Meningismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klassifikation nach ICD-10
R29.1 Meningismus
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Als Meningismus (früher auch epidemische Genickstarre[1] und übertragbare Genickstarre[2]) wird das Symptom der schmerzhaften Nackensteifigkeit („Genickstarre“) bei Reizungen und Erkrankungen der Hirnhäute bezeichnet. Er ist eine reflektorische Verspannung der Nackenmuskulatur als Reaktion auf den Schmerz, bei tiefer Bewusstlosigkeit (Koma) löst er sich wieder. Zu einem meningealen Reizsyndrom (genannt auch meningeales Syndrom und Meningitissyndrom[3]) gehören ferner Übelkeit bis zum Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Photo-/Phonophobie).

Folgende klinische Zeichen sind typischerweise beim Meningismus ebenfalls positiv:

Erkrankungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgeprägter Meningismus bei einem Erkrankten der Meningokokken-Epidemie von 1911–1912 in Texas.

Typische Erkrankungen mit Meningismus sind:

Differentialdiagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmerzhafte Nackensteifigkeit kann auch durch nicht meningeale Ursachen hervorgerufen werden, sie wird dann neutraler als Nackenbeugeschmerz bezeichnet. Dafür kommen differentialdiagnostisch in Frage:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Müller, R. W. Schlecht, Alexander Früh, H. Still Der Weg zur Gesundheit: Ein getreuer und unentbehrlicher Ratgeber für Gesunde und Kranke. 2 Bände, (1901; 3. Auflage 1906, 9. Auflage 1921) 31. bis 44. Auflage. C. A. Weller, Berlin 1929 bis 1931, Band 2 (1929), S. 45–48 (Die epidemische Genickstarre).
  2. Karl Wurm, A. M. Walter: Infektionskrankheiten. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 9–223, hier: S. 177–180 (Meningitis cerebrospinalis epidemica).
  3. Karl Wurm, A. M. Walter: Infektionskrankheiten. 1961, S. 183 f. (Meningismus und Meningitissyndrom).