Michael Ruck (Politikwissenschaftler)

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Michael Ruck (* 3. Juni 1954 in Kiel) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Zeithistoriker.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Ruck nahm 1974 ein Studium der Geschichte, Geographie und Wirtschaft/Politik an der Universität Kiel auf, das er 1979/80 mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien abschloss. Von 1980 bis 1995 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialwissenschaften sowie an der Lehreinheit für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte der Universität Mannheim. 1983 promovierte er in Mannheim mit seiner Dissertation über „Die Freien Gewerkschaften im Ruhrkampf 1923“ (Köln 1986), die 1985 mit einem Förderpreis des Kommunalverbandes Ruhrgebiet ausgezeichnet wurde. 1994/95 wurde er an der Universität Mannheim von der Fakultät für Sozialwissenschaften und der Fakultät für Geschichte und Geographie mit seiner Habilitationsschrift über „Beamte im deutschen Südwesten 1928 bis 1972“ (München 1996) für das Fachgebiet Politikwissenschaft und Zeitgeschichte habilitiert. Von 1995 bis 2001 lehrte er als Hochschuldozent an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim. Zum Frühjahr 2001 wurde er zum Universitätsprofessor sowie Direktor am Institut für Geschichte und ihre Didaktik der Universität Flensburg und am Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte an der Universität Flensburg in Schleswig berufen. Von 2006 bis 2012 war er Direktor am Institut für Politik und Wirtschaft und ihre Didaktik – Politikwissenschaft – der Universität Flensburg sowie am Institut für Geschichte und ihre Didaktik der Universität Flensburg. Seit 2012 ist Ruck Direktor und Sprecher am Seminar für Politikwissenschaft und Politikdidaktik sowie bis 2014 am Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik im Institut für Gesellschaftswissenschaften und Theologie der Europa-Universität Flensburg. Von 2012 bis 2014 amtierte er als dessen Sprecher, von 2014 bis 2016 als stellvertretender Sprecher.

Seine Forschungsschwerpunkte sind: Gewerkschaften und Korporatismus im 20. Jahrhundert; Sozialpolitik in Deutschland im 20. Jahrhundert; Verwaltung(spolitik), Föderalismus und Gebietsreformen im 20. Jahrhundert; Planung(spolitik) seit den 1960er Jahren im internationalen Vergleich; Politisches System und Parteien in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert.

In der akademischen Selbstverwaltung war und ist Ruck an den Universitäten Mannheim und Flensburg durchgehend engagiert. Von 2002 bis 2004 war er Vorsitzender des Konsistoriums, 2004 Prorektor und von 2006 bis 2010 Vorsitzender des Senats der Universität Flensburg.

Ruck ist u.a. Mitglied der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, des Deutschen Hochschulverbands, der Deutschen Vereinigung für Parlamentsfragen, der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft Schloss Cappenberg, der Lorenz von Stein-Gesellschaft zu Kiel, des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte.

Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gewerkschaften in den Anfangsjahren der Republik 1919–1923 (= Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Bd. 2). Bund-Verlag, Köln 1985, ISBN 3-7663-0901-3.
  • Die Freien Gewerkschaften im Ruhrkampf 1923 (= Schriftenreihe der Otto-Brenner-Stiftung. Bd. 39). Bund-Verlag, Köln 1986, ISBN 3-7663-0866-1.
  • Bollwerk gegen Hitler? Arbeiterschaft, Arbeiterbewegung und die Anfänge des Nationalsozialismus. Bund-Verlag, Köln 1988, ISBN 3-7663-3082-9.
  • Gewerkschaften – Staat – Unternehmer. Die Gewerkschaften im sozialen und politischen Kräftefeld 1914 bis 1933 (= Gewerkschaften in Deutschland. Bd. 3). Bund-Verlag, Köln 1990, ISBN 3-7663-2159-5.
  • als Herausgeber mit Cornelia Rauh-Kühne: Regionale Eliten zwischen Diktatur und Demokratie. Baden und Württemberg 1930–1952 (= Nationalsozialismus und Nachkriegszeit in Südwestdeutschland. Bd. 1). Oldenbourg, München 1993, ISBN 3-486-55950-8.
  • Bibliographie zum Nationalsozialismus. Bund-Verlag, Köln 1995, ISBN 3-7663-2355-5 (mehrere Auflagen).
  • Korpsgeist und Staatsbewußtsein. Beamte im deutschen Südwesten 1928 bis 1972 (= Nationalsozialismus und Nachkriegszeit in Südwestdeutschland. Bd. 4). Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56197-9 (Zugleich: Mannheim, Universität, Habilitations-Schrift, 1995).
  • als Mitbearbeiter: Wolfram Angerbauer (Red.): Die Amtsvorsteher der Oberämter, Bezirksämter und Landratsämter in Baden-Württemberg. 1810 bis 1972. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Kreisarchive beim Landkreistag Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1996, ISBN 3-8062-1213-9 (239 Kurzbiographien).
  • als Herausgeber mit Hans-Jochen Vogel, Klaus Schönhoven: Arbeiterbewegung und soziale Demokratie in Deutschland. Ausgewählte Beiträge (= Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte. Bd. 59). Dietz, Bonn 2002, ISBN 3-8012-4124-6.
  • als Herausgeber mit Karl Heinrich Pohl: Regionen im Nationalsozialismus (= IZRG-Schriftenreihe. Bd. 10). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-490-7.
  • als Herausgeber mit Uwe Danker, Nils Köhler und Eva Nowottny: Zwangsarbeitende im Kreis Nordfriesland 1939–1945 (= IZRG-Schriftenreihe. Bd. 12). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2004, ISBN 3-89534-552-0.
  • als Herausgeber mit Marcel Boldorf: 1957–1966. Bundesrepublik Deutschland. Sozialpolitik im Zeichen des erreichten Wohlstandes (= Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Bd. 4). Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-7890-7319-9.
  • mit Michael Dauderstädt: Zur Geschichte der Zukunft. Sozialdemokratische Utopien und ihre gesellschaftliche Relevanz (= Reihe Gesprächskreis Geschichte. Bd. 90). Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv der Sozialen Demokratie, Bonn 2011, ISBN 978-3-86872-644-2.
  • Anpassung – Selbstgleichschaltung – Zerschlagung. Die Gewerkschaften in Flensburg und im Deutschen Reich nach der Machtübertragung an Hitler 1933. Deutscher Gewerkschaftsbund Schleswig-Holstein Nordwest, Flensburg 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]