Mesomycetozoa

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Mesomycetozoa
Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eucaryota)
ohne Rang: Opisthokonta
ohne Rang: Mesomycetozoa
Wissenschaftlicher Name
Mesomycetozoa
Mendoza et al., 2002

Die Mesomycetozoa oder Ichthyosporea, für die bislang kein deutscher Begriff existiert, sind ein Taxon innerhalb der Eukaryoten und werden hier neben den Pilzen (Fungi) und vielzelligen Tieren (Metazoa) in die Opisthokonta eingeordnet. Die früher ebenfalls in die Mesomycetozoa eingeordneten Kragengeißeltierchen (Choanoflagellata) werden nach Adl. u.a. als eigenes Taxon mit gleicher Ranghöhe angesehen. Der Name Ichthyosporea bezieht sich auf die häufigen Fischparasiten in dieser Gruppe (griechisch Ichthyo, Fisch).

Merkmale[Bearbeiten]

Die einzelligen Mesomycetozoa zeichnen sich morphologisch durch mindestens ein Entwicklungsstadium mit sphärischen Zellen aus, das entweder nur ein dorsales Cilium besitzt oder amöboid ist. Einige Arten besitzen ein parasitisch lebendes sphärisches Stadium ohne Cilien mit einer Endospore, andere können eine Zellwand ausbilden.

Systematik[Bearbeiten]

Adl u.a. gliedern die Mesomycetozoa in sechs Gruppen ohne klassische Rangstufen. Ob diese Gruppe tatsächlich monophyletisch ist, ist bislang nicht vollständig geklärt. So stellen beispielsweise Steenkamp et al. 2006 auf der Basis molekularbiologischer Untersuchungen fest, dass Ministeria wahrscheinlich näher mit den Vielzelligen Tieren verwandt ist und die Nucleariida die Schwestergruppe der Pilze darstellen.[1]

Viele Arten leben parasitär, bsp. als Parasiten von Fischen, Krebstieren, Insekten und anderen [2]. So sind Arten von Dermocystidium Parasiten auf der Haut oder in Kiemen von verschiedenen Fischen, Frösche und Molchen. Psorospermium haeckeli kommt in Flusskrebsen vor. Ichthyophonus hoferi kann starkes und wirtschaftlich bedeutendes Fischsterben verursachen.

Belege[Bearbeiten]

  1. Emma T. Steenkamp, Jane Wright, Sandra L. Baldauf: The Protistan Origins of Animals and Fungi. Molecular Biology and Evolution 23(1), 2006: Seiten 93-106. (Abstract und Volltext)
  2. Wilfried Westheide & Reinhard Rieger: Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere, 2. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg • Berlin, 2007, ISBN 3-8274-1575-6

Literatur[Bearbeiten]

  • Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John A. Barta, Samual S. Bowser, Guy Bragerolle,Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor: The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. The Journal of Eukaryotic Microbiology 52 (5), 2005; Seiten 399-451 (Abstract und Volltext)

Weblinks[Bearbeiten]