Meningitis-Arteriitis des Hundes

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Die (steril-eitrige) Meningitis-Arteriitis des Hundes (auch Steroid-Responsive Meningitis-Arteriitis, SRMA, Beagle Pain Syndrome) ist eine relativ häufige, entzündliche Erkrankung des Rückenmarks bei Hunden, deren Ursache unbekannt ist. Typisch sind ein Anstieg der Ig A im Serum und im Liquor cerebrospinalis und ein Ansprechen auf die Behandlung mit Steroiden.

Ätiologie und Pathogenese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als auslösender Faktor für die Erkrankung wird eine Infektion oder ein Toxin vermutet. Dabei kommt es zu einer steril-eitrigen Entzündung der Rückenmarkshäute (Meningitis) und Blutgefäße (Arteriitis), vermutlich durch immunpathologische Vorgänge.

Die Erkrankung tritt vor allem bei Hunden mittelgroßer und großer Rassen im Alter von sechs bis 18 Monaten auf. Eine Rasseprädisposition ist für Beagle, Deutscher Boxer, Berner Sennenhund und Nova Scotia Duck Tolling Retriever beschrieben.

Klinisches Bild und Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der akuten Form dominieren rezidivierende Schmerzen und Fieber sowie eine steife Halshaltung. Bei chronischem Verlauf kommt es zu weiteren neurologischen Ausfallerscheinungen wie Paresen, Ataxie, Anisokorie und Schielen.

Bei der Blutuntersuchung kann bei der akuten Form eine Erhöhung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytose), insbesondere der neutrophilen Granulozyten (Neutrophilie mit Linksverschiebung) und eine beschleunigte Blutsenkung festgestellt werden. Im chronischen Verlauf ist das Blutbild zumeist unverändert.

Die Liquoruntersuchung zeigt eine starke Pleozytose, die bei der akuten Form von Neutrophilen, bei der chronischen Form durch Monozyten dominiert wird. Darüber hinaus ist der Eiweißgehalt leicht oder mäßig erhöht.

Eine sichere Diagnose ist am lebenden Tier nicht möglich. Das klinische Bild, die Erhöhung der Ig-A-Gehalte in Blut und Liquor cerebrospinalis, der Ausschluss anderer Rückenmarkserkrankungen sowie das Ansprechen auf Prednisolon weisen stark auf eine Meningitis-Arteriitis hin.[1]

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SRMA spricht auf eine Langzeitbehandlung mit Prednisolon meist gut an. Die Therapie muss in der Regel über sechs Monate ausgedehnt werden. Anfänglich kann eine Gabe von Antibiotika sinnvoll sein, zumindest bis die bakteriologische Untersuchung des Liquor cerebrospinalis eine, bei Hunden seltene, bakterielle Meningitis ausschließt. Bei frühzeitiger Behandlung und bei jungen Hunden ist die Prognose meist gut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Tipold & A. Jaggy: Steroid-Responsive Meningitis-Arteriitis in dogs- a long-term study of 32 cases. J. Small Anim. Practice 35/1994, S. 311–316.
  • S. Cicinauskas, A. Jaggy & A. Tipold: Long-term treatment of dogs with Steroid-Responsive Meningitis-Arteriitis: clinical, laboratory and therapeutic results. J. Small Anim. Practice 41/2000, S. 295–301.
  • Julia Voss et al.: Steril-eitrige Meningitis-Arteriitis (SRMA) bei drei Wurfgeschwistern der Rasse Petit Basset Griffon Vendeen. In: Kleintierpraxis 57 (2012), S. 185–191.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Lowrie et al.: Steroid Responsive Meningitis-Arteritis: A Prospective Study of Potential Disease Markers, Prednisolone Treatment, and Long-Term Outcome in 20 Dogs (2006–2008). In: Journal of Veterinary Internal Medicine. Band 23, 2009, S. 862–870, doi:10.1111/j.1939-1676.2009.0337.x, PMID 19566851.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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