meerechse die einzige Art, die ihre Nahrung im Meer sucht.

Aussehen[Bearbeiten]

Die Grundfarbe der Meerechsen ist schwarz. Der Grund für die dunklen Töne liegt darin, dass sich die Tiere nach ihren Tauchgängen im Meer schnell wieder erwärmen müssen, um erneut im Meer Nahrung suchen zu können. Sie fressen fast ausschließlich marine Algen und Tange. Das mit der Nahrung aufgenommene überschüssige Salz scheiden sie durch Chloridzellen in Drüsen an den Nasenlöchern aus. Jungtiere haben einen hellen farbigen Streifen auf dem Rücken, und einige ausgewachsene Tiere sind grau. Die Färbung der Männchen ändert sich mit den Jahreszeiten. Zur Fortpflanzungszeit sind sie auf den südlichen Inseln am farbigsten und werden rot und grün. Auf Santa Cruz sind sie schwarz und ziegelrot und auf Fernandina ziegelrot und stumpf grün.

Die verschiedenen Populationen unterscheiden sich auch durch ihre Größe und ihre Färbung. Auf Fernandina und auf Isabela leben die größten Leguane, die kleinsten bewohnen die Insel Genovesa. Ausgewachsene Männchen werden bis zu 1,3 Meter lang, während die Weibchen mit 60 Zentimetern nur halb so lang werden. Auf San Cristóbal kommen zwei Populationen vor, die sich nicht mehr miteinander vermehren und sich damit wie zwei unterschiedliche Arten verhalten, aber weiterhin mit Meerechsen von anderen Inseln hybridisieren.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Als wechselwarme Tiere können die Meerechsen nur eine begrenzte Zeit auf Futtersuche im kalten Meer verbringen. Sie tauchen bis zu einer halben Stunde im flachen Wasser bis zu einer Tiefe von 15 Metern und weiden Algen ab. Danach müssen sie sich wieder in der Sonne aufwärmen. Während der Fortpflanzungszeit im Dezember und Januar werden die Männchen sehr territorial. Sie bilden Reviere, in denen sie möglichst viele Weibchen versammeln und gegen andere Männchen verteidigen.

Die Meerechsen und der im Landesinnern der Galapagosinseln lebende Drusenkopf sollen von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, der auf Baumstämmen von Südamerika zu den Inseln verdriftet wurde. Beide Linien trennten sich vor etwa 4,5 Millionen Jahren[1].

Gefährdung[Bearbeiten]

Junge Meerechsen werden von verwilderten Hauskatzen und Hunden gefressen. Hunde können auch adulte Tiere erbeuten, die gerade nach einem Tauchgang in ihren Reflexen eingeschränkt sind. Das Klimaphänomen El Niño verursacht periodische Abnahmen der Population. Die Gesamtzahl der Tiere ist unbekannt, soll aber, nach IUCN, 20.000 bis über 40.000[2], und nach Schätzungen der Charles Darwin-Forschungsstation Hunderttausende von Exemplaren umfassen.

Meerechsen sind durch Gesetze Ecuadors vollständig geschützt und sind im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang II verzeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Amy MacLeod, Ariel Rodríguez, Miguel Vences, Pablo Orozco-terWengel, Carolina García, Fritz Trillmich, Gabriele Gentile, Adalgisa Caccone, Galo Quezada, Sebastian Steinfartz: Hybridization masks speciation in the evolutionary history of the Galápagos marine iguana. Proceedings of the Royal Society B, Juni 2015, DOI: 10.1098/rspb.2015.0425
  2. Amblyrhynchus cristatus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Nelson, K., Snell, H. & Wikelski, M., 2004. Abgerufen am 16. September 2006

Weblinks[Bearbeiten]