Michail Fjodorowitsch Larionow

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Michail Larionow, Fotografie (ca. 1915)
Michail Larionow: Selbstporträt (1910)
Öl auf Leinwand, 104 × 89 cm, in Privatbesitz

Michail Fjodorowitsch Larionow (russisch Михаил Фёдорович Ларионов; wiss. Transliteration Michail Fëdorovič Larionov; * 22. Maijul./ 3. Juni 1881greg. in Tiraspol, heute Moldawien; † 10. Mai 1964 in Fontenay-aux-Roses bei Paris) war ein russischer Maler, der zur Russischen Avantgarde zählte. Er gilt als Begründer des Rayonismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Larionow studierte an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur und lernte dort 1900 Natalija Gontscharowa kennen. 1906 reiste er das erste Mal nach Paris. Beeinflusst von den Kunstströmungen der westeuropäischen Kunst gründete er 1910 gemeinsam mit Natalija Gontscharowa die Künstlervereinigung Karo-Bube, von der sie sich allerdings Anfang 1912 wieder trennten, um die Vereinigung Eselsschwanz zu gründen. Auf der ersten Ausstellung Zielscheibe zeigten sie erstmals rayonistische Bilder.

1914 engagierte Sergej Djagilew Larionow und Gontscharowa als Kostüm- und Bühnenbildner für das Ballets Russes. Von dieser Zusammenarbeit versprach sich Djagilew Frische und Spontanität. So schuf Larionow gleichzeitig vulgäre und anspruchsvolle Kostüme unter anderem für Soleil de Nuit (1915), Histoires Naturelles (1915, nicht produziert), Chout (1921) und Le Renard (1922).[1]

Larionow wurde 1914 eingezogen und kämpfte an der Front bis er nach einer schweren Verletzung 1915 demobilisiert wurde.[2]

1915 verließen Larionow und Gontscharowa Russland [3] und lebten ab 1918 in ihrer Pariser Wohnung in der 'rue de Seine' Ecke 'rue Jacques Callot'[4].

Michail Larionow hatte einen jüngeren Bruder, Iwan Larionow (1884–1920), der ebenfalls avantgardistischer Maler war.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eli Eganbjuri: Natalja Gontscharowa. Michail Larionov. Z. A. Münster, Moskau 1913 (525 Exemplare)
  • Jewgeni Kowtun: Michail Larionow. Bournemouth 1998
  • Museum Modern Art. Sammlung Jürgen Blum (Hg.): Natalja Gontscharowa, Michail Larionow, Kasimir Malewitsch. Der heilige Himmel. Futurismus, Rayonismus, Suprematismus. 1992
  • Felix Philipp: Strahlenkunst. Zur Geschichte und Theorie des Rayonismus. (Ausstellungskatalog anlässlich der Ausstellung: Michail Larionow. Rayonistische Werke 1912-1914 und illustrierte Bücher russischer Futuristen; 14. März bis 16. Mai 1987). Zürich 1986

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michail Fjodorowitsch Larionow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Purvis, Alston a.o. (Eds.): The Ballets Russes and the Art of Design. The Monacelli Press 2009. S. 31 ff.
  2. Chamot, Mary: Goncharova. Stage Designs und Paintings. London 1979. S. 15
  3. Petrova, Yevgenia (Ed.): Natalia Goncharova. The Russian Years. Bad Breisig 2002
  4. Chamot, Mary: Goncharova. Stage Designs und Paintings. London 1979. S. 18
  5. Kowtun, Jewgeni: Michail Larionow. Bournemouth 1998. S. 59 ff.