Metinaro (Verwaltungsamt)

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Verwaltungsamt Metinaro
Metinaro (Verwaltungsamt) (Osttimor)
Red pog.svg
Küste bei Metinaro
Hauptstadt Metinaro
Fläche 85,41 km²[1]
Einwohnerzahl 5.654 (2015)[1]
Sucos Einwohner (2015)[1]
Wenunuc 2.731
Mantelolão 1.290
Sabuli 1.633
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung der Gemeinde Dili
Lage der Gemeinde Dili

Metinaro ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Dili. Der Sitz der Verwaltung liegt im Ort Metinaro.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Metinaro Verwaltungsamt Metinaro in den Grenzen bis 2015
In Metinaro

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet.

Metinaro bildet den Osten der Gemeinde Dili und ist im Gegensatz zu den meisten anderen Verwaltungsämtern der Gemeinde der Landeshauptstadt ländlich strukturiert. Westlich befindet sich das Verwaltungsamt Cristo Rei, südlich das Verwaltungsamt Remexio (Gemeinde Aileu) und südöstlich das Verwaltungsamt Laclo (Gemeinde Manatuto). Im Norden liegt die Straße von Wetar. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Metinaro eine Fläche von 91,24 km².[3] Nun sind es 85,41 km².[1] Während es Gebiete im Süden von Laclo erhielt, gab Metinaro Territorien im Westen an Cristo Rei ab.[4]

Das Verwaltungsamt Metinaro teilt sich in die drei Sucos Wenunuc (Bebunuc, Duyung, Sereia), Mantelolão und Sabuli. Mantelolão wurde erst 2017 von Wenunuc abgetrennt.[5]

Im Nicolau Lobato Trainingszentrum nahe Metinaro ist das 2. Bataillon der Verteidigungskräfte Osttimors (FDTL) stationiert. Beim Ort Manleu im Suco Wenunuc befindet sich der Nationale Heldenfriedhof (Jardim dos Heróis e martires da Pátria).

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verwaltungsamt Metinaro leben 5.654 Menschen (2015), davon sind 2.908 Männer und 2.746 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 66,2 Einwohner/km².[1]

Im Gegensatz zu den städtischen Verwaltungsämtern von Dili, wo mehrheitlich Tetum gesprochen wird, spricht die Mehrheit in Metinaro die Nationalsprache Mambai. Weitere größere Sprachgruppen sind Galoli, Nanaek und Makasae.[6]

Der Altersdurchschnitt im Verwaltungsamt beträgt 18,6 Jahre (2010,[3] 2004: 17,8 Jahre[7]).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Koramil-Gebäude

Im Ort Metinaro gab es 1978 ein Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den indonesischen Besatzern umgesiedelt werden sollten. Bis Mitte 1979 wurden hier 40.000 Menschen festgehalten.[8]

Zwischen Juli und August 1999, früher als im Rest Osttimors, hatten die meisten Einwohner Metinaros aufgrund der Gewaltwelle den Ort verlassen. Pro-indonesische Milizen (Wanra) hatten die Bevölkerung terrorisiert, 70 % des Ortes wurden zerstört.

Seit den Unruhen von 2006 lebten bis zu 9.000 Flüchtlinge in einem Lager in der Nähe des Nicolau Lobato Trainingzentrums. Das Lager konnte im Juni 2009 geschlossen werden.

Infolge der Parlamentswahlen am 30. Juni 2007 und der anschließenden Beauftragung von Xanana Gusmão zur Regierungsbildung kam es in vielen Teilen des Landes zu gewaltsamen Ausschreitungen und Kämpfen zwischen Anhängern der neuen Regierung und Sympathisanten der FRETILIN. Am 22. August kämpften hundert bis dreihundert mit Macheten, Stahlpfeilen und Bögen gegeneinander. Die Polizei brachte die Situation wieder unter ihre Kontrolle, doch der Markt wurde komplett niedergebrannt. Drei Personen wurden verhaftet. Am Tag darauf kam es erneut zu Kämpfen bei denen zehn Häuser in Flammen aufgingen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Fausto Soares Dias.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerboote in Metinaro

44 % der Haushalte in Metinaro bauen Mais an, 35 % Kokosnüsse, 30 % Maniok, 11 % Gemüse und 4 % Kaffee.[10]

Vor Metinaro befinden sich touristisch interessante Tauchgebiete mit einer farbenprächtigen Tierwelt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Metinaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento des Originals vom 12. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 2,5 MB)
  4. Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement: Karte des Verwaltungsamts Metinaro (Memento des Originals vom 1. Juli 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.estatal.gov.tl, abgerufen am 3. September 2017.
  5. Direcção-Geral de Estatística: DILI EM NÚMEROS 2016, S. 3, abgerufen am 8. März 2019.
  6. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Duyung (Tetum; PDF; 8,1 MB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  8. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (Memento des Originals vom 28. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  9. Ministério da Administração Estatal: Administração Municipal (Memento des Originals vom 1. Juni 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.estatal.gov.tl
  10. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (Memento des Originals vom 9. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 9,8 MB)

Koordinaten: 8° 32′ S, 125° 45′ O